Intervision: Popularmusik und Politik in Osteuropa
Intervision: Popular Music and Politics in Eastern Europe
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (50%); Kunstwissenschaften (25%); Politikwissenschaften (25%)
Keywords
-
Intervision Song Contest,
Popular Music,
Eastern Europe,
International Relations,
Communism,
History
Während des Kalten Krieges organisierten osteuropäische nationale Fernsehveranstalter den Intervision Song Contest (ISC) als sozialistische Alternative zu Westeuropas Eurovision Song Contest (ESC). Doch im Gegensatz zum ESC ist der ISC kaum ein Gegenstand akademischer Forschung gewesen. Ebenso wie der ESC als eine Widerspiegelung der europäischen Politik oft interpretiert wird, untersucht dieses Projekt die kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Gründen für die Entwicklung und den Rückgang des ISC und erwägt, was uns der ISC über die Beziehungen zwischen den Osteuropäer während des Kalten Krieges und zwischen Ost- und Westeuropäer während und nach dieser Zeit erzählen kann. Dieses Projekt erstellt erstamalig eine transnationale Geschichte des ISC. Es ist außerdem innovativ, weil es untersucht, wie Popularmusik, die in Osteuropa produziert wurde, von osteuropäischen Staaten in ihren Kulturdiplomatie verwendet wurde. Wissenschaftliche Studien über Popularmusik und Kulturdiplomatie im Kalten Krieg neigen dazu, sich auf die amerikanische Popularmusik und ihre Auswirkungen auf Europa zu konzentrieren. Bei diesem Projekt liegt der Schwerpunkt auf der Verwendung der osteuropäischen Popularmusik, um die nationalen Interessen und Identitäten innerhalb des Ostblocks zu artikulieren. Das Projekt nutzt den ISC, um die kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Hierarchien, Stereotypen und Spannungen zwischen den osteuropäischen Staaten zu analysieren. Ein Ziel dieses Projekts ist, die westeuropäischen Vorurteile gegenüber Osteuropa, welches oft als kulturell rückständig, geschlossen und homogen angesehen wird (siehe diverse Medienberichte bezüglich der Teilnahme der osteuropäischen Staaten am Eurovision Song Contest), herauszufordern. Das Projekt untersucht, ob osteuropäische Staaten trotz der politischen Zensur von ihren regierenden kommunistischen Parteien offener für westeuropäische Kultureinflüsse während des Kalten Krieges waren, als es gewöhnlich in der Geschichtsschreibung ausgenommen wurde. Der ISC war beispielsweise offener für die Zusammenarbeit mit westeuropäischen nationalen Fernsehveranstalter wie zum Beispiel Österreichs ORF - als der ESC mit den osteuropäischen. Dieses Projekt behandelt den ISC als Teil eines paneuropäischen Netzwerks, das die Popularmusikindustrie auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangsverband und zur Bildung einer gemeinsamen europäischen Populärkultur durch das Hervorbringen der Stars, welche sowohl in Ost- als auch in Westeuropa populär waren, beitrug. Dieses Projekt wird auf einer originellen Sammlung von Aufnahmen und Dokumenten aus den Archiven der deutschen, österreichischen, polnischen und tschechischen nationalen Fernsehveranstaltern sowie der Europäischen Rundfunkunion (eine Organisation, die die nationalen Rundfunk- und Fernsehveranstaltern Europas umschließt) basiert. Das Projekt wird von Dr. Dean Vuletic, der vorher als Marie Sklodowska-Curie Fellow die Geschichte des ESC erforscht hatte, geführt. Die Ergebnisse des Projekts werden eine wissenschaftliche Monographie, zwei wissenschaftliche Artikel, einen internationalen Workshop und ein Seminar beinhalten und zugleich wird die Forschung auch durch Konferenz-Präsentationen, Internet-Blogs und Interviews in den Medien verbreitet.
Während des Kalten Krieges organisierten osteuropäische nationale Fernsehveranstalter den Intervision Song Contest zuerst in der Tschechoslowakei von 1965 bis 1968 und danach in Polen von 1977 bis 1980 als Alternative zu Westeuropas Eurovision Song Contest. Doch im Gegensatz zum Eurovision Song Contest war der ISC bisher kaum ein Gegenstand wissenschaftlicher Forschung gewesen. Dieses Projekt erstellte die erste transnationale Geschichte des Intervision Song Contests.
Ebenso wie der ESC als eine Widerspiegelung der europäischen Politik oft interpretiert wird, untersuchte dieses Projekt die kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Gründen für die Entwicklung und den Rückgang des Intervision Song Contests und wie er die Beziehungen zwischen den Osteuropäer während des Kalten Krieges und zwischen Ost- und Westeuropäer während und nach dieser Zeit widerspiegelte und prägte. Mit seinem Schwerpunkt auf der Verwendung der osteuropäischen Popularmusik in den Kulturdiplomatien der osteuropäischen Staaten, um die nationalen Interessen und Identitäten innerhalb des Ostblocks zu artikulieren, nutzte das Projekt den Intervision Song Contest, um die kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Hierarchien, Stereotypen und Spannungen zwischen den osteuropäischen Staaten zu analysieren.
Ein anderes Ziel dieses Projekts war, die westeuropäischen Vorurteile gegenüber Osteuropa, welches oft als kulturell rückständig, geschlossen und homogen angesehen wird (siehe aktuelle Medienberichte bezüglich der Teilnahme der mittel- und osteuropäischen Staaten am Eurovision Song Contest), herauszufordern. Das Projekt hob wie die osteuropäischen Staaten trotz der politischen Zensur von ihren regierenden kommunistischen Parteien offener für westeuropäische Kultureinflüsse während des Kalten Krieges waren, als es oft ausgenommen wurde, hervor. Der Intervision Song Contest war beispielsweise offener für die Zusammenarbeit mit westeuropäischen nationalen Fernsehveranstalter - wie zum Beispiel Österreichs ORF - als der Eurovision Song Contest mit den osteuropäischen. Dieses Projekt kam zu dem Schluss, dass der Intervision Song Contest Teil eines paneuropäischen Netzwerks, das die Popularmusikindustrie auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs verband und zur Bildung einer gemeinsamen europäischen Populärkultur durch das Hervorbringen der Stars, welche sowohl in Ost- als auch in Westeuropa populär waren, beitrug.
Dieses Projekt basierte auf einer originellen Sammlung von Aufnahmen und Dokumenten aus den Archiven der ostdeutschen, österreichischen, polnischen, sowjetischen und tschechoslowakischen nationalen Rundfunkanstalten sowie der Europäischen Rundfunkunion. Das Projekt wurde von dem Historiker der Zeitgeschichte Europas Dr. Dean Vuletic, der als Autor des Buches <
- Universität Wien - 100%
Research Output
- 4 Publikationen
- 8 Disseminationen
- 1 Wissenschaftliche Auszeichnungen
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2019
Titel Musical Diplomacy: The Eurovision Song Contest in Tel Aviv Typ Journal Article Autor Vuletic D Journal Georgetown Journal of International Affairs Link Publikation -
2019
Titel The Intervision Song Contest: A Commercial and Pan-European Alternative to the Eurovision Song Contest; In: Eastern European Popular Music in a Transnational Context: Beyond the Borders Typ Book Chapter Autor Vuletic D Verlag Palgrave Macmillan Seiten 173-190 Link Publikation -
0
Titel The Intervision Song Contest: Musical Diplomacy in Cold War Europe Typ Book Autor Vuletic D -
0
Titel The Intervision Song Contest Typ Journal Article Autor Vuletic D Journal Quaestio Rossica
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2018
Titel Presentations of research results to professional practitioners Typ A talk or presentation -
2018
Titel Writing of blogs and magazine articles Typ A magazine, newsletter or online publication -
2018
Link
Titel Presentation on career development Typ A talk or presentation Link Link -
2017
Titel Participation in expert panel discussions Typ A formal working group, expert panel or dialogue -
2018
Link
Titel Organisation of workshop Typ Participation in an activity, workshop or similar Link Link -
2017
Link
Titel Commentaries and interviews in the media Typ A press release, press conference or response to a media enquiry/interview Link Link -
2018
Link
Titel Development of personal website Typ Engagement focused website, blog or social media channel Link Link -
2018
Titel Participation in television documentaries Typ A broadcast e.g. TV/radio/film/podcast (other than news/press)
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2019
Titel Invited guest lectures and keynote speeches Typ Personally asked as a key note speaker to a conference Bekanntheitsgrad Continental/International