Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (25%); Gesundheitswissenschaften (25%); Klinische Medizin (50%)
Keywords
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Pregnancy,
Neuromotor Development,
Lifestyle,
Infant's Development,
Muscle Morphology,
Cohort Study
Bei der Entwicklung und der zukünftigen Gesundheit von Babys ist Genetik nur ein Teil des Ganzen. Auch Umweltfaktoren sowie Ereignisse während Schwangerschaft und Geburt sind von zentraler Bedeutung. Entwicklungsstörungen wie Zerebralparese, ADHS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom) oder Autismus können oft früh in der Kindheit identifiziert werden. Im späteren Lebensverlauf können diese Beeinträchtigungen, Bewegung sowie kognitive und soziale Funktionen stören welche sich später auf berufliche Fähigkeiten, sowie die Gesundheit und das Wohlbefinden des neuen Menschen auswirken. Obwohl das Bewusstsein für die frühe Erkennung von Entwicklungsstörungen in kritischen Phasen der Entwicklung wächst, bestehen weiterhin andere Herausforderungen. Daher untersuchen wir in einem interdisziplinären Team die Einflussfaktoren auf diese Entwicklungsstörungen, um die frühe Identifikation von Risikogruppen zu ermöglichen. Studien deuten darauf hin, dass der Stoffwechsel und Entzündungswerte der Mutter das Baby beeinflussen können, indem sie Stress- und Immunreaktionen auslösen. Andererseits kann ein gesunder Lebensstil, einschließlich körperlicher Aktivität und einer ausgewogenen Ernährung, dazu beitragen, die Gewichtszunahme der Mutter zu regulieren, einen übermäßigen Fettgehalt des Babys zu vermeiden und die allgemeine Gesundheit zu fördern, was sich wiederum positiv auf die Entwicklung des Babys auswirken kann. In dieser Studie möchten wir herausfinden, ob Faktoren wie körperliche Bewegung, Wohlbefinden, Ernährung, Schlaf, Stress und Erziehungsgewohnheiten während der Schwangerschaft und im ersten Lebensjahr mit der Entwicklung des Babys zusammenhängen. Diese Studie begleitet Frauen, ab ihrem regulären Untersuchungstermin im ersten Drittel der Schwangerschaft. Teilnehmende werden bis zur Geburt regelmäßig untersucht und es werden soziodemographische Faktoren, metabolische und entzündliche Biomarker, Lebensstil und Schlafqualität der Mutter bewertet. Nach der Geburt verfolgen wir den Lebensstil der Eltern weiter und nutzen nicht-invasive Methoden, um zu analysieren, wie sich das Baby bewegt und sich dessen Muskeln entwickeln, wie es denkt, spricht, mit anderen interagiert und sich an seine Umgebung anpasst. Dadurch wollen wir verstehen, wie sich die Bewegungs- und Denkfähigkeiten des Babys in den ersten zwölf Monaten nach der Geburt in Abhängigkeit vom mütterlichen Stoffwechsel, dem elterlichen Lebensstil und umweltbedingten Faktoren entwickeln. Wir werden zusätzlich erforschen, wie fetale Bewegungen im Uterus und neonatale Bewegungen nach der Geburt zusammenhängen, wie bestimmte Bewegungsmuster einen frühen Hinweis auf Entwicklungsstörungen geben könnten und ob Schwangerschaftsexpositionen dabei eine bedeutende Rolle spielen. Diese Studie soll unser Verständnis für wichtige Einflussfaktoren in kritischen Entwicklungsphasen verbessern und könnte zur rechtzeitigen Risikobewertung und gezielten Interventionen bereits während der Schwangerschaft beitragen.
- Evelyn Jantscher-Krenn, Medizinische Universität Graz , assoziierte:r Forschungspartner:in
- Gerhard Pichler, Medizinische Universität Graz , assoziierte:r Forschungspartner:in
- Peter Marschik, Medizinische Universität Graz , assoziierte:r Forschungspartner:in