Hochfrequente Gehirnaktivität im hochauflösenden EEG
High-Frequency Oscillations in the High-Density EEG
Wissenschaftsdisziplinen
Klinische Medizin (30%); Mathematik (50%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (20%)
Keywords
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Epilepsy,
High-Frequency Oscillations (HFOs),
Machine Learning Techniques,
Cognitive EEG,
High-Density Electroencephalogram (HD-EEG),
Epilepsy Surgery,
Epilepsy,
Machine Learning Techniques,
High-Density Electroencephalogram (Hd-Eeg),
High-Frequency Oscil
Epilepsie eine der häufigsten chronischen, neurologischen Erkrankungen. Besonders hart trifft es jene 30% der Epilepsiepatienten, welche trotz medikamentöser Therapie weiterhin an Anfällen leiden. In diesem Fall besteht allerdings bei 60-80% der Patienten die Chance, dass eine Operation zur gewünschten Anfallsfreiheit führt. Allerdings hängt der Erfolg dieses Eingriffs davon ab, wie gut die Gehirnregion definiert wird, welche entfernt werden sollte. Leider gibt es bis heute aber noch keine Untersuchungsmethode, welche diese Region direkt eingrenzen kann. Seit wenigen Jahren versuchen Forscher aus aller Welt herauszufinden, ob neuronale hochfrequente Aktivität jenseits der 80Hz ein genauerer und direkter Indikator sein könnte. Zu dieser hoffnungsschweren Frage möchten wir auf drei Ebenen einen Beitrag leisten: Zunächst wird diese Aktivität üblicherweise mit invasiven Elektroden gemessen, welche direkt in das Gehirn eingeführt werden müssen. Hierfür ist eine aufwändige, teure und zu einem gewissen Maß auch für den Patienten riskante Operation notwendig. Einige Studien konnten die hochfrequente Aktivität mit dem klassischen Elektroencephalogramm messen, d.h. indem 21 Elektroden an der Kopfoberfläche positioniert wurden. Das ist vergleichsweise billig und gänzlich risikolos. Allerdings werden hochfrequente Aktivitäten des Gehirns räumlich sehr begrenzt erzeugt und breiten sich auch nicht weiter aus. Es ist daher anzunehmen, dass dieser klassische Ansatz einen Großteil der interessanten Aktivität gar nicht erfassen kann. Darum möchten wir das hochauflösende Elektroencephalogramm verwenden, das 256 statt der üblichen 21 Elektroden verwendet. Zweitens möchten wir die Techniken zur automatischen Erfassung der hochfrequenten Aktivitäten weiterentwickeln, da die visuelle Untersuchung von hochauflösenden Daten wenig objektiv und für die klinische Praxis viel zu zeitaufwändig ist. Außerdem gibt es bis heute nur Algorithmen für die automatische Detektion von invasiv aufgezeichneter hochfrequenter Aktivität. Leider sind diese Algorithmen sehr ungeeignet für das Oberflächen-EEG. Drittens stellt sich die Frage, welche dieser hochfrequenten Aktivitätsmuster überhaupt relevant sind. Es gibt nämlich auch im gesunden Gehirn hochfrequente Aktivität, die z.B. in bestimmten Gehirnregionen auftritt, wenn unser Gedächtnis Inhalte langfristig abspeichert, bei Bewegungskontrolle, oder bei der visuellen Wahrnehmung. Zur Zeit erfolgt die Unterscheidung meistens dadurch, dass in diesen Regionen mit vermutlich gesunder Aktivität gar nicht nach hochfrequenter Aktivität gesucht wird. Es gibt jedoch zahlreiche Formen von Epilepsie, bei welchen die epileptischen Anfälle in genau so einer Region ihren Ursprung nehmen. Wir möchten nun die gesunde Aktivität in diesen Regionen provozieren und aufgrund des Anstiegs hochfrequenter Aktivität während der Provokation auf die Natur dieser Muster schließen. Unsere Vision ist es, dass die riskanten invasiven Untersuchungen eines Tages zumindest teilweise durch die Aktivitätsmessung an der Kopfoberfläche ersetzt werden kann.
Epilepsie ist eine der häufigsten chronischen, neurologischen Erkrankungen. Besonders hart trifft es jene 30% der Epilepsiepatienten, welche trotz medikamentöser Therapie weiterhin an Anfällen leiden. In diesem Fall besteht allerdings bei 60-80% der Patienten die Chance, dass eine Operation zur gewünschten Anfallsfreiheit führt. Allerdings hängt der Erfolg dieses Eingriffs davon ab, wie gut die Gehirnregion definiert wird, welche entfernt werden sollte. Leider gibt es bis heute aber noch keine Untersuchungsmethode, welche diese Region direkt eingrenzen kann. Seit einigen Jahren versuchen Forscher aus aller Welt herauszufinden, ob neuronale hochfrequente Aktivität jenseits der 80Hz ein genauerer und direkter Indikator sein könnte. Bislang wird diese Aktivität üblicherweise mit invasiven Elektroden gemessen, welche direkt in das Gehirn eingeführt werden müssen. Hierfür ist eine aufwändige, teure und zu einem gewissen Maß auch für den Patienten riskante Operation notwendig. Einige Studien konnten die hochfrequente Aktivität mit dem klassischen Elektroencephalogramm messen, d.h. indem 21 Elektroden an der Kopfoberfläche positioniert wurden. Das ist vergleichsweise billig und gänzlich risikolos. Allerdings werden hochfrequente Aktivitäten des Gehirns räumlich sehr begrenzt erzeugt und breiten sich auch nicht weiter aus. Es ist daher anzunehmen, dass dieser klassische Ansatz einen Großteil der interessanten Aktivität gar nicht erfassen kann. Darum wurde in dem vorliegenden Projekt das hochauflösende Elektroencephalogramm verwendet, mit 256 statt der üblichen 21 Elektroden. Tatsächlich lassen dank der höheren Auflösung im Schnitt mehr dieser hochfrequenten Aktivitäten messen. In diesem Projekt wurden die Techniken zur automatischen Erfassung der hochfrequenten Aktivitäten weiterentwickelt, da die visuelle Untersuchung von hochauflösenden Daten wenig objektiv und für die klinische Praxis viel zu zeitaufwändig ist. Es gibt bis heute nur Algorithmen für die automatische Detektion von invasiv aufgezeichneter hochfrequenter Aktivität. Wir konnten zeigen, dass diese Algorithmen nicht für das Oberflächen-EEG geeignet sind. Drittens stellt sich die Frage, welche dieser hochfrequenten Aktivitätsmuster überhaupt relevant sind. Es gibt nämlich auch im gesunden Gehirn hochfrequente Aktivität, die z.B. in bestimmten Gehirnregionen auftritt, wenn unser Gedächtnis Inhalte langfristig abspeichert, bei Bewegungskontrolle, oder bei der visuellen Wahrnehmung. Zur Zeit erfolgt die Unterscheidung meistens dadurch, dass in diesen Regionen mit vermutlich gesunder Aktivität gar nicht nach hochfrequenter Aktivität gesucht wird. Es gibt jedoch zahlreiche Formen von Epilepsie, bei welchen die epileptischen Anfälle in genau so einer Region ihren Ursprung nehmen. Wir provozierten die gesunde Aktivität in diesen Regionen, jedoch mussten wir feststellen, dass die Unterscheidbarkeit zwischen gesunder und krankhafter Aktivität mit dieser Strategie nicht zielführend ist. In Summe stimmen unsere größtenteils negativen Schlussfolgerungen mit der mittlerweile in wissenschaftlichen Fachkreisen laut gewordenen Ernüchterung überein, dass die anfängliche Euphorie über hochfrequente Aktivitäten als neuer Biomarker nicht durch Daten gestützt werden kann wenn strenge wissenschaftliche Kriterien angewandt werden.
- Eugen Trinka, Paracelsus Med.-Priv.-Univ. Salzburg / SALK , assoziierte:r Forschungspartner:in
- Yvonne Höller, Paracelsus Med.-Priv.-Univ. Salzburg / SALK , ehemalige:r Projektleiter:in
Research Output
- 197 Zitationen
- 10 Publikationen
- 1 Policies
- 1 Software
- 3 Disseminationen
- 6 Wissenschaftliche Auszeichnungen
- 3 Weitere Förderungen
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2021
Titel Effects of Spatial Memory Processing on Hippocampal Ripples DOI 10.3389/fneur.2021.620670 Typ Journal Article Autor Lachner-Piza D Journal Frontiers in Neurology Seiten 620670 Link Publikation -
2021
Titel Temporo-Frontal Coherences and High-Frequency iEEG Responses during Spatial Navigation in Patients with Drug-Resistant Epilepsy DOI 10.3390/brainsci11020162 Typ Journal Article Autor Thomschewski A Journal Brain Sciences Seiten 162 Link Publikation -
2022
Titel Are High Frequency Oscillations in Scalp EEG Related to Age? DOI 10.3389/fneur.2021.722657 Typ Journal Article Autor Windhager P Journal Frontiers in Neurology Seiten 722657 Link Publikation -
2018
Titel High-Frequency Oscillations in the Scalp Electroencephalogram: Mission Impossible without Computational Intelligence DOI 10.1155/2018/1638097 Typ Journal Article Autor Höller P Journal Computational Intelligence and Neuroscience Seiten 1638097 Link Publikation -
2019
Titel Adult-Onset Epilepsy in Klinefelter Syndrome? Cognitive and Neurophysiological Evaluation of a 56-Year-Old Man DOI 10.23937/2643-4571/1710009 Typ Journal Article Autor Yvonne H Journal International Journal of Rare Diseases & Disorders Link Publikation -
2019
Titel Localization of the Epileptogenic Zone Using High Frequency Oscillations DOI 10.3389/fneur.2019.00094 Typ Journal Article Autor Thomschewski A Journal Frontiers in Neurology Seiten 94 Link Publikation -
2019
Titel MEEGIPS—A Modular EEG Investigation and Processing System for Visual and Automated Detection of High Frequency Oscillations DOI 10.3389/fninf.2019.00020 Typ Journal Article Autor Höller P Journal Frontiers in Neuroinformatics Seiten 20 Link Publikation -
2020
Titel Interval-Wise Testing of Functional Data Defined on Two-dimensional Domains DOI 10.1007/978-3-030-57306-5_28 Typ Book Chapter Autor Langthaler P Verlag Springer Nature Seiten 305-313 -
2020
Titel Automatic vs. Manual Detection of High Frequency Oscillations in Intracranial Recordings From the Human Temporal Lobe DOI 10.3389/fneur.2020.563577 Typ Journal Article Autor Thomschewski A Journal Frontiers in Neurology Seiten 563577 Link Publikation -
2020
Titel Pitfalls in Scalp High-Frequency Oscillation Detection From Long-Term EEG Monitoring DOI 10.3389/fneur.2020.00432 Typ Journal Article Autor Gerner N Journal Frontiers in Neurology Seiten 432 Link Publikation
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2017
Titel HFO Review, Frauscher et al. DOI 10.1111/epi.13814 Typ Citation in clinical guidelines
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2018
Titel Scientific award in Platin by the Paracelsus Medical University Salzburg Typ Research prize Bekanntheitsgrad National (any country) -
2018
Titel Science award in Gold Typ Research prize Bekanntheitsgrad National (any country) -
2018
Titel Sustainability Award Typ Research prize Bekanntheitsgrad National (any country) -
2022
Titel Associate Editor for Frontiers in Neurology, Section Epilepsy Typ Appointed as the editor/advisor to a journal or book series Bekanntheitsgrad Continental/International -
2022
Titel Motivation Award by the Icelandic Science and Technology Policy Council for her excellent early scientific career Typ Research prize Bekanntheitsgrad National (any country) -
2022
Titel Associate Editor for MDPI journal "Applied Sciences" Typ Appointed as the editor/advisor to a journal or book series Bekanntheitsgrad Continental/International
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2019
Titel PMU-FFF Rise grant Typ Research grant (including intramural programme) Förderbeginn 2019 Geldgeber Paracelsus Private Medical University of Salzburg -
2019
Titel PMU-RIF SEED: SEED MONEY FOR NOVEL INNOVATIVE IDEAS AND PREPARATORY PROJECTS Typ Research grant (including intramural programme) Förderbeginn 2019 Geldgeber Paracelsus Private Medical University of Salzburg -
2023
Titel EU Pathfinder open Typ Research grant (including intramural programme) Förderbeginn 2023 Geldgeber European Research Council (ERC)