Primate evolution and Miocene Environments in Austria: evidence from ecological traits of meso-herbivorous mammals
Primate evolution and Miocene Environments in Austria: evidence from ecological traits of meso-herbivorous mammals
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Naturwissenschaften (10%); Biologie (30%); Geowissenschaften (60%)
Keywords
-
Primates,
Neogene,
Ungulates,
Ecology,
Evolution,
Dental Wear
Im Laufe des Miozäns ist in Eurasien eine erfolgreiche Radiation der Primaten, besonders der Hominoiden, festzustellen. Mit Ausnahme von Südostasien, verschwinden vor ca. 8,5 Mio Jahren all diese Hominoiden von Spanien bis Indien. Umwelt- und Klimafaktoren haben bekanntermaßen einen hohen Einfluss auf die Säugetier-Evolution. Daher kommt der Lebensraum-Charakterisierung der Primaten im Miozän eine Schlüsselrolle beim Verständnis um die Radiation und das Austerben von Primaten zu. Basierend auf der ökologischen Auswertung von ausgestorbenen Wiederkäuern und Pferden, soll die Dynamik der damaligen Umwelt und Lebensräume in Zentral-Europa (Österreich) charakterisiert werden, in denen sich viele Primaten seit dem frühen Miozän entwickelt haben. Bei der ökologischen Auswertung dieser herbivoren Säugetiere werden Ernährungsweise und Art der Fortbewegung in drei unterschiedlichen Ansätzen untersucht, die alle voneinander unabhängig sind und nicht destruktiv sind, d.h. die Fossilien werden nicht beschädigt oder zerstört. In der "microwear" Untersuchung wird die Abnützung der Schmelzoberfläche der Backenzähne ausgewertet, auf der die Pflanzennahrung der letzten Tage vor dem Tod mikroskopisch kleine Spuren (Striemen und Dellen) hinterlassen hat. Abhängig von den physikalischen Eigenschaft der jeweiligen Pflanzennahrung variieren die "microwear"-Spuren in Form und Größe. Das Prinzip der "Mesowear" hingegen basiert auf der spezifischen Ausbildung (Form, Größe, Winkel) von Schneide- und Mahlfacetten auf der Kaufläche der Backenzähne. Der Grad der Facetten-Entwicklung spiegelt das relative Verhältnis von Zahn-zu-Zahn-Kontakt (attrition, Abkauung) und Pflanzennahrung-zu-Zahn-Kontakt (abrasion, Abnutzung) wider. Die Abkauung ist verantwortlich für die Ausbildung der Facetten, wohingegen die Abnutzung diese wieder verwischt. Beide Untersuchungsmethoden ermöglichen es Nahrungsvorlieben der unterschiedlichen Tierarten/-gattungen zu rekonstruieren. Zusammen mit ökomorphologischen Auswertungen von Schädel- und Skelettelementen werden diese Zahn-Untersuchungsmethoden an den unterschiedlichen Tieren wichtige Daten für ihre eigene Ökologie liefern, aber auch für die Lebensräume der Primaten in der Zeit des Miozäns in Österreich. Mit dieser Zielsetzung werden Säugetier-Vergesellschaftungen von 17 österreichischen Lokalitäten untersucht, die einen möglichst großen Zeitraum innerhalb des Miozäns abdecken.
- Ursula Göhlich, Naturhistorisches Museum Wien , assoziierte:r Forschungspartner:in