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Pädagogik in kleinen Schulen

Pedagogy in Small Primary Schools

Eeva Kaisa Hyry-Beihammer (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/M1377
  • Förderprogramm Lise Meitner
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.06.2012
  • Projektende 31.05.2014
  • Bewilligungssumme 129.340 €

Wissenschaftsdisziplinen

Erziehungswissenschaften (80%); Soziologie (20%)

Keywords

    Multi-Grade Teaching, Teacher'S Practical Knowledge, Place, Place-Based Education, Narrative Inquiry

Abstract Endbericht

Das Hauptziel dieser Forschung liegt darin, neues Wissen über guten Unterricht in altersgemischten Klassen und in ortsbezogener Bildung zu erwerben. Ich möchte mehr Einblick in das Potenzial von altersgemischtem Unterricht und ortsbezogener Bildung als Teil von formeller Bildung gewinnen. Dabei wird auf Pädagogik in kleinen Schulen in Österreich und Finnland fokussiert. Eine kleine Schule ist generell eine Dorfschule (Klasse 1-6 in Finnland; in Österreich die Volksschule Klasse 1-4), in der es weniger als 50 SchülerInnen gibt und die im ländlichen Raum liegt. Normalerweise unterrichten in diesen kleinen Schulen zwei oder drei LehrerInnen. Kinder unterschiedlichen Alters werden gemeinsam in der gleichen Klasse unterrichtet. Dies nennt man altersgemischten Unterricht. Die Vorteile des altersgemischten Unterrichts, wie Flexibilität des Unterrichts und Zusammenarbeit zwischen Schülerinnen, wurden bereits festgestellt. Nichtsdestotrotz braucht man weitere Untersuchungen über den altersgemischten Unterricht. Die sogenannte "ortsbezogene Bildung" ist ein Spezifikum der Pädagogik in kleinen Schulen: der Ort und seine charakteristischen Merkmale sind im Lehrplan der Schule enthalten. Der Begriff "Ort" wird in dieser Forschung als konkreter und erlebter Lebensraum verstanden, der sich mit unserer Identität verflechtet. Eine Schule ist nicht nur ein Gebäude bzw.ein physischer Raum, sondern ist mit unseren Erfahrungen des Heranwachsens verbunden. Kleine Schulen sind der Gefahr des Schließens ausgesetzt und kleinere und traditionelle zusammengehörige Gemeinde werden verschwinden, wenn die Leute in größere Städte ziehen. Ich gehe davon aus, dass die Bedeutung und Möglichkeiten der altersgemischten Unterricht und ortsbezogenen Bildung beim Schließen der Schulen ignoriert wurden. Die Hauptaufgabe dieses Forschungsprojekts liegt in der Exploration und Konzeptualisierung des altersgemischten Unterrichts und der ortsbezogenen Bildung. Neben der Entwicklung der theoretischen Grundlagen des altersgemischten Unterrichts und der ortsbezogenen Bildung wird ebenso ein Transfer auf Lehrplan-Ebene angestrebt. Dabei wird empirisch im Schulsetting geforscht: während des Sammelns der biografischen Erzählungen der LehrerInnen in Kleinschulen, durch Beobachtungen des Unterrichts, bei den Interviews der LehrerInnen und SchülerInnenin den kleinen ländlichen Schulen, wo das Leben noch sehr naturnah abläuft, aber wo globale und lokale Veränderungen trotzdem bereits im Ansteigen sind. Diese Forschung wird im Sinne des holistischen Denkansatzes der narrativen Forschung durchgeführt: Wir betrachten unser Leben anhand von Geschichten, die auf Vergangenes als auch auf Gegenwärtiges und Zukünftiges verweist. Wie auch die Ethnographen muss ich zu den Orten reisen, in die Schulen gehen, denn nur dort werden die Narrative erzählt. Ich bin nicht nur Zuhörerin sondern auch aktive Teilnehmerin, und die Narrative werden im Dialog zwischen den TeilnehmerInnen erzählt. Die Inhaltsanalyse und die Methode der narrativen Forschung werden als Analysemethode verwendet. Peter Petersens Untersuchung der altersgemischten Gruppeprozesse und Matti Koskenniemis Idee von sozialer Erziehung werden aufgearbeitet, um Pädagogik im altersgemischten Unterricht und den kulturellen und sozialen Kontext des Orts im Unterricht zu verstehen. Erfahrungen und Erlebnisse des Ortes werden unter dem Blickwinkel der ortsbezogenen Bildung geforscht. Die Studie wird die theoretische Basis über altersgemischten Unterricht und ortsbezogene Bildung eröffnen bzw. erweitern. Von dieser Basis aus kann LehrerInnenbildung stattfinden, sodass das Wissen auch seinen Weg in die Praxis findet. Die Studie wird ebenso die Basis für zukünftige Pilotprojekte zu diesem Themenbereich darstellen. Das Wissen über die Vorteile des altersgemischten Unterrichts und der ortsbezogenenBildung kann bei Schulreformen genützt werden. Die Sammlung der Lehrererzählungen sichert, dass wertvolles, praktisches, in den kleinen Schulen entwickeltes Wissen, für die Zukunft bewahrt wird. Durch die Studie wird Wissen aus vielen "Stimmen" über die Pädagogik an kleinen Schulen gewonnen. Dadurch werden neue Perspektiven auch für die Bildungspolitik eröffnet, die unter anderem auch die Entscheidung über die Schließung bzw. Aufrechterhaltung der kleinen Schulen trifft.

Das Hauptziel dieser Forschung war, neues Wissen über guten Unterricht in altersgemischten Klassen und in ortsbezogener Bildung zu erwerben. Die Untersuchungen wurden auf die die Pädagogik an kleinen Schulen im ländlichen Raum in Österreich (die Volkschule Klasse 14) und Finnland (Klasse 16) fokussiert. In den Schulen unterrichteten zwei oder drei LehrerInnen Kinder unterschiedlichen Alters in der Klasse unterrichtet. Dies nennt man altersgemischten Unterricht. Die sogenannte ortsbezogene Bildung ist ein Spezifikum der Pädagogik an kleinen Schulen: der Ort und dessen charakteristische Merkmale fließen in den Lehrplan der Schule ein. Der Begriff Ort wurde in dieser Forschung als konkreter und erlebter Lebensraum verstanden, der sich mit unserer Identität verflechtet Das empirische Forschungsmaterial wurde in drei österreichischen und zwei finnischen Kleinschulen während mehrerer 23 tägiger Besuche gesammelt: durch Beobachtungen des Unterrichts, bei den Interviews der LehrerInnen und SchülerInnenin, durch schriftliche Erzählungen und Zeichnungen der Kinder und durch Lerntagebücher. Die Forschung wurde im Sinne des holistischen Denkansatzes der narrativen Forschung durchgeführt. Die Inhaltsanalyse und die Methode der narrativen Forschung wurden als Analysemethode verwendet. Das Resultat der Untersuchung: Es konnten zwei Hauptstrategien festgestellt werden, zum einen die Heterogenität der Schüler und Schülerinnen zu verringern, indem Lehrmethoden wie Abteilungsunterricht und Rotationscurricula anwendet; zum anderen nutzt man die Verschiedenartigkeit der Schüler und Schülerinnen durch das Spiral- Curriculum, das Peer Tutoring und durch die persönlichen Arbeitspläne. Für Anfänger im Lehrberuf erscheint der altersgemischte Unterricht anspruchsvoll, leider gibt es kaum Studien hierzu sowohl in der österreichischen als auch in der finnischen Lehrer- und Lehrerinnenausbildung. Die LehrerInnen geben an, dass sie ihren persönlichen Unterricht vorwiegend aus den praktischen Situationen in ihren eigenen Klassen oder mit Hilfe der KollegInnen entwickelt hätten. Die Ergebnisse werden im Kontext der Lehrerausbildung untersucht, um herauszufinden, welche Qualifikationen bei anspruchsvollem altersgemischten Unterricht gebraucht werden.Die ortsbezogene Erziehung in der Schule ist mit sozialem Lernen verknüpft. Wenn man die kleine Schule als vielfältigen Mittelpunkt der Kinder auffasst, dann ist zu erkennen, dass die Kinder physische und soziale Plätze beschreiben, wobei sie die Kooperation untereinander besonders betonen. In diesen Narrativen zeigt sich besonders die Wertschätzung kleiner Einheiten, der Geborgenheit und Ruhe in kleinen Schulen. Gleichzeitig ist die Schule ein Treffpunkt der Eltern und anderer Dorfbewohner, wo soziale Beziehungen aufgebaut werden. Die heterogenen Gruppen in altersgemischten Klassen, sowie eine relativ kleine Anzahl von SchülerInnen und Personal bilden eine spezifische Lerngesellschaft, in der SchülerInnen natürlich zusammen arbeiten und sich sozial entwickeln. Des Weiteren untersucht die Studie Situationen, in denen die kleine Schule soziales Lernen der SchülerInnen auch einschränkt.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Salzburg - 100%

Research Output

  • 61 Zitationen
  • 5 Publikationen
Publikationen
  • 2015
    Titel Multi-grade teaching practices in Austrian and Finnish primary schools
    DOI 10.1016/j.ijer.2015.07.002
    Typ Journal Article
    Autor Hyry-Beihammer E
    Journal International Journal of Educational Research
    Seiten 104-113
    Link Publikation
  • 2014
    Titel School closures in rural Finnish communities. Journal of Research in Rural Education.
    Typ Journal Article
    Autor Autti O
  • 2014
    Titel Sosiaalinen oppiminen välituntipihoilla kaupunkikoulun ja kyläkoulun oppilaiden kertomana. [Social learning during breaks at smaller and larger Finnish schools].
    Typ Journal Article
    Autor Autti O
  • 2013
    Titel Issues of responsibility when conducting research in a northern rural school
    DOI 10.1080/09518398.2012.731538
    Typ Journal Article
    Autor Hyry-Beihammer E
    Journal International Journal of Qualitative Studies in Education
    Seiten 1062-1078
  • 2013
    Titel School as narrated places: Children's narratives of school enjoyment.
    Typ Journal Article
    Autor Autti O
    Journal Education in the North

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