EINE PHÄNOMENOLOGISCHE UNTERSUCHUNG GETEILTER ANGST
A Phenomenological Investigation Into Shared Anxiety
Wissenschaftsdisziplinen
Philosophie, Ethik, Religion (100%)
Keywords
-
Phenomenology,
Anxiety,
Emotion,
Intentionality,
Culture,
Embodiment
Angstgefühle sind heutzutage ein weit verbreitetes Problem in der Gesellschaft. Im Jahr 2013 wurden in Großbritannien 8,2 Millionen Fälle von Angststörungen berichtet.1 In den USA waren 40 Millionen Erwachsene von Angststörungen betroffen (18% der Bevölkerung).2 Trotz ihrer großen Verbreitung mangelt es bislang an Konzeptualisierung und Verständnis im Sinne dieses Projekts. Dessen innovative und wegweisende Bedeutung besteht in der Annahme, dass nicht allein die individuellen Erfahrungen von Angst berücksichtigt werden müssen, um ein Verständnis von Angst zu bekommen, sondern auch ihre geteilten Dimensionen (shared dimensions). Bis heute gibt es keine nachhaltige Analyse der Beziehung zwischen individuellen und geteilten Erfahrungen der Angst. Dieses Projekt widmet sich dieser Forschungslücke durch den Entwurf eines neuen theoretischen Modells, das dazu dient die Beziehung zwischen individuellen und geteilten Fällen von Angst zu erklären, indem es die affektiven, leiblichen (embodied) und kulturellen Dimensionen schematisiert. Die Beziehung zwischen individueller und geteilter Angst zu erläutern, hat potenziell weitreichende Implikationen, speziell in Bezug auf ein Verständnis der dynamischen Prozesse, welche mit bedeutenden gesellschaftlichen und politischen Begebenheiten einhergehen. Die übergreifenden Ziele des Projekts sind: 1: Entwicklung einer philosophisch anspruchsvollen Darstellung geteilter Angst. 2: Erklärung der Beziehung zwischen individueller und geteilter Angst, indem affektive, leibliche (embodied) und kulturelle Dimensionen der Angst angesprochen werden. Durch die Anwendung phänomenologischer Methoden wird dieses Projekt darlegen, inwiefern Angst eine geteilte Emotion sein kann. Die Einbindung der Phänomenologie steht in starkem Kontrast dazu, wie Angst gewöhnlich verstanden wird. Seit dem 20. Jahrhundert wird Angst tendenziell verstanden als (i) ein Befinden, das durch Verhaltensbeobachtung untersucht werden kann, (ii) ein Zustand, der durch die Analyse kognitiver Prozesse verstanden werden kann, (iii) eine Erfahrung, die am ehesten als ein System neurologischer Reaktionen im Gehirn zu verstehen ist. Jedoch verlangen Angstgefühle nicht allein einen konzeptuellen Zugang, sondern auch ein Augenmerk auf die Erfahrung als solche, denn ohne eine Berücksichtigung dieser Dimension ist unser Verständnis von Angst begrenzt. Die Phänomenologie ist eine Methode die angewendet wird, um Aspekte menschlicher Erfahrung zu analysieren und speziell um zu verstehen, wie diese Aspekte in einem größeren zugrundeliegenden Kontext zu verorten sind, welcher die kulturellen, gesellschaftlichen, politischen und gender-spezifischen Dimensionen einschließt. Das hier vorgeschlagene Forschungsprojekt argumentiert dafür, dass wir durch die Anwendung der phänomenologischen Methode darlegen können, inwiefern Angst nicht allein eine individuelle, sondern auch eine geteilte Emotion ist. Das Projekt wird folgende Ergebnisse erzielen 1. Die Entwicklung eines theorieübergreifenden Modells geteilter Angst, das auf verschiedene affektive Zustände anwendbar ist und damit neue Forschungsbereiche eröffnet. 2. Fortschritte im philosophischen Forschungsbereichs kollektiver Intentionalität und geteilter Emotionen, indem die Aufmerksamkeit auf die vielschichtige Komplexität geteilter Emotionen gelenkt wird. 3. Fortschritt im Bereich der Angstforschung. Bis heute gibt es keine nachhaltige Analyse von Angst als einer geteilten Emotion. Sich dieser Forschungslücke zu widmen, ist nicht allein von akademischer Relevanz, sondern praktisch und zeitgemäß in Anbetracht des gesellschaftlichen Status der Angst als ein kulturelles Phänomen. 1 https://www.mentalhealth.org.uk/statistics/mental-health-statistics-anxiety 2 https://www.adaa.org/about-adaa/press-room/facts-statistics
Angstgefühle sind heutzutage ein weit verbreitetes Problem in der Gesellschaft. Im Jahr 2013 wurden in Großbritannien 8,2 Millionen Fälle von Angststörungen berichtet. In den USA waren 40 Millionen Erwachsene von Angststörungen betroffen (18% der Bevölkerung). Trotz ihrer großen Verbreitung mangelt es bislang an Konzeptualisierung und Verständnis im Sinne dieses Projekts. Dessen innovative und wegweisende Bedeutung besteht in der Annahme, dass nicht allein die individuellen Erfahrungen von Angst berücksichtigt werden müssen, um ein Verständnis von Angst zu bekommen, sondern auch ihre geteilten Dimensionen (shared dimensions). Bis heute gibt es keine nachhaltige Analyse der Beziehung zwischen individuellen und geteilten Erfahrungen der Angst. Dieses Projekt widmet sich dieser Forschungslücke durch den Entwurf eines neuen theoretischen Modells, das dazu dient die Beziehung zwischen individuellen und geteilten Fällen von Angst zu erklären, indem es die affektiven, leiblichen (embodied) und kulturellen Dimensionen schematisiert. Die Beziehung zwischen individueller und geteilter Angst zu erläutern, hat potenziell weitreichende Implikationen, speziell in Bezug auf ein Verständnis der dynamischen Prozesse, welche mit bedeutenden gesellschaftlichen und politischen Begebenheiten einhergehen. Durch die Anwendung phänomenologischer Methoden wird dieses Projekt darlegen, inwiefern Angst eine geteilte Emotion sein kann. Die Einbindung der Phänomenologie steht in starkem Kontrast dazu, wie Angst gewöhnlich verstanden wird. Seit dem 20. Jahrhundert wird Angst tendenziell verstanden als (i) ein Befinden, das durch Verhaltensbeobachtung untersucht werden kann, (ii) ein Zustand, der durch die Analyse kognitiver Prozesse verstanden werden kann, (iii) eine Erfahrung, die am ehesten als ein System neurologischer Reaktionen im Gehirn zu verstehen ist. Jedoch verlangen Angstgefühle nicht allein einen konzeptuellen Zugang, sondern auch ein Augenmerk auf die Erfahrung als solche, denn ohne eine Berücksichtigung dieser Dimension ist unser Verständnis von Angst begrenzt. Die Phänomenologie ist eine Methode die angewendet wird, um Aspekte menschlicher Erfahrung zu analysieren und speziell um zu verstehen, wie diese Aspekte in einem größeren zugrundeliegenden Kontext zu verorten sind, welcher die kulturellen, gesellschaftlichen, politischen und gender-spezifischen Dimensionen einschließt. Das hier vorgeschlagene Forschungsprojekt argumentiert dafür, dass wir durch die Anwendung der phänomenologischen Methode darlegen können, inwiefern Angst nicht allein eine individuelle, sondern auch eine geteilte Emotion ist. Das Projekt wird folgende Ergebnisse erzielen 1. Die Entwicklung eines theorieübergreifenden Modells geteilter Angst, das auf verschiedene affektive Zustände anwendbar ist und damit neue Forschungsbereiche eröffnet. 2. Fortschritte im philosophischen Forschungsbereichs kollektiver Intentionalität und geteilter Emotionen, indem die Aufmerksamkeit auf die vielschichtige Komplexität geteilter Emotionen gelenkt wird. 3. Fortschritt im Bereich der Angstforschung. Bis heute gibt es keine nachhaltige Analyse von Angst als einer geteilten Emotion. Sich dieser Forschungslücke zu widmen, ist nicht allein von akademischer Relevanz, sondern praktisch und zeitgemäß in Anbetracht des gesellschaftlichen Status der Angst als ein kulturelles Phänomen.
- Universität Wien - 100%
- Hans Bernhard Schmid, Universität Wien , assoziierte:r Forschungspartner:in
- Jan Slaby, Freie Universität Berlin - Deutschland
- Achim Stephan, Universität Osnabrück - Deutschland
Research Output
- 62 Zitationen
- 9 Publikationen
- 2 Disseminationen
- 4 Wissenschaftliche Auszeichnungen
- 1 Weitere Förderungen
-
2020
Titel The uncanny DOI 10.4324/9781315180786-53 Typ Book Chapter Autor Trigg D Verlag Taylor & Francis Seiten 553-563 -
2018
Titel E. Rizo-Patron, E. Casey, J. Wirth, Adventures in phenomenology DOI 10.19079/pr.4.1.24 Typ Journal Article Autor Trigg D Journal Phenomenological Reviews Seiten 24 Link Publikation -
2018
Titel Situated Anxiety: A Phenomenology of Agoraphobia DOI 10.1007/978-3-319-92937-8_11 Typ Book Chapter Autor Trigg D Verlag Springer Nature Seiten 187-201 -
2021
Titel Atmospheres and Shared Emotions Typ Book Autor Trigg editors Trigg, D Verlag Routledge Link Publikation -
2021
Titel “It Happens, But I’m Not There”: On the Phenomenology of Childbirth DOI 10.1007/s10746-021-09585-4 Typ Journal Article Autor Trigg D Journal Human Studies Seiten 615-633 Link Publikation -
2019
Titel At the limits of one's own body DOI 10.19079/metodo.7.1.75 Typ Journal Article Autor Trigg D Journal Metodo. International Studies in Phenomenology and Philosophy Seiten 75-108 Link Publikation -
2020
Titel The role of atmosphere in shared emotion Typ Journal Article Autor Trigg Journal Emotion, Space, Society Seiten 1-7 Link Publikation -
2020
Titel Beyond Human and Animal; In: Perception and the Inhuman Gaze - Perspectives from Philosophy, Phenomenology, and the Sciences DOI 10.4324/9780367815707-22 Typ Book Chapter Verlag Routledge -
2020
Titel The role of atmosphere in shared emotion DOI 10.1016/j.emospa.2020.100658 Typ Journal Article Autor Trigg D Journal Emotion, Space and Society Seiten 100658
-
2020
Titel "Spatial Phobias: a Phenomenological Perspective," Typ Personally asked as a key note speaker to a conference Bekanntheitsgrad Continental/International -
2020
Titel "Some Kind of Monster: On the Atmosphere of Covid-19," Typ Personally asked as a key note speaker to a conference Bekanntheitsgrad Regional (any country) -
2019
Titel "Anxiety as an Atmosphere," Typ Personally asked as a key note speaker to a conference Bekanntheitsgrad National (any country) -
2018
Titel "Atmospheres of Shared Emotion," Typ Personally asked as a key note speaker to a conference Bekanntheitsgrad National (any country)
-
2020
Titel FWF Stand Alone Typ Research grant (including intramural programme) Förderbeginn 2020 Geldgeber Austrian Science Fund (FWF)