Typenkatalog der archaischen Elektronprägung
A Catalogue of Archaic Electrum Coinage (CAEC)
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (100%)
Keywords
-
Electrum,
Sardes,
Coinage,
Lydia,
Asia Minor,
Ionia
Die älteste Münzprägung der Alten Welt entstand im westlichen Kleinasien des 7. Jahrhunderts v. Chr. in einer Begegnungszone, die einerseits von den griechischen Stadtstaaten Ioniens und andererseits von einer Monarchie orientalischer Tradition, dem Lydischen Reich, geprägt war. Die historischen Prozesse, die zur Erfindung des Münzgeldes führten, ihre Chronologie und die Feststellung der Beteiligten sind trotz einer 150jährigen Forschungsgeschichte noch immer stark umstritten. Das FWF-Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, die Grundlagen für eine erneute Auseinandersetzung mit dem Gegenstand zu liefern, indem das Material, also die Elektronprägungen des 7. und 6. Jahrhunderts v. Chr., in einem Katalogwerk zugänglich gemacht wird. Dieser Katalog, der alsbald in Buchform vorliegen soll, beruht auf einer Datenbank früher Elektronmünzen aus Museumsbeständen, Ausgrabungen, Privatsammlungen und Auktionskatalogen. Da selbst die jüngste Forschung auf diesem Feld sich auf Untersuchungen stützen muss, die mehr als ein halbes Jahrhundert zurückliegen, war das Projekt überfällig.Am Ende des Projekts verzeichnet die Datenbank mehr als 9.000 Einträge. Die Kollationierung des Materials, d.h. der Abgleich von Einträgen, die ein und dasselbe Exemplar betreffen, ist noch nicht abgeschlossen, aber es lässt sich bereits abschätzen, dass kaum weniger als 7.500 Münzen erfasst sind. Sobald die Datenbank gemäß der Katalogsystematik durchgearbeitet und der Katalog publiziert sein wird, soll die bei der American Numismatic Society in New York an- gesiedelte Datenbank im Internet zur Verfügung stehen.Im Rahmen des Projektes wurden metallurgische Analysen nicht nur eingepflegt, sondern auch in Auftrag gegeben. Ferner wurde die Aufarbeitung der einschlägigen Hortfunde in Angriff genommen. Bei der Sichtung der Bestände stellte sich heraus, dass mehrere spätarchaische Silberschatzfunde tatsächlich auch Elektronmünzen enthielten, welche jedoch aufgrund ihres in dieser Zeit stark reduzierten Goldgehaltes in der Fachliteratur falsch rubriziert worden waren.Da die typologische Ordnung des geplanten Katalogwerkes es geradezu erzwingt, sich über den Zusammenhang äußerlich verwandter Elektronserien klarzuwerden und dabei zugleich auch die innere Organisation dieser Serien zu erforschen, wurde einzelne Stempelstudien erarbeitet: Untersuchungen, die sämtliche nachweisbaren Exemplare einer Serie erfassen und sie, Stempel für Stempel, in ihren Prägezusammenhang setzen. Dabei erwies sich einerseits, dass größere Serien wie die lydische, die milesische oder jene des Signatars Phanes alles andere als primitiv, sondern raffiniert organisiert sind. Zum anderen ließen sich auch mehrere Überkopplungen zwischen Serien nachweisen, deren Vorderseitenbilder unterschiedlich sind. Den hierdurch aufgeworfenen Fragen wird in einem Folgeprojekt (P30147G25) nachzugehen sein.
Research Output
- 4 Publikationen
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2016
Titel Horses with and without wings. Typ Book Chapter -
2016
Titel Horses with and without wings. Typ Book Chapter Autor Fischer-Bossert W -
2016
Titel Brüllende Löwen. Eine Elektronserie des 6. Jahrhunderts v. Chr. Typ Journal Article Autor Fischer-Bossert W Journal Journal Mitteilungen der Österreichischen Numismatischen Gesellschaft -
2016
Titel Die Geburt des Münzgeldes. Die frühe Elektronprägung. Typ Journal Article Autor Wartenberg U Journal Mitteilungen der Österreichischen Numismatischen Gesellschaft