Hugo von Hofmannsthal und Darstellerinnen seines Werks
Hugo von Hofmannsthal and the Female Performers of His Work
Wissenschaftsdisziplinen
Kunstwissenschaften (40%); Soziologie (35%); Sprach- und Literaturwissenschaften (25%)
Keywords
-
Gender,
Constructions Of Femininity,
Performance In Drama Theatre,
Performance In Musical Theatre,
Autobiographical Writing,
Dramaturgy
Dieses Projekt beschäftigt sich mit den Auswirkungen Hugo von Hofmannsthals Werk auf das Leben und die Kunst der Darstellerinnen, die mit dem Schriftsteller zusammenarbeiteten (Gertrud Eysoldt, Maria Jeritza, Marie Gutheil-Schoder), und versucht herauszufinden, was die Analyse der Dokumentation der szenische Darstellung uns über das bahnbrechende Werk des österreichischen Autors erzählen kann und vice versa. Dabei wird Hofmannsthals Werk als performatives Szenario für einen kulturellen Wandel gelesen, in dem es um die Neudefinition der Geschlechterrollen ging. Die Hypothese ist, dass einerseits dieses Werk davon lebt, wie die Künstlerinnen des frühen 20. Jahrhunderts die Konstruktionen von Weiblichkeit sowohl in ihrem Leben als auch in ihrer Kunst neu definierten; und dass andererseits dieses Werk neue Rahmen produziert, in denen die ("befreite") Weiblichkeit von einer Gesellschaft verstanden werden sollte, die gleichwohl überwiegend patriarchalisch geblieben war. Die Künstlerinnen, die im Mittelpunkt dieses Projekt stehen, näherten sich den Texten von Hofmannsthal als Herausforderungen, und die Art und Weise, wie sie die jeweiligen Rollen spielten (und oft auch die Art, wie sie ihr Selbstbild auf der Bühne und im Privatleben konstruierten) sind eine Antwort auf diese Herausforderung. Diese Forschung soll ein neues Licht auf die Geschichte der Darstellungskunst ebenso werfen wie auf das Werk von Hofmannsthal als Autor und Theatermensch, vor allem aber auf das Zusammenspiel zwischen den verschiedenen AkteurInnen des theatralischen Prozesses, auch in der Gender-Dimension. Hofmannsthals Nachlass bietet eine einmalige Quelle für die Dynamik der Beziehungen zwischen Dramatiker, Regisseur und Darstellerin in einem Zeitraum, als sich der Übergang vom Schauspieler-zentrierten Paradigma zum Regietheater vollzog und die DarstellerInnen nach und nach an den Rand gedrängt wurden. Mit seinem innovativen methodologischen Ansatz will das Projekt dem Verständnis der Theaterreform der vorletzten Jahrhundertwende eine genderspezifische Dimension hinzufügen. Diese Forschung bewegt sich an der Schnittfläche von Literaturwissenschaft, Theaterwissenschaft, Gender Studies und Life Writing Studies. Sie versucht, den komplexen Hypertext der Kultur zu rekonstruieren und die Hierarchie zu hinterfragen, die veröffentlichten literarischen Texte über die Darstellungskunst des Theaters, die autobiographische Schriften oder " Lebenstexte" (ein Begriff entlehnt aus den Untersuchungen über die Kultur des russischen "Silbernen Zeitalters"). Umfangreiche archivalische Forschung ist unabdingbar, und es sollen Strategien der Frauengeschichte und der gender-sensitiven Analyse von autobiographischen Schriften angewendet und entwickelt werden. Hofmannsthals von Schauspielerinnen- Persönlichkeiten inspiriertes literarisches Werk soll einer Lektüre unterzogen werden, welche die Spuren der komplexen Verhandlungen zwischen den verschiedenen AkteurInnen des kulturellen Wandels freilegt, mit dem Ziel, die Bedeutung der Handlungsmacht der Darstellerinnen herauszuarbeiten bzw. wieder herzustellen.
Dieses Projekt beschäftigte sich mit den Auswirkungen von Hofmannsthals Werk auf die Kunst der Darstellerinnen, mit der Art und Weise, wie sie auf die Herausforderungen seines Werkes reagierten (und vice versa) und versuchte herauszufinden, was die Analyse der Dokumentation der szenischen Darstellung uns über das bahnbrechende Werk des österreichischen Autors erzählen kann. Dabei wird Hofmannsthals Werk als performatives Szenario für einen kulturellen Wandel gelesen, in dem es um die Neudefinition der Geschlechterrollen ging. Die Hypothese war, dass einerseits dieses Werk davon lebt, wie die Künstlerinnen des frühen 20. Jahrhunderts die Konstruktionen von Weiblichkeit neu definierten; und dass andererseits dieses Werk neue Rahmen produziert, in denen die ("befreite") Weiblichkeit von einer Gesellschaft verstanden werden sollte, die gleichwohl überwiegend patriarchalisch geblieben war. Diese Forschung konzentrierte sich auf die Rollen in den Werken von Hofmannsthal, die von den folgenden Darstellerinnen dargestellt wurden: Gertrud Eysoldt, Susanne Desprès, Stanislawa Wysocka, Tamara Karsavina, Tilla Durieux, Marie Gutheil-Schoder, Ami Schwaninger, Anna Bahr-Mildenburg, Margit Bokor. Diese Forschung wirft ein neues Licht auf die Geschichte der Darstellungskunst ebenso wie auf das Werk von Hofmannsthal als Autor und Theatermensch, vor allem aber auf das Zusammenspiel zwischen den verschiedenen Akteur_innen des theatralischen Prozesses, insbesondere in der Gender-Dimension. Hofmannsthals Nachlass bietet eine einmalige Quelle für die Dynamik der Beziehungen zwischen Dramatiker, Regisseur und Darstellerin in einem Zeitraum, als sich der Übergang vom Schauspieler_innen-zentrierten Paradigma zum Regietheater vollzog und die Darsteller_innen nach und nach an den Rand gedrängt wurden. Zu den innovativen methodologischen Ansätzen des Projekts gehört die genderspezifische Verständnis der Theaterreform der vorletzten Jahrhundertwende, die dazu führte, dass die Hierarchie zwischen verschiedenen Akteur_innen der Theaterproduktion neu geordnet wurde und ein Produktionsmodell, das bis heute dominiert, etabliert wurde. Diese Forschung bewegt sich an der Schnittfläche von Literaturwissenschaft, Theaterwissenschaft, Gender Studies und Life Writing Studies. Sie versucht, den komplexen Hypertext der Kultur zu rekonstruieren und die Hierarchie zu hinterfragen, die veröffentlichte literarische Texte über die Darstellungskunst des Theaters, autobiographische Schriften oder "Lebenstexte". Eine der wichtigsten Aspekte war die geschlechtsspezifische Analyse autobiografischer Schriften der Darstellerinnen (zu denen auch Archivbefunde, wie die unveröffentlichten Briefe von Gertrud Eysoldt und die Tagebücher von Anna Bahr-Mildenburg, gehörten). Bisher unbekannte oder übersehene Theaterkritiken gehören zu weiteren wichtigen Entdeckungen. Sowohl Hofmannsthals Werk als auch die Presseäußerungen auf seine Bühnenrealisierung wurden kritisch gelesen, um Spuren komplexer Verhandlungen zwischen verschiedenen Akteur_innen des Kulturwandels aufzudecken, mit dem Ziel, die Handlungsmacht der Darstellerinnen wiederherzustellen und ein Erbe zu beanspruchen, das zur Genealogie von gegenwärtigen geschlechts- und diversitätssensiblen Künstler_innen gehört.
Research Output
- 3 Publikationen
- 2 Disseminationen
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2021
Titel Elektra from the lower depths? DOI 10.1111/oli.12282 Typ Journal Article Autor Jakubova N Journal Orbis Litterarum Seiten 28-47 -
2019
Titel Cabaret as laboratory of director-centered theatre? The case of Reinhardt’s circle: Gendered perspective. From Schall und Rauch to Elektra by Hofmannsthal DOI 10.22394/2412-9410-2019-5-4-132-148 Typ Journal Article Autor Jakubova N Journal Shagi / Steps Seiten 132-148 Link Publikation -
2021
Titel Elektra from the lower depths? DOI 10.21939/elektra-preprint Typ Other Autor Jakubova N Link Publikation