Selbstassemblierung in der Umgebung von Membranen
Self-Assembly at a Membrane
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (25%); Informatik (25%); Physik, Astronomie (50%)
Keywords
-
Self-Assembly,
Membranes,
Computational Physics,
Effective Interactions,
Patchy Particles,
Network Membrane Models
Selbstassemblierung ist ein Prozess, bei dem die Wechselwirkungen zwischen einer ungeordneten Menge von Subeinheiten das spontane Entstehen einer geordneten Struktur auslösen. Viele Zellkomponenten, die Bausteine aller Organismen, sind selbstassembliert, oft aus Proteinen, weshalb diese Vorgänge eine fundamentale Lebensgrundlage darstellen. Entsprechend breit ist die Vielfalt an Humanerkrankungen, die mit Störungen der Selbstassemblierung in Verbindung stehen, allen voran die zahllosen Virenerkrankungen, verursacht durch selbstassemblierte Krankheitserreger. Ein tieferes Verständnis der Selbstassemblierung könnte zur Entwicklung von Heilverfahren gegen diese Erkrankungen beitragen. Ein wichtiger Schritt zum Erreichen dieses Verständnisses, ist die Erforschung der zugrundeliegenden Physik. Ziel dieses Projektes ist es, einen Beitrag in diese Richtung zu leisten. Viele physikalische Studien haben die Selbstassemblierung untersucht. Die Assemblierung von Proteinen vollzieht sich im Allgemeinen in Zellen, die von einer Membran, einer fluktuierenden Oberfläche, umgeben sind und außerdem eine Vielzahl membrangebundener Komponenten enthalten. Es liegen Beweise vor, dass die Selbstassemblierung vieler Strukturen, inklusive der Virenzellkerne, Clathrin und Aktin, stark von den Membranen beeinflusst wird. Frühere physikalische Untersuchungen haben diesen wichtigen Aspekt weitgehend außer Acht gelassen; es gibt nur einige Arbeiten mit wenigen spezifischen Beispielen, bei denen der Einfluss der Membran auf die Assemblierung berücksichtigt wurde. Wir haben vor, uns vornehmlich mit Proteinstrukturen auseinanderzusetzen, deren Assemblierungsprozesse durch Membrane beeinflusst werden, ohne dass die Proteine in die Membrane eindringen bzw. dass sie nur zum kleinen Teil eindringen. Angesichts des Mangels an früheren Untersuchungen, ist es äußerst wichtig, die physikalischen Prozesse, die solchen Systemen zugrundeliegen, abzubilden. Wir haben uns für grobkörnige Simulationsmodelle entschieden, die es uns erlauben, eine große Menge an Parametern zu erforschen und uns so an die zugrunde- liegende Physik heranführen. Für die selbstassemblierenden Proteine verwenden wir patchy-particles, die bereits erfolgreich bei der Modellassemblierung von viralen Kernen und Clathrin eingesetzt wurden. Membranen werden durch die Verwendung von Netzwerkmodellen einbezogen, die leicht mit patchy-particles gekoppelt werden können und genügend Details beinhalten; gleichzeitig ermöglicht diese Modellierung eine effiziente Computersimulation der Prozesse. Wir werden Simulationen mittels Monte Carlo und Brownian dynamics einsetzen, um die Gleichgewichtsstrukturen zu erforschen. Für die Untersuchung der Dynamik werden wir multiparticle-collision dynamics anwenden, eine Methode, bei der hydrodynamische Wechselwirkungen einbezogen sind.
- Universität Wien - 100%
Research Output
- 114 Zitationen
- 4 Publikationen
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2013
Titel Dynamics of Self-assembly of Model Viral Capsids in the Presence of a Fluctuating Membrane DOI 10.1021/jp4037099 Typ Journal Article Autor Matthews R Journal The Journal of Physical Chemistry B Seiten 8283-8292 Link Publikation -
2013
Titel Structures and pathways for clathrin self-assembly in the bulk and on membranes DOI 10.1039/c3sm50737h Typ Journal Article Autor Matthews R Journal Soft Matter Seiten 5794-5806 Link Publikation -
2012
Titel Effect of Bending Rigidity on the Knotting of a Polymer under Tension DOI 10.1021/mz300493d Typ Journal Article Autor Matthews R Journal ACS Macro Letters Seiten 1352-1356 Link Publikation -
2012
Titel Influence of Fluctuating Membranes on Self-Assembly of Patchy Colloids DOI 10.1103/physrevlett.109.178302 Typ Journal Article Autor Matthews R Journal Physical Review Letters Seiten 178302 Link Publikation