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Effekte von TBS auf die 5-HT1A Rezeptorbindung bei behandlungsresistenter Depression

Effects of TBS on 5-HT1A receptor binding in treatment resistant depression

Siegfried Kasper (ORCID: 0000-0001-8278-191X)
  • Grant-DOI 10.55776/KLI551
  • Förderprogramm Klinische Forschung
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.07.2016
  • Projektende 28.02.2021
  • Bewilligungssumme 405.732 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Klinische Medizin (100%)

Keywords

    Theta-Burst Transcranial Magnetic Stimulation, Serotonin-1A Receptor, Treatment Resistant Depression, Positron Emission Tomography

Abstract Endbericht

Hintergrund Intermittierende theta-burst Stimulation (iTBS), eine Form der repetitiven transkraniellen Magnetstimulation (rTMS) ist eine vielversprechende und effektive Therapieform bei behandlungsresistenter Depression (TRD). rTMS führt zu morphologischen Veränderungen im Gehirn, wie mittels Magnetresonanztomographie (MRT) und Positronenemissionstomographie (PET) in bisherigen Studien gezeigt wurde. Ferner wurden Veränderungen der Expression des Serotonin-1A Rezeptors (5-HT1A) im Gehirn mit Depression in Zusammenhang gebracht, sowie Effekte einer antidepressiven Therapie auf die Expression dieses Rezeptors gezeigt. Ziele der Studie Das Ziel dieser Studie ist, die Effekte von iTBS über dem linken Kortex auf die 5-HT1A Rezeptorbindung in Patienten mit TRD mittels PET zu untersuchen. Zusätzlich soll der Effekt von iTBS auf die Hirnstruktur und Funktion mittels verschiedener Formen der MRT gemessen werden. Studienpopulation 80 PatientInnen mit TRD, welche ihre bisherige Medikation beibehalten, sollen für die Studie rekrutiert werden. Studiendesign In dieser klinischen Studie erhalten 40 Patienten aktive iTBS, während 40 weitere Patienten eine inaktive (Placebo) Form der iTBS über einen Zeitraum von zwei Wochen erhalten. Vor und nach Behandlung werden MRI Scans und PET Scans mit dem hoch selektiven und spezifischen Radioliganden [carbonyl-11C]WAY100635 durchgeführt. Nachkontrollen erfolgen 4, 8 und 12 Wochen nach aktiver iTBS-Behandlung. Patienten, welche die inaktive iTBS erhielten, werden nach der zweiten MRT und PET Messung der aktiven iTBS Behandlung zugeführt. Relevanz und Implikationen der Studie Bei dieser Studie handelt es sich um die weltweit erste Studie, die die Effekte von iTBS auf die 5-HT1A Rezeptordichte in Patienten mit TRD untersucht. Die Studie soll daher wichtige Informationen über den Effekt von TMS auf die Hirnfunktion und Struktur liefern, welche mit dem antidepressiven Effekt dieser Behandlung in Zusammenhang stehen. Ferner soll die Studie durch die Verknüpfung unterschiedlicher Bildgebungsmodalitäten (PET und MRT) unser Wissen über den serotonergen Einfluss auf die Hirnfunktion und Struktur erweitern. Zusammenfassend hat diese Studie das Potential, einen Beitrag zur Entwicklung personalisierter Behandlungsformen zu leisten, welche mit Leidensreduktion und den damit zusammenhängenden sozialen und wirtschaftlichen Folgen auf gesellschaftlicher Ebene einhergeht.

Intermittierende Theta-Stimulation (iTBS), eine Form der transkraniellen Magnetstimulaton (TMS), ist eine vielversprechende und effektive Behandlungsoption bei behandlungsresistenter Depression (TRD). In dieser klinischen Studie wurden mit multimodaler Bildgebung des Gehirns die funktionellen, strukturellen und molekularen Veränderungen bei einer mehrwöchigen Behandlung der TRD mit iTBS in Relation zum Behandlungserfolg untersucht. Es handelt sich um eine Plazebo-kontrollierte ("sham"-Stimulation) randomisierte klinische Studie. Mittels Positronenemissionstomographie (PET) wurde der sogenannte Serotonin-1A Rezeptor quantifiziert, der bei TRD reduziert ist und bei Psychopharmakotherapie seine Konzentration ändert. Weiters wurden mit verschiedenen Methoden der Magnetresonanztomographie die Funktionelle Konnektivität (durch funktionelle Magnetresonanztomographie, fMRT) zwischen ausgewählten Gehirnregionen und Veränderungen der wichtigsten erregenden (Glutamat) und hemmenden (GABA) Neurotransmitter (durch Magnetresonanzspektroskopie, MRSI) in der Hirnrinde gemessen. Der Stimulationsort der aktiven Stimulation lag in der sogenannten dorsolaterlaten präfrontalen Region (DLPFC), und stimuliert wurde mittels TBS über 3 Wochen an 5 Tagen die Woche, täglich 2 Mal (mit einer Stunde Pause dazwischen). Intermittierende erregende TBS wurde am linken DLPFC appliziert, während am rechten DLPFC kontinuierliche inhibitorische DLPFC angewendet wurde. Bei den oben erwähnten funktionellen und molekularen Bildgebungs-Parametern konnten Zusammenhänge mit dem Behandlungserfolg nachgewiesen werden, und somit unterstützt diese Studie den Einsatz der TBS als weitere Behandlungsoption bei schweren Formen der Depression in Patient*innen, die nicht ausreichend auf psychopharmakologische Behandlungen respondieren. Der Plazeboeffekt war aber sehr hoch, und dürfte mit der intensiven täglichen mehrmaligen Betreuung der Patient*innen über Wochen in Zusammenhang stehen, weitere randomisierte und Plazebo-kontrollierte Studien mit höherer Patientenzahl und kontrollierten Umgebungsbedingungen (wie die ärztl. Zuwendung) sind also notwendig, um den "reinen" iTBS Effekt klarer von Plazebo-Effekten unterscheiden zu können.

Forschungsstätte(n)
  • Medizinische Universität Wien - 100%

Research Output

  • 89 Zitationen
  • 11 Publikationen
Publikationen
  • 2023
    Titel Effects of bilateral sequential theta-burst stimulation on 5-HT1A receptors in the dorsolateral prefrontal cortex in treatment-resistant depression: a proof-of-concept trial.
    DOI 10.1038/s41398-023-02319-3
    Typ Journal Article
    Autor Murgaš M
    Journal Translational psychiatry
    Seiten 33
  • 2022
    Titel The impact of theta-burst stimulation on cortical GABA and glutamate in treatment-resistant depression: A surface-based MRSI analysis approach
    DOI 10.1101/2022.02.17.22271118
    Typ Preprint
    Autor Spurny-Dworak B
    Seiten 2022.02.17.22271118
    Link Publikation
  • 2022
    Titel Effects of bilateral sequential theta-burst stimulation on functional connectivity in treatment-resistant depression: first results
    DOI 10.1101/2022.02.16.22271078
    Typ Preprint
    Autor Stöhrmann P
    Seiten 2022.02.16.22271078
    Link Publikation
  • 2022
    Titel Effects of bilateral sequential theta-burst stimulation on 5-HT1A receptors on dorsolateral prefrontal cortex in treatment resistant depression
    DOI 10.1101/2022.02.18.22271165
    Typ Preprint
    Autor Murgaš M
    Seiten 2022.02.18.22271165
    Link Publikation
  • 2023
    Titel Effects of bilateral sequential theta-burst stimulation on functional connectivity in treatment-resistant depression: First results
    DOI 10.1016/j.jad.2022.12.088
    Typ Journal Article
    Autor Stöhrmann P
    Journal Journal of Affective Disorders
    Seiten 660-669
    Link Publikation
  • 2025
    Titel In vivo serotonin 1A receptor distribution in treatment-resistant depression
    DOI 10.1038/s41398-025-03406-3
    Typ Journal Article
    Autor Murgaš M
    Journal Translational Psychiatry
    Seiten 186
    Link Publikation
  • 2022
    Titel The Impact of Theta-Burst Stimulation on Cortical GABA and Glutamate in Treatment-Resistant Depression: A Surface-Based MRSI Analysis Approach
    DOI 10.3389/fnmol.2022.913274
    Typ Journal Article
    Autor Spurny-Dworak B
    Journal Frontiers in Molecular Neuroscience
    Seiten 913274
    Link Publikation
  • 2019
    Titel Epistasis of HTR1A and BDNF risk genes alters cortical 5-HT1A receptor binding: PET results link genotype to molecular phenotype in depression
    DOI 10.1038/s41398-018-0308-2
    Typ Journal Article
    Autor Kautzky A
    Journal Translational Psychiatry
    Seiten 5
    Link Publikation
  • 2019
    Titel Correction: Epistasis of HTR1A and BDNF risk genes alters cortical 5-HT1A receptor binding: PET results link genotype to molecular phenotype in depression
    DOI 10.1038/s41398-019-0583-6
    Typ Journal Article
    Autor Kautzky A
    Journal Translational Psychiatry
    Seiten 246
    Link Publikation
  • 2019
    Titel Hippocampal Subfields in Acute and Remitted Depression—an Ultra-High Field Magnetic Resonance Imaging Study
    DOI 10.1093/ijnp/pyz030
    Typ Journal Article
    Autor Kraus C
    Journal International Journal of Neuropsychopharmacology
    Seiten 513-522
    Link Publikation
  • 2018
    Titel Parcellation of the Human Cerebral Cortex Based on Molecular Targets in the Serotonin System Quantified by Positron Emission Tomography In vivo
    DOI 10.1093/cercor/bhy249
    Typ Journal Article
    Autor James G
    Journal Cerebral Cortex
    Seiten 372-382
    Link Publikation

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