Formen der Migration in zeitgenössischer Literatur
Forms of Migration in 21st Century Literature
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Geisteswissenschaften (10%); Geschichte, Archäologie (10%); Sprach- und Literaturwissenschaften (80%)
Keywords
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Migration And Diaspora,
Cultural Memory,
Transnationalism,
Aesthetics,
Contemporary Literature
Formen der Migration in zeitgenössischer Literatur verbindet Forschung zu Migration, kulturellem Gedächtnis und Literaturwissenschaft mit Hinblick auf die Frage: Welche literarischen Ausdrucksformen prägen unser Verständnis von Migration? Dieses Forschungsprojekt zeigt auf, dass sich die zeitgenössische Migrationsliteratur neuer und einzigartiger literarischer Ausdrucksformen bedient. Hierbei sind sowohl die Bezugnahme auf gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Faktoren zu Migration und Mobilität als auch literaturhistorische und ästhetische Aspekte von Bedeutung. Der Analyse liegen zeitgenössische Werke zum Thema Erinnerung, Migration und Mobilität von Autoren und Autorinnen aus Südosteuropa, Nordamerika und der türkischen Diaspora zugrunde. Das vorgenommene Projekt argumentiert, dass sich globale Veränderungen, wie z.B. die Flüchtlingskrise in Europa, die Zunahme von nationalistischen und populistischen Regierungsformen, und Terrorbewegungen in neuen Erzählformen in den unterschiedlichen Gattungen manifestieren. Auch wer diese Erzählungen hört oder liest unterliegt einem globalen Wandel. In diesem Kontext ist ein Verständnis dafür, wie unterschiedliche Kulturen interagieren, von großer Bedeutung. Ständig bilden sich neue Identitäten und Kulturen aufgrund dieses globalen Wandels aus. Literarische Texte aus unterschiedlichen Im/migrationskulturen aus Südosteuropa, Nordamerika und der türkischen Diaspora erlauben einen Einblick in die Erzählkulturen, die diesen globalen Wandel einerseits widerspiegeln und anderseits mittragen. Hierbei leistet das vorgeschlagene Forschungsprojekt Pionierarbeit aufgrund des komparatistischen Ansatzes wie auch durch seine Zuwendung auf narrative und lyrische Gattungsformen. Im Zentrum des Projekts stehen die ästhetischen Strategien diverser Texte und deren Bezugnahme auf historische und gesellschaftliche Kontexte. Somit vereint dieses Projekt literaturwissenschaftliche Fragestellungen zu Form und Ästhetik mit geschichts- und sozialwissenschaftlichen Zugängen. Zusätzlich zu der wissenschaftlichen Ausrichtung des Projekts werden in dessen Laufzeit auch Veranstaltungen für eine breite Öffentlichkeit, in welchen die Diskussion von zeitgenössischer Migrationsliteratur aber auch die Vernetzung mit Autoren und Autorinnen mit Migrationshintergrund in der Region um Graz, angeboten. Zu einen Zeitpunkt, an dem Fragestellungen zu Migration und Integration zentraler Bestandteil politischer Entscheidungen in der Europäischen Union, der Türkei und den USA sind, stellt das vorgeschlagene Forschungsprojekt wichtige Zusammenhänge auf die aus der zeitgenössischen Literatur kommenden Reaktionen auf diese Situation her.
Das Projekt zielte darauf ab, Aufmerksamkeit für MigrantInnenliteratur zu generieren. Um dies zu erreichen, richtete ich den Fokus auf die unterschiedlichen Schreibstile der AutorInnen, wobei ein besonderes Augenmerk den experimentellen Stilen galt. Mein Projekt setze sich dazu aus zwei Teilbereichen zusammen: einerseits aus wissenschaftlicher Recherche in Form von Journal-Artikeln sowie aus dem Fortschritt eines akademischen Buches und andererseits aus Veranstaltungen, die darauf ausgelegt waren, ein größeres und breit aufgestelltes Publikum in Kontakt mit AutorInnen mit Migrationshintergrund zu bringen. Mein Forschungsschwerpunkt konzentrierte sich auf transnationale, experimentelle Lyrik, die von Frauen. Der Grund warum ich experimentelle Stile in der Lyrik von Frauen untersuchte, ist, um zu veranschaulichen wie ihre Werke zum Forschungsfeld der transnationalen feministischen Theorie beitragen. Ich untersuchte zehn wissenschaftliche Texte, die als repräsentativ für transnationale feministische Theorie gelten, und stellte fest, dass bei weniger als 5% aller einbezogenen Texte das Hauptaugenmerk auf Aspekten der Lyrik liegt. Der Großteil der WissenschaftlerInnen zieht Autobiografien, Essays und fiktionale Texte der Lyrik vor. Ich argumentierte, dass solch dürftige Aufmerksamkeit gegenüber Lyrik ironisch sei, wo sich doch die fundamentalen Bücher der transnationalen feministischen Theorie auf Lyrikwerke und auf Werke -oder zumindest davon inspiriert wurden. Diese Erkenntnisse waren der Ausgangspunkt meines wissenschaftlichen Buchprojektes. In meinem Buch werde ich daher näher auf transnationale Gedichtbände eingehen, von denen ich glaube, dass sie zu den Zielen des transnationalen Feminismus beitragen. Die internationale Konferenz zum Thema Migrationsstudien, die in Graz stattfand, organisierte ich 2019 und war die erste ihrer Art. Das Alleinstellungsmerkmal der Konferenz definierte sich dadurch, dass wir Werke von unterschiedlichsten MigrantInnengemeinschaften dieser Welt vorgestellt haben, die Politik mit Diskussionen über die verschiedenen Stile der AutorInnen und KünstlerInnen miteinander verbunden haben, anstatt sich ausschließlich auf politische Fragen zu konzentrieren. Das Konzept ging auf, denn die Konferenz zog über 40 TeilnehmerInnen aus zahlreichen Ländern von fünf Kontinenten an. Als das Programm der Konferenz auf academia.edu veröffentlicht wurde, welche die führende Online-Plattform für Networking und Wissensverbreitung unter WissenschaftlerInnen ist, war das Interesse immens, sodass wir es unter die Top 2% der meist gelesenen Dokumente in der Veröffentlichungswoche geschafft haben. Aus dieser Konferenz heraus entwickle ich nun eine Plattform namens Forms of Migration Research Collective (FMCR). Diese Plattform wird die Aufgabe haben weiterhin Veranstaltungen, Forschung und Kunst zu unterstützen, die sich zur Frage stellen, welche Arten von Narrativen unser Verständnis von den Dynamiken und Identitäten, in denen transnationale Migrationsprozesse eine Rolle spielen, formen. Als Teil der Konferenz organisierte ich außerdem ein Nebenevent für die Grazer Szene. 5 AutorInnen und KünstlerInnen mit Migrationshintergrund traten im Grazer Kunstverein auf. Die gutbesuchte und unterhaltsame Veranstaltung gab dem breit aufgestellten Publikum die Möglichkeit mit den AutorInnen und KünstlerInnen ins Gespräch zu kommen, um so Bewusstseinsbildung für kulturelle Beiträge von MigrantInnen aus aller Welt zu fördern.
- Universität Graz - 100%
Research Output
- 2 Publikationen
- 1 Künstlerischer Output
- 8 Disseminationen
- 3 Wissenschaftliche Auszeichnungen
- 1 Weitere Förderungen
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2019
Titel "Transa as Metaphor for the U.S.-Mexico Border."; In: The Routledge Companion to Transnational American Studies Typ Book Chapter Autor Reimer Verlag Routledge Seiten 316-326 Link Publikation -
2020
Titel "Precarity and the Practice of Chicano/a Poetry: Javier O. Huerta's American Copia." Typ Journal Article Autor Reimer Journal Aztlan: A Journal of Chicano Studies Seiten 109-134 Link Publikation
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2019
Titel Forms of Migration Performance Event Typ Artistic/Creative Exhibition
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2018
Titel Guest Speaker (Andrasy) Typ A talk or presentation -
2019
Titel CES Presentation Typ Participation in an activity, workshop or similar -
2020
Titel Guest Speaker, Gender KFU Graz and Gaza Typ A talk or presentation -
2019
Titel Keynote, Fribourg Typ A talk or presentation -
2019
Titel Guest Speaker, FUS Typ A formal working group, expert panel or dialogue -
2018
Titel Keynote Speaker, REAF Typ A formal working group, expert panel or dialogue -
2019
Titel Guest Speaker, Obama Institute Typ A talk or presentation -
2019
Titel REAF-Sponsored keynote Typ Participation in an activity, workshop or similar
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2019
Titel Keynote, REAF Typ Personally asked as a key note speaker to a conference Bekanntheitsgrad Regional (any country) -
2019
Titel Forward Editor Typ Appointed as the editor/advisor to a journal or book series Bekanntheitsgrad Continental/International -
2019
Titel Keynote-Fribourg Typ Personally asked as a key note speaker to a conference Bekanntheitsgrad Continental/International
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2020
Titel Tandem Project Typ Research grant (including intramural programme) Förderbeginn 2020