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Emotionserkennung und soziale Kognition bei JME Patienten

Emotion Recognition and Social Cognition in JME Patients

Eugen Trinka (ORCID: 0000-0002-5950-2692)
  • Grant-DOI 10.55776/KLI543
  • Förderprogramm Klinische Forschung
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.11.2016
  • Projektende 30.04.2021
  • Bewilligungssumme 300.656 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Klinische Medizin (85%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (15%)

Keywords

    Juvenile Myoclonic Epilepsy, Magnetic Resonance Imaging, Social Cognition, Functional Magnetic Resonance Imaging, Emotion Recognition, Neuropsychology

Abstract Endbericht

Juvenile myoklonische Epilepsie (JME) ist die am häufigsten auftretende idiopathische generalisierte Epilepsie (ca. 5-10% aller Epilepsien) mit einer hohen genetischen Prädisposition. JME beginnt meist in der Pubertät zwischen dem 14. und 16. Lebensjahr. Bei dieser Patientengruppe werden häufig soziale Anpassungsstörungen und Verhaltensauffälligkeiten beobachtet, frontalen Dysfunktionen gleichend. Rezente Studien weisen auf eine erhöhte Prävalenz psychiatrischer Erkrankungen (vor allem Angst- und Persönlichkeitsstörungen, Cluster B) bei Patienten mit JME hin. Daraus resultiert eine verringerte Compliance bezüglich der Medikamenteneinnahme und führt konsekutiv zu einer schlechteren Anfallskontrolle. Aktuelle bildgebende Studien bei Patienten mit JME beschreiben eine Assoziation zwischen Beeinträchtigungen von Emotionen und Verhalten mit strukturellen und funktionellen Veränderungen im frontalen Kortex und Thalamus. Diese morphologischen und funktionellen Abnormitäten weisen auch auf eine Beteiligung des occipitalen und insulären Kortex, Hippocampi, dem Cerebellum und Cingulum hin. Bei Patienten mit Beeinträchtigung der Emotionsverarbeitung bzw. regulation (wie z.B. bei bipolarer Erkrankung) wurden außerdem eine Störungen zwischen dem Regelkreis des limbischen Systems und dem frontalen Kortex beschrieben. Bis dato gibt es bei Patienten mit JME keine bildgebende und neuropsychologische Untersuchungen hinsichtlich des limbische Systems und der Emotionsverarbeitung. Die Erforschung der pathophysiologischen Mechanismen der Emotionsverarbeitung ist aufgrund der sozialen Anpassungsstörungen und Verhaltensauffälligkeiten bei Patienten mit JME von hoher Relevanz. Ziel der Studie ist es daher, dies unter verschiedenen Aspekten mittels funktioneller und struktureller Methoden darzustellen und ein einheitliches auf neurobiologischen Erkenntnissen basierendes Konzept zu etablieren. Dies erfolgt einerseits durch den (i) Einsatz neuer neuropsychologischer Testbatterien und fMRI Paradigmen für Emotion und sozialer Kognition; (ii) Einsatz neuer Techniken zur makro- und mikrostrukturellen Evaluierung der beteiligten Hirnstrukturen; (iii) erstmaliger Vergleich der funktionellen/strukturellen Veränderungen von neu diagnostizierten Patienten versus Patienten mit langjährigem Krankheitsverlauf, sowie (iv) Vergleich von funktionellen/strukturellen Veränderungen von JME Patienten mit Geschwistern und gesunden Kontrollpersonen. Die Ergebnisse dieser Studie können wesentlich zur Entwicklung von psychologischen und pharmakologischen Strategien bei Patienten mit JME beitragen und damit zu einem besseren Management der sozialen Anpassungs- und Verhaltensstörungen führen.

Emotionserkennung und soziale Kognition bei Patienten mit juveniler myoklonischer Epilepsie Die juvenile myoklonische Epilepsie (JME) ist eine verbreitete Form der Epilepsie, begleitend von milden kognitiven Defiziten und Verhaltensauffälligkeiten. Dabei zeigen Patient*innen instabile, suggestible, unzuverlässige und unreife Persönlichkeitszüge. Diese Charakteristika können ernsthafte Einflüsse auf soziale und interpersonale Beziehungen haben. Ziel dieser Studie war es, Bereiche der Emotionserkennung und der sozialen Kognition bei Patient*innen, deren Geschwistern und Kontrollpersonen mithilfe von neuropsychologischen und bildgebenden Mitteln zu untersuchen. Zweiundsechzig Patient*innen, 17 Geschwister und 67 Kontrollpersonen haben dabei teilgenommen. Die Ergebnisse dieser Studie bestätigen unsere Hypothese, wobei Patient*innen Defizite in der Emotionswahrnehmung und -erkennung sowie der sozialen Kognition aufweisen. Diese Defizite zeigten sich sowohl in neuropsychologischen Untersuchungen wie auch in der strukturellen und funktionellen Bildgebung. Die Ergebnisse unserer Untersuchungen weisen auf defizitäre strukturelle Substrate bei sozialer Kognition und Emotionserkennung hin. Zusätzlich korreliert die Dauer der Erkrankung negativ mit Emotionserkennung. In der Elektroenzephalographie zeigten Patienten eine langsamere Hintergrundaktivität als Geschwister und Kontrollen. Zusammenfassend konnte diese Studie erstmals Defizite in der Emotionserkennung und der sozialen Kognition bei Patient*innen mit JME und deren morphologischen Ursprung nachweisen. Die Ergebnisse ermöglichen die Entwicklung und Ausbau psychotherapeutischer Interventionen (bspw. Kognitive Verhaltenstherapie), welche Patient*innen bei einer besseren sozialen Integrierung unterstützen könnten.

Forschungsstätte(n)
  • Medizinische Universität Innsbruck - 35%
  • Paracelsus Med.-Priv.-Univ. Salzburg / SALK - 65%
Nationale Projektbeteiligte
  • Elke Ruth Gizewski, Medizinische Universität Innsbruck , assoziierte:r Forschungspartner:in
Internationale Projektbeteiligte
  • Hans-Jürgen Huppertz, Schweizerische Epilepsie-Stiftung - Schweiz
  • Hennric Jokeit, Schweizerische Epilepsie-Stiftung - Schweiz

Research Output

  • 9 Zitationen
  • 2 Publikationen
Publikationen
  • 2022
    Titel Emotional Word Processing in Patients With Juvenile Myoclonic Epilepsy
    DOI 10.3389/fneur.2022.875950
    Typ Journal Article
    Autor Rainer L
    Journal Frontiers in Neurology
    Seiten 875950
    Link Publikation
  • 2019
    Titel Emotion recognition and social cognition in juvenile myoclonic epilepsy
    DOI 10.1007/s10309-019-0261-y
    Typ Journal Article
    Autor Kuchukhidze G
    Journal Zeitschrift für Epileptologie
    Seiten 177-182
    Link Publikation

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