Effekte von Vortioxetin bei MCI gemessen mit fMRT
Effects of Vortioxetine in MCI measured by fMRI
Wissenschaftsdisziplinen
Klinische Medizin (80%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (20%)
Keywords
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Mild Cognitive Impairment,
Functional Magnetic Resonance Imaging,
Vortioxetine
Die leichte kognitive Störung (mild cognitive impairment, MCI) ist ein Syndrom, bei welchem die Beeinträchtigung der kognitive Funktionen (z.B. vermindertes Gedächtnis) stärker ausgeprägt ist, als man anhand von Alter und Ausbildung der betreffenden Person erwarten würde. Es wird angenommen, dass das MCI ein Vorstadium der Demenz darstellt und im kontinuierlichen Verlauf zwischen altersbezogenen kognitiven Beeinträchtigungen und einer manifesten Demenzerkrankung steht. In dieser Studie wollen wir die pharmakologischen Effekte von Vortioxetin, einem seit 2013 neu zugelassenen Antidepressivum, auf die kognitiven Funktionen von Patienten mit MCI untersuchen. In früheren Studien mit Vortioxetin bei depressiven Patienten wurde gezeigt, dass die kognitive Leistungsfähigkeit verbessert werden konnte. Diese Verbesserung zeigte sich vor allem in den Gebieten Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Verarbeitungsgeschwindigkeit neuer Informationen und im Bereich der kognitiven Kontrolle. Die Rolle von Vortioxetin in der Behandlung des MCI wurde bisher noch nicht erforscht. Um die Auswirkungen von Vortioxetin auf die Vernetzung von Gehirnteilen (die sogenannte funktionelle Konnektivität) sowie dessen Effizienz und Verträglichkeit zu untersuchen, planen wir eine randomisierte, doppelblinde, plazebokontrollierte Studie mit 45 Patienten. Die Dauer der Behandlung mit Vortioxetin 10mg, 20mg oder Plazebo beträgt 12 Wochen mit insgesamt 7 Visiten im Krankenhaus. Im Laufe der Studie wird drei Mal eine funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT) durchgeführt, wobei je eine Messung in den Wochen 0, 4 und 12 stattfindet. Im weiteren Verlauf der Studie werden bei jeder Visite neuropsychologische Tests durchgeführt, um die Auswirkung der Vortioxetin-Behandlung auf die kognitiven Funktionen zu messen. Nebenwirkungen der Therapie werden regelmäßig bei jeder Visite ab dem Start der Tabletten- Einnahme erhoben. Eine Nachuntersuchung wird am Ende der Studie nach 12 Wochen durchgeführt. Nachdem vorherige Studien mit Vortioxetin bei depressiven Patienten Verbesserungen der Kognition innerhalb von 8 Wochen feststellen konnten, erwarten wir im Rahmen dieser 12-wöchigen Studie ebenfalls signifikante Effekte der Vortioxetin-Therapie sowohl in Bezug auf die neuropsychologischen Funktionen als auch auf die mit fMRT gemessene funktionelle Konnektivität des Gehirns.
- Jens Wiltfang, Georg-August-Universität Göttingen - Deutschland