Across the Alps in Amphorae
Across the Alps in Amphorae
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Geisteswissenschaften (10%); Geschichte, Archäologie (55%); Wirtschaftswissenschaften (35%)
Keywords
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Roman Amphorae,
Noricum,
Mediterranean Imports,
Transport Routes,
Food Supply In The Early Roman Empire,
Transport By Land
Wie keine zweite archäologische Materialgruppe dokumentieren Amphoren weiträumige Wirtschaftsbeziehungen und geben Aufschluss über die Routen, auf denen in der Antike Produkte wie Wein, Öl, eingelegte Früchte und Würzsaucen transportiert wurden. Der Akzent wurde in der Forschung hierbei bisher auf die Wasserwege gelegt, während Landtransporte in der Diskussion weitgehend auf die Verbindung zwischen Flußläufen und die Endverteilung der Waren reduziert waren. In einem DFG-geförderten Projekt am Institut für Archäologische Wissenschaften, Abt. II, der J.W. Goethe- Universität Frankfurt/Main, wo in den vergangenen Jahren ein wirtschaftsarchäologischer Forschungsschwerpunkt etabliert wurde, untersucht die Antragstellerin derzeit die Amphoren aus dem augusteischen Militärlager Dangstetten am Hochrhein. Aus der Studie dieses chronologisch wie funktional für die provinzialrömische Forschung überaus wichtigen Materials resultieren wesentliche neue Erkenntnisse zur Logistik der Lebensmittelversorgung in der frühen Kaiserzeit: In Dangstetten können adriatische Amphoren der Form Dressel 6A erstmals im Nordwesten des römischen Reiches in sehr großen Mengen nachgewiesen werden. Unterwasserarchäologische Befunde sowie eine Reihe aussagekräftiger Fundkontexte entlang der Rhône liefern Hinweise darauf, dass diese Amphoren eventuell nicht auf dem Seeweg über Mittelmeer und Rhône, sondern auf der Route über Po, Graubündner Pässe und Alpenrheintal dorthin gelangten. Die Indizien für dieses Belieferungsmodell gilt es kritisch zu hinterfragen. Aus diesen Überlegungen ergibt sich eine grundlegend neue Einschätzung des Landtransportes im Lebensmittelhandel, die an einem Fallbeispiel in geeignetem geographischen Umfeld untersucht werden soll. Mit dem Gebiet der späteren Provinz Noricum wird hierfür eine geschlossene, anders als das Gebiet des Hochrheins von Süden nicht unmittelbar auf dem Wasser erreichbare Landschaft gewählt, deren Siedlungszentren verkehrsgünstig an neuralgischen Straßenpunkten liegen. Geplant sind Durchsicht, Vergleich und Interpretation der frühesten Amphorenfunde als Zeugnisse für den Transport mediterraner Lebensmittel in die Alpenregion. Die Untersuchung soll von den Funden des Magdalensberges ausgehen, die das typologische und chronologische Grundgerüst im Ostalpenraum und in Norditalien definieren. Der Leiter des Archäologischen Parks am Magdalensberg (Außenstelle des Landesmuseums Kärnten), Univ.-Doz. Dr. Heimo Dolenz, unterstützt das Vorhaben als Mitantragsteller. Klagenfurt bietet sich damit als Standort der Studie an. Von hier können alle weiteren für die Untersuchung wichtigen Fundplätze gut erreicht werden. Neben diesen wichtigen Voraussetzungen sind in der Kärntner Landesbibliothek die projektrelevanten lokalen Literaturbestände vorhanden, und am Institut für Geschichte der Alpen-Adria Universität Klagenfurt hat Prof. Dr. Karl Strobel eine suppletorische Betreuung im Rahmen des dortigen wirtschaftshistorischen Forschungsschwerpunktes angeboten.
- Landesmuseum Kärnten - 100%