Zelluläre Mikropartikel als neue Biomarker für DCI nach SAB
Novel Biomarkers for DCI after SAH: Microparticles Revisited
Wissenschaftsdisziplinen
Klinische Medizin (100%)
Keywords
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Aneurysmal subarachnoid hemorrhage,
Delayed cerebral ischemia,
Biomarker,
Microthrombosis,
Cellular microparticles,
Pathophysiology
Die spontane Subarachnoidlblutung aus einem rupturierten zerebralen Aneurysma repräsentiert einen akuten zerebrovaskulären Notfall mit teils dramatischen Folgen für die betroffenen Patienten. Trotz rezenter Fortschritte in der Behandlung der Blutungsquelle ist die Subarachnoidalblutung nach wie vor mit einer hohen Letalität und Langzeit-Morbidität assoziiert. Die Pathophysiologie der Subarachnoidalblutung ist komplex und beinhaltet zahlreiche, auch mit einer gewissen Latenz zum Blutungsereignis auftretende, sekundäre Komplikationen, die den Verlauf entscheidend beeinflussen. Zu diesen Komplikationen zählt die verzögerte zerebrale Ischämie, die bei circa 2040% der Patienten diagnostiziert wird und zu ausgedehnten Infarkten mit entsprechend ungünstigem Langzeit- Outcome führen kann. Trotz intensiver experimenteller und klinischer Forschung sind die Ursachen der verzögerten zerebralen Ischämie nach wie vor nur unzureichend geklärt. Lange Zeit wurde ein Vasospasmus der großen hirnversorgenden Arterien als Hauptfaktor der verzögerten zerebralen Ischämie postuliert. Neue Forschungsergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass es sich um eine komplexe Vaskulopathie, propagiert durch Mikrothrombus-Bildung, Inflammation und endotheliale Dysfunktion, handelt. Zelluläre Mikropartikel wurden jüngst als Mediatoren der genannten Veränderungen beschrieben. So konnte unsere Arbeitsgruppe erstmals den Nachweis von erhöhten Mikropartikel-Konzentrationen bei Patienten mit spontaner Subarchnoidalblutung erbringen. Zudem zeigte sich auch eine Korrelation mit dem Auftreten verzögerter ischämischer Komplikationen. Vor kurzem wurden unsere Ergebnisse in einer weiteren Studie betätigt. Die Hypothese, dass zelluläre Mikropartikel das Auftreten der verzögerten zerebralen Ischämie verlässlich anzeigen können, soll nun in einer prospektiven Observationsstudie an mindestens 70 Patienten mit spontaner Subarachnoidalblutung und 32 Kontrollpersonen weiter untersucht werden. Es ist geplant, qualitative und quantitative Mikropartikel-Änderungen durch die engmaschige Analyse von peripheren Blutproben zu detektieren. Als völlig neuen Aspekt führen wir auch eine Bestimmung der Mikropartikel aus der zerebralen Zirkulation durch. Hierzu werden serielle jugularvenöse Blutentnahmen sowie Entnahmen von arteriellem Blut aus dem Angiographiekatheter durchgeführt. Weiters werden Liquorproben aus externen Ventrikeldrainagen entnommen und analysiert. Zur Bestätigung eines Zusammenhanges zwischen den postulierten Veränderungen der Mikropartikelzahl werden ausführliche Korrelationsanalysen mit den wesentlichen Komplikationen der Subarachnoidalblutung, nämlich Vasospasmus und verzögerte zerebrale Ischämie, detektiert mittels zerebraler Magnetresonanztomographie, sowie mit dem funktionellen Outcome nach 3 durchgeführt. Die Charakterisierung von potentiellen Biomarkern für die verzögerte zerebrale Ischämie nach Subarchnoidalblutung kann letztlich zur Risikostratifizierung dieser Patienten beitragen.
- Valery Combes, University of Sydney - Australien
- Jan Claassen, Columbia University Medical Center - Vereinigte Staaten von Amerika
- John H. Zhang, Loma Linda University - Vereinigte Staaten von Amerika
Research Output
- 20 Zitationen
- 1 Publikationen
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2019
Titel The Importance of Probe Location for the Interpretation of Cerebral Microdialysis Data in Subarachnoid Hemorrhage Patients DOI 10.1007/s12028-019-00713-8 Typ Journal Article Autor Kofler M Journal Neurocritical Care Seiten 135-144 Link Publikation