Endosymbionten in der Pathogenität von Trichomonas vaginalis
Endosymbionts in Trichomonas vaginalis pathogenicity
Wissenschaftsdisziplinen
Gesundheitswissenschaften (100%)
Keywords
-
Trichomonas vaginalis,
Endosymbionts,
TVV,
Mycoplasma hominis,
Pathogenicity
Trichomonas vaginalis ist ein mikroskopisch kleiner Parasit, der eine der häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen (STIs) weltweit verursacht. Überraschenderweise agiert dieser Parasit nicht immer allein. Er kann winzige Begleiter in sich tragen - insbesondere ein Virus namens T. vaginalis virus (TVV) und das Bakterium Mycoplasma hominis. Diese versteckten Passagiere, Endosymbionten genannt, können beeinflussen, wie schwer die Infektion wird, aber wir wissen noch wenig über ihre genaue Rolle. In einem früheren Forschungsprojekt haben wir eine Stammsammlung von frischen T. vaginalis Isolaten angelegt. Einige dieser Stämme tragen von Natur aus Endosymbionten, andere dagegen nicht. Anhand dieser einzigartigen Sammlung untersuchen wir nun, wie diese versteckten Begleiter die Virulenz des Parasiten beeinflussen. Wir werden die Endosymbionten unter Laborbedingungen entfernen und beobachten, welche Veränderungen in T. vaginalis auftreten. Ein besonderer Schwerpunkt unserer Studie liegt auf Mycoplasma hominis. Wir vergleichen Isolate dieses Bakteriums, die in T. vaginalis gefunden wurden, mit Isolaten von Menschen, die nicht mit T. vaginalis infiziert waren und evaluieren ob die Symbiose sich auf die Virulenz der Bakterien oder Parasiten auswirkt. Um einen tieferen Einblick zu gewinnen, werden wir auch Vaginalabstriche von Sexarbeiterinnen auf das Vorhandensein von T. vaginalis, M. hominis und einer verwandten Bakteriengruppe namens Ureaplasma untersuchen. Letztere werden bei normalen STI-Tests oft übersehen. Unser Ziel ist es, herauszufinden, wie häufig diese Infektionen in Österreich vorkommen und ob solche Tests in die Routinediagnostik aufgenommen werden sollten. Wir werden die Auswirkungen von T. vaginalis Stämmen mit und ohne Endosymbionten auf menschliche Vaginalzellen unter Laborbedingungen evaluieren und dabei die Virulenz der Parasiten und die Reaktion des Immunsystem untersuchen. Zusätzlich werden wir spezifische Mykoplasmen-Gene untersuchen, um zu verstehen, was manche Stämme schädlicher macht als andere. Dies ist die erste Studie, in der dieselben Parasitenstämme vor und nach der Entfernung ihrer versteckten Gefährten direkt miteinander verglichen werden. Dadurch können wir die Rolle der Endosymbionten bei der Infektion aufklären. Die Ergebnisse werden unser Verständnis der Trichomoniasis erweitern und eine verbesserte Diagnostik ermöglichen, insbesondere bei Hochrisikogruppen wie Sexarbeiterinnen. Zusammenfassend wird dieses Projekt Licht auf die unsichtbaren mikrobiellen Partnerschaften ans Licht bringen, die den Schweregrad einer häufigen, aber oft unterschätzten Infektion beeinflussen können, und so dazu beitragen, deren Diagnose und Behandlung zu verbessern.
- Alexander Indra, AGES - Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit , nationale:r Kooperationspartner:in
- Julia Walochnik, Medizinische Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Ursula Fürnkranz, Medizinische Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Angelika Stary, Pilzambulatorium Schlösselgasse , nationale:r Kooperationspartner:in
- Birgit Henrich, Heinrich Heine Universität Düsseldorf - Deutschland