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Die Rolle von Leptin in der Regulation des hepatischen Lipid

The role of lepTin in regulating HepAtic Lipid metAbolisM

Thomas Scherer (ORCID: 0000-0003-4980-706X)
  • Grant-DOI 10.55776/KLI782
  • Förderprogramm Klinische Forschung
  • Status beendet
  • Projektbeginn 15.11.2019
  • Projektende 14.05.2025
  • Bewilligungssumme 404.795 €

Wissenschaftsdisziplinen

Klinische Medizin (40%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (60%)

Keywords

    Liver, Triglyceride Secretion, Central Nervous System, Leptin, Brain, Lipid Metabolism

Abstract Endbericht

Inhalt: Die nicht-alkoholische Fettleber ist eine klassische Wohlstandserkrankung und häufige Leberpathologie die mit dem Auftreten von Stoffwechselstörungen wie Typ 2 Diabetes und Adipositas assoziiert ist. Ein Ungleichgewicht zwischen erhöhter Fettsäureproduktion bzw. Aufnahme und zu geringem Fettsäureexport aus der Leber ist ein wesentlicher Faktor in der Entstehung der Fettleber. Das Hormon Leptin, ein Botenstoff der ausschließlich im Fettgewebe gebildet und von dort aus in die Blutzirkulation abgegeben wird, ist ein wichtiger Faktor in der Steuerung des Leberfettgehaltes. Patienten, die an Lipodystrophie leiden, können auf Grund eines genetischen Defektes kein oder nur unzureichend Fettgewebe aufbauen und somit auch kein Leptin produzieren. Sie entwickeln häufig eine ausgeprägte Fettleber und leiden an Diabetes. Diese Folgeerscheinungen können durch Hormonersatztherapie mittels regelmäßiger Leptingabe behandelt werden, dennoch ist der Mechanismus durch den Leptin den Leberfettgehalt senkt unerforscht. Wir konnten in früheren Experimenten an Nagern zeigen, dass Leptin hauptsächlich über das Gehirn bzw. das zentrale Nervensystem wirkt und neben den bekannten appetitzügelnden Wirkungen auch über eine Aktivierung des autonomen Nervensystems den Fettstoffwechsel in der Leber positiv beeinflussen kann. Hypothese: Der Zweck dieser Studie ist es festzustellen, ob Leptin auch beim Menschen zu einer Steigerung des Fettexports aus der Leber führt und dadurch den Leberfettgehalt senkt. Methoden: Wir testen deshalb in dieser Studie die Auswirkungen einer einmaligen Gabe von Leptin auf den Leber-Fettgehalt und die Fettexportrate beim Menschen mittels einer Kombination aus einer nicht-strahlenbelastenden Magnetresonanz-Spektroskopie und einer anschließenden durchgeführten Infusionsstudie zur Ermittlung der Leber-Fettexportrate. Es werden gesunde Probanden, Patienten mit Lipodystrophie und Patienten nach einer Lebertransplantation untersucht. Letzteres ist ein Untersuchungsmodel bei dem das Gehirn nicht über das autonome Nervensystem mit der Leber kommunizieren kann, da diese durch die Transplantation nicht mehr über Nervenbahnen mit dem Gehirn verbunden ist. Es kann somit zusätzlich überprüft werden ob die Wirkung von Leptin auf den Leberstoffwechsel tatsächlich über ein Signal vom Gehirn an die Leber vermittelt wird. Besonderheit bzw. klinischer Nutzen: Die Studie wurde designt um einen möglichst umfassenden Überblick der Leptinwirkung auf den menschlichen Fettstoffwechsel zu liefern. Von den Erkenntnissen dieser Untersuchungen und der besseren Charakterisierung der Wirkung von Leptin auf den menschlichen Fettstoffwechsel profitieren nicht nur Patienten mit der seltenen Erkrankung Lipodystrophie, sondern auch Patienten mit der weittaus häufigeren nicht-alkoholischer Fettleber, da durch die Ergebnisse neue innovative Therapieansätze in der Behandlung der Fettlebererkrankung, für die es noch keine klinisch wirksame Therapie gibt, gefunden werden könnten.

Die Fettleber ist eine klassische Wohlstandserkrankung und die häufigste Lebererkrankung überhaupt. Sie ist stark mit dem Auftreten von Adipositas und Typ 2 Diabetes assoziiert und repräsentiert das metabolische Syndrom der Leber. Ein wesentlicher Entstehungsfaktor der Fettleber ist, wenn ein Ungleichgewicht zwischen erhöhter Fettproduktion bzw. Aufnahme bei gleichzeitig zu geringem Fettexport aus der Leber vorherrscht. Das Hormon Leptin, ein Botenstoff der ausschließlich im Fettgewebe von Fettzellen gebildet und von dort aus proportional zur Fettmasse in die Blutzirkulation abgegeben wird, ist ein wichtiger Faktor in der Steuerung des Leberfettgehaltes. Patient*innen, die an Lipodystrophie leiden, können auf Grund eines genetischen Defektes kein oder nur unzureichend Fettgewebe aufbauen und somit auch kein bzw. nur wenig Leptin produzieren. Sie entwickeln häufig eine ausgeprägte Fettleber und leiden an Typ 2 Diabetes. Diese Folgeerscheinungen können durch eine Hormonersatztherapie mittels regelmäßiger Gabe eines künstlich hergestellten Leptins unter die Haut behandelt werden, dennoch ist der Mechanismus durch den Leptin den Leberfettgehalt senkt noch unerforscht. Wir konnten in früheren Experimenten an Nagern zeigen, dass Leptin hauptsächlich über das Gehirn bzw. das zentrale Nervensystem wirkt und neben den bekannten appetitzügelnden Wirkungen auch über eine Aktivierung des autonomen Nervensystems insbesondere dem Vagusnerv den Fettstoffwechsel in der Leber durch erhöhten Fettexport positiv beeinflussen kann (FWF Projekt P26766). Ziel dieses Projektes war es nun die von der Nahrungsaufnahme unabhängigen Effekte von Leptin auf den Leberfettstoffwechsel des Menschen zu entschlüsseln und zu testeten ob ein vergleichbarer Mechanismus den Leberfettstoffwechsel auch beim Menschen reguliert. Es zeigte sich, dass eine einmalige Leptin-Injektion Fett aus der Leber gesunder, normalgewichtiger Männer mobilisierte und den Leberfettgehalt senkte. Ein ähnlicher Effekt trat auch nach Stimulation des autonomen Nervensystems durch Scheinessen, einem natürlichen Vagusstimulus, auf. Hingegen verlor Leptin bei lebertransplantierten Patient:innen, deren Leber durch die Transplantation nicht mehr mit dem Gehirn verbunden ist, seine Wirkung auf die Fettmobilisierung aus der Leber. Diese einer Fettleber entgegenwirkenden Effekte konnten auch in Patient*innen mit Lipodystrophie mit niedrigem Leptinspiegel bestätigt werden, wobei sich hier der positive Effekt einer Leptin Injektion auf den Fettexport aus der Leber noch verstärkte. Zusammengefasst legen unsere Studien nahe, dass Leptin auch beim Menschen den Leberfettgehalt über das Gehirn und das autonome Nervensystem reguliert und dass Leptin, ähnlich zu vorherigen Beobachtungen im Tiermodell, auch beim Menschen die Freisetzung von Lipiden aus der Leber stimuliert und damit das Leberfett über das zentrale Nervensystem und den Nervus vagus senkt. Es ist daher davon auszugehen, dass Leptin die Entwicklung einer Fettleber unabhängig von seiner Appetit-hemmenden Wirkung verhindern kann und über das Gehirn und das autonome Nervensystem den Leberfettstoffwechsel beeinflusst. Dadurch könnten sich in Zukunft neue Therapiemöglichkeiten im zentralen Nervensystem zur Verhinderung der Volkskrankheit Fettleber eröffnen.

Forschungsstätte(n)
  • Medizinische Universität Wien - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Martin Wabitsch, Universität Ulm - Deutschland
  • Michael Stumvoll, Universitätsklinikum Leipzig - Deutschland

Research Output

  • 168 Zitationen
  • 7 Publikationen
  • 1 Disseminationen
  • 5 Wissenschaftliche Auszeichnungen
  • 1 Weitere Förderungen
Publikationen
  • 2025
    Titel Leptin acutely increases hepatic triglyceride secretion in patients with lipodystrophy.
    DOI 10.1016/j.metabol.2025.156261
    Typ Journal Article
    Autor Beghini M
    Journal Metabolism: clinical and experimental
    Seiten 156261
  • 2023
    Titel 1H magnetic resonance spectroscopic imaging of deuterated glucose and of neurotransmitter metabolism at 7T in the human brain.
    DOI 10.1038/s41551-023-01035-z
    Typ Journal Article
    Autor Bednarik P
    Journal Nature biomedical engineering
    Seiten 1001-1013
  • 2023
    Titel The role of leptin in regulating hepatic lipid metabolism in humans
    Typ PhD Thesis
    Autor Matthäus Metz
    Link Publikation
  • 2022
    Titel Leptin increases hepatic triglyceride export via a vagal mechanism in humans
    DOI 10.1016/j.cmet.2022.09.020
    Typ Journal Article
    Autor Metz M
    Journal Cell Metabolism
  • 2023
    Titel Measuring VLDL1 secretion in humans with an intravenous fat emulsion test
    DOI 10.1016/j.xpro.2023.102089
    Typ Journal Article
    Autor Baumgartner C
    Journal STAR Protocols
    Link Publikation
  • 2021
    Titel Brain insulin signalling in metabolic homeostasis and disease
    DOI 10.1038/s41574-021-00498-x
    Typ Journal Article
    Autor Scherer T
    Journal Nature Reviews Endocrinology
    Seiten 468-483
  • 2021
    Titel Concentration of Gallbladder Phosphatidylcholine in Cholangiopathies: A Phosphorus-31 Magnetic Resonance Spectroscopy Pilot Study
    DOI 10.1002/jmri.27817
    Typ Journal Article
    Autor Pfleger L
    Journal Journal of Magnetic Resonance Imaging
    Seiten 530-540
Disseminationen
  • 2023 Link
    Titel #19 Adipositas - Warum werden wir immer dicker?
    Typ A broadcast e.g. TV/radio/film/podcast (other than news/press)
    Link Link
Wissenschaftliche Auszeichnungen
  • 2023
    Titel Basic Science Seminar on "Liver autonomic innervation and hepatic lipid metabolism"
    Typ Personally asked as a key note speaker to a conference
    Bekanntheitsgrad Continental/International
  • 2023
    Titel Research Award of the Austria Society for Endocrinology and Metabolism
    Typ Research prize
    Bekanntheitsgrad National (any country)
  • 2023
    Titel Researcher of the Month, Medical University of Vienna
    Typ Research prize
    Bekanntheitsgrad National (any country)
  • 2021
    Titel Leptin increases VLDL triglyceride secretion and reduces hepatic lipid content in lean male subjects
    Typ Poster/abstract prize
    Bekanntheitsgrad National (any country)
  • 2021
    Titel Oral sensory stimulation increases hepatic VLDL triglyceride secretion in humans.
    Typ Poster/abstract prize
    Bekanntheitsgrad National (any country)
Weitere Förderungen
  • 2024
    Titel Metabolic control of aging and disease
    Typ Research grant (including intramural programme)
    Förderbeginn 2024
    Geldgeber Austrian Science Fund (FWF)

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