Effekte von TBS auf die 5-HT1A Rezeptorbindung bei behandlungsresistenter Depression
Effects of TBS on 5-HT1A receptor binding in treatment resistant depression
Wissenschaftsdisziplinen
Klinische Medizin (100%)
Keywords
-
Theta-Burst Transcranial Magnetic Stimulation,
Serotonin-1A Receptor,
Treatment Resistant Depression,
Positron Emission Tomography
Hintergrund Intermittierende theta-burst Stimulation (iTBS), eine Form der repetitiven transkraniellen Magnetstimulation (rTMS) ist eine vielversprechende und effektive Therapieform bei behandlungsresistenter Depression (TRD). rTMS führt zu morphologischen Veränderungen im Gehirn, wie mittels Magnetresonanztomographie (MRT) und Positronenemissionstomographie (PET) in bisherigen Studien gezeigt wurde. Ferner wurden Veränderungen der Expression des Serotonin-1A Rezeptors (5-HT1A) im Gehirn mit Depression in Zusammenhang gebracht, sowie Effekte einer antidepressiven Therapie auf die Expression dieses Rezeptors gezeigt. Ziele der Studie Das Ziel dieser Studie ist, die Effekte von iTBS über dem linken Kortex auf die 5-HT1A Rezeptorbindung in Patienten mit TRD mittels PET zu untersuchen. Zusätzlich soll der Effekt von iTBS auf die Hirnstruktur und Funktion mittels verschiedener Formen der MRT gemessen werden. Studienpopulation 80 PatientInnen mit TRD, welche ihre bisherige Medikation beibehalten, sollen für die Studie rekrutiert werden. Studiendesign In dieser klinischen Studie erhalten 40 Patienten aktive iTBS, während 40 weitere Patienten eine inaktive (Placebo) Form der iTBS über einen Zeitraum von zwei Wochen erhalten. Vor und nach Behandlung werden MRI Scans und PET Scans mit dem hoch selektiven und spezifischen Radioliganden [carbonyl-11C]WAY100635 durchgeführt. Nachkontrollen erfolgen 4, 8 und 12 Wochen nach aktiver iTBS-Behandlung. Patienten, welche die inaktive iTBS erhielten, werden nach der zweiten MRT und PET Messung der aktiven iTBS Behandlung zugeführt. Relevanz und Implikationen der Studie Bei dieser Studie handelt es sich um die weltweit erste Studie, die die Effekte von iTBS auf die 5-HT1A Rezeptordichte in Patienten mit TRD untersucht. Die Studie soll daher wichtige Informationen über den Effekt von TMS auf die Hirnfunktion und Struktur liefern, welche mit dem antidepressiven Effekt dieser Behandlung in Zusammenhang stehen. Ferner soll die Studie durch die Verknüpfung unterschiedlicher Bildgebungsmodalitäten (PET und MRT) unser Wissen über den serotonergen Einfluss auf die Hirnfunktion und Struktur erweitern. Zusammenfassend hat diese Studie das Potential, einen Beitrag zur Entwicklung personalisierter Behandlungsformen zu leisten, welche mit Leidensreduktion und den damit zusammenhängenden sozialen und wirtschaftlichen Folgen auf gesellschaftlicher Ebene einhergeht.
Intermittierende Theta-Stimulation (iTBS), eine Form der transkraniellen Magnetstimulaton (TMS), ist eine vielversprechende und effektive Behandlungsoption bei behandlungsresistenter Depression (TRD). In dieser klinischen Studie wurden mit multimodaler Bildgebung des Gehirns die funktionellen, strukturellen und molekularen Veränderungen bei einer mehrwöchigen Behandlung der TRD mit iTBS in Relation zum Behandlungserfolg untersucht. Es handelt sich um eine Plazebo-kontrollierte ("sham"-Stimulation) randomisierte klinische Studie. Mittels Positronenemissionstomographie (PET) wurde der sogenannte Serotonin-1A Rezeptor quantifiziert, der bei TRD reduziert ist und bei Psychopharmakotherapie seine Konzentration ändert. Weiters wurden mit verschiedenen Methoden der Magnetresonanztomographie die Funktionelle Konnektivität (durch funktionelle Magnetresonanztomographie, fMRT) zwischen ausgewählten Gehirnregionen und Veränderungen der wichtigsten erregenden (Glutamat) und hemmenden (GABA) Neurotransmitter (durch Magnetresonanzspektroskopie, MRSI) in der Hirnrinde gemessen. Der Stimulationsort der aktiven Stimulation lag in der sogenannten dorsolaterlaten präfrontalen Region (DLPFC), und stimuliert wurde mittels TBS über 3 Wochen an 5 Tagen die Woche, täglich 2 Mal (mit einer Stunde Pause dazwischen). Intermittierende erregende TBS wurde am linken DLPFC appliziert, während am rechten DLPFC kontinuierliche inhibitorische DLPFC angewendet wurde. Bei den oben erwähnten funktionellen und molekularen Bildgebungs-Parametern konnten Zusammenhänge mit dem Behandlungserfolg nachgewiesen werden, und somit unterstützt diese Studie den Einsatz der TBS als weitere Behandlungsoption bei schweren Formen der Depression in Patient*innen, die nicht ausreichend auf psychopharmakologische Behandlungen respondieren. Der Plazeboeffekt war aber sehr hoch, und dürfte mit der intensiven täglichen mehrmaligen Betreuung der Patient*innen über Wochen in Zusammenhang stehen, weitere randomisierte und Plazebo-kontrollierte Studien mit höherer Patientenzahl und kontrollierten Umgebungsbedingungen (wie die ärztl. Zuwendung) sind also notwendig, um den "reinen" iTBS Effekt klarer von Plazebo-Effekten unterscheiden zu können.
Research Output
- 89 Zitationen
- 11 Publikationen
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2023
Titel Effects of bilateral sequential theta-burst stimulation on 5-HT1A receptors in the dorsolateral prefrontal cortex in treatment-resistant depression: a proof-of-concept trial. DOI 10.1038/s41398-023-02319-3 Typ Journal Article Autor Murgaš M Journal Translational psychiatry Seiten 33 -
2022
Titel The impact of theta-burst stimulation on cortical GABA and glutamate in treatment-resistant depression: A surface-based MRSI analysis approach DOI 10.1101/2022.02.17.22271118 Typ Preprint Autor Spurny-Dworak B Seiten 2022.02.17.22271118 Link Publikation -
2022
Titel Effects of bilateral sequential theta-burst stimulation on functional connectivity in treatment-resistant depression: first results DOI 10.1101/2022.02.16.22271078 Typ Preprint Autor Stöhrmann P Seiten 2022.02.16.22271078 Link Publikation -
2022
Titel Effects of bilateral sequential theta-burst stimulation on 5-HT1A receptors on dorsolateral prefrontal cortex in treatment resistant depression DOI 10.1101/2022.02.18.22271165 Typ Preprint Autor Murgaš M Seiten 2022.02.18.22271165 Link Publikation -
2023
Titel Effects of bilateral sequential theta-burst stimulation on functional connectivity in treatment-resistant depression: First results DOI 10.1016/j.jad.2022.12.088 Typ Journal Article Autor Stöhrmann P Journal Journal of Affective Disorders Seiten 660-669 Link Publikation -
2025
Titel In vivo serotonin 1A receptor distribution in treatment-resistant depression DOI 10.1038/s41398-025-03406-3 Typ Journal Article Autor Murgaš M Journal Translational Psychiatry Seiten 186 Link Publikation -
2022
Titel The Impact of Theta-Burst Stimulation on Cortical GABA and Glutamate in Treatment-Resistant Depression: A Surface-Based MRSI Analysis Approach DOI 10.3389/fnmol.2022.913274 Typ Journal Article Autor Spurny-Dworak B Journal Frontiers in Molecular Neuroscience Seiten 913274 Link Publikation -
2019
Titel Epistasis of HTR1A and BDNF risk genes alters cortical 5-HT1A receptor binding: PET results link genotype to molecular phenotype in depression DOI 10.1038/s41398-018-0308-2 Typ Journal Article Autor Kautzky A Journal Translational Psychiatry Seiten 5 Link Publikation -
2019
Titel Correction: Epistasis of HTR1A and BDNF risk genes alters cortical 5-HT1A receptor binding: PET results link genotype to molecular phenotype in depression DOI 10.1038/s41398-019-0583-6 Typ Journal Article Autor Kautzky A Journal Translational Psychiatry Seiten 246 Link Publikation -
2019
Titel Hippocampal Subfields in Acute and Remitted Depression—an Ultra-High Field Magnetic Resonance Imaging Study DOI 10.1093/ijnp/pyz030 Typ Journal Article Autor Kraus C Journal International Journal of Neuropsychopharmacology Seiten 513-522 Link Publikation -
2018
Titel Parcellation of the Human Cerebral Cortex Based on Molecular Targets in the Serotonin System Quantified by Positron Emission Tomography In vivo DOI 10.1093/cercor/bhy249 Typ Journal Article Autor James G Journal Cerebral Cortex Seiten 372-382 Link Publikation