Systemweite Analyse des T-bet Interaktionsnetzwerks
Systems-level analysis of the T-bet interaction network
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (75%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (25%)
Keywords
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T-bet interaction network,
T cell lineage commitment,
Systems biology,
Multi-omics
Die Differenzierung von Immunzellen ist essentiell für die Aufrechterhaltung der Homöostase und Gewebeintegrität, trägt aber auch kritisch zur Abwehrreaktion gegen Pathogene bei. Zelldifferenzierung hängt daher von einer präzisen und eng regulierten Reihe von Ereignissen ab, die spezifische genetische Programme als Reaktion auf Umwelteinflüsse auslösen. Besonders CD4+ T-Helfer (Th) Zellen haben ein beispielloses Potenzial zur Spezialisierung entwickelt um die Vielzahl von Pathogenen bekämpfen zu können. Allerdings ist eine genaue Regulierung der T-Zell-Antworten erforderlich um einerseits Infektionen wirksam einzuschränken und andererseits die Entwicklung von Autoimmun- und Immunpathologischen Krankheiten zu vermeiden. Der Übergang von einer naiven zu einer spezialisierten T Zelle wird von bestimmten Transkriptionsfaktoren reguliert, die signaturassoziierte Genprogramme für eine bestimmte Zelldifferenzierung aktivieren. Der Transkriptionsfaktor T-bet induziert das Th1-Genprofil und wird oft als Master-Regulator der Th1-Zelldifferenzierung bezeichnet. Darüber hinaus ist T-bet essentiell für die Unterdrückung von genetischen Programmen, die mit alternativer Zelldifferenzierung assoziiert sind. Die Mechanismen dafür sind jedoch größtenteils unbekannt. Im Zuge dieses Projekts möchte ich die Th1-Zelldifferenzierung studieren und einen quantitativen und genomweiten Einblick in die von T-bet regulierte Genaktivierung und Genrepression erhalten. Ich vermute, dass die entgegengesetzten Funktionen von T-bet durch DNA-Kontextabhängige Protein Interaktionen vermittelt werden. Ich werde ein T-bet-zentriertes Interaktionsnetzwerk erstellen und das Zusammenspiel zusätzlicher Proteine, die bei der Regulierung der Th1- Zelldifferenzierung mitwirken, charakterisieren. Dazu ist eine Kombination aus systemweiter Proteomik und funktionellem Ansatz erforderlich, welche die T-bet Interaktionspartner systematisch und unvoreingenommen bestimmen wird. Der erfolgreiche Abschluss dieses Projekts wird unser Wissen über T-Zellbiologie erweitern, indem grundlegende Fragen wie etwa T-bet stabile Zelldifferenzierung etabliert und wie die Manipulation des T- bet Interaktionsnetzwerk genutzt werden kann um selektiv die Identität von Zellen zu verändern, beantwortet werden. Ein detailliertes Verständnis der Th1-Zelldifferenzierung könnte die gezielte Manipulierung von T-bet-assoziierten Proteinen zur Veränderung des T-Zell Schicksals bei der Prävention oder Behandlung von menschlichen Erkrankungen nahe legen. Insgesamt wird das hier beschriebene Projekt die Leistungsfähigkeit einer systemweiten Analyse von Transkriptionsnetzwerken verdeutlichen und die hier entwickelten Methoden und Konzepte werden leicht auf andere wissenschaftliche Bereiche angewendet werden können.
SYSTEMWEITE ANALYSE DES T-BET INTERAKTIONSNETZWERKS Thomas Krausgruber Die Differenzierung von Immunzellen ist essentiell für die Aufrechterhaltung der Homöostase und Gewebeintegrität, trägt aber auch kritisch zur Abwehrreaktion gegen Pathogene bei. Zelldifferenzierung hängt daher von einer präzisen und eng regulierten Reihe von Ereignissen ab, die spezifische genetische Programme als Reaktion auf Umwelteinflüsse auslösen. Besonders CD4+ T-Helfer (Th) Zellen haben ein beispielloses Potenzial zur Spezialisierung entwickelt um die Vielzahl von Pathogenen bekämpfen zu können. Allerdings ist eine genaue Regulierung der T-Zell-Antworten erforderlich um einerseits Infektionen wirksam einzuschränken und andererseits die Entwicklung von Autoimmun- und Immunpathologischen Krankheiten zu vermeiden. Der Übergang von einer naiven zu einer spezialisierten T-Zelle wird von bestimmten Transkriptionsfaktoren reguliert, die signaturassoziierte Genprogramme für eine bestimmte Zelldifferenzierung aktivieren. Der Transkriptionsfaktor T-bet induziert das Th1-Genprofil und wird oft als Master-Regulator der Th1-Zelldifferenzierung bezeichnet. Darüber hinaus ist T-bet essentiell für die Unterdrückung von genetischen Programmen, die mit alternativer Zelldifferenzierung assoziiert sind. Die Mechanismen dafür sind jedoch größtenteils unbekannt. Im Zuge dieses Projekts habe ich einen systemweiten Proteomik und funktionellen Ansatz etabliert, der zum einen bei einer Benchmarking-Studien einer neuen Technologie, die im Labor entwickelt wurde, zum Einsatz kam. Zellatlasprojekte und Einzelzellen-CRISPR-Experimente stoßen oft an die Grenzen der aktuellen Technologie in Bezug auf die kosteneffektive Charakterisierung von Millionen von Einzelzellen. Um diesen enormen Durchsatzanforderungen gerecht zu werden, haben wir das "Single Cell Combinatorial Fluidic Indexing" (scifi) entwickelt. Konkret konnten wir zeigen, dass die scifi-RNA-seq Technologie auf menschliches Primärmaterial, insbesondere auf menschliche T-Zellen und deren Differenzierungstypen, anwendbar ist. Wir erwarten, dass das scifi-RNA-seq-Protokoll eine einfach zu verwendende, kostengünstige und allgemein nützliche Methode für Anwendungen im Bereich der Einzelzellbiologie bietet. Zum anderen habe ich meine etablierten Methoden eingesetzt um Strukturzellen des Körpers und ihre Immunfunktion zu studieren. Der menschliche Körper besteht aus hoch spezialisierten Komponenten. Knochen und Weichteilgewebe geben die Form, Organe kümmern sich um den Blutkreislauf, die Verdauung und andere Funktionen, und Immunzellen bekämpfen Krankheitserreger. Tatsächlich haben viele Zelltypen und Organe aber mehr als nur eine Rolle. Ein eindrucksvolles Beispiel für das "Multitasking" von Zellen konnten wir für Strukturzellen (d.h. in Epithelzellen, Endothelzellen und Fibroblasten), den wichtigsten strukturellen Bausteinen unseres Körpers beschreiben. Überraschenderweise konnten wir vielfältige Aktivität von Immun-Genen nachweisen, die insbesondere die Kommunikation mit klassichen Immunzellen ermöglicht. Weiters entdeckten wir, dass viele Immun-Gene besondere epigenetische Eigenschaften, die normalerweise mit einer hohen Genexpression verbunden sind, während die beobachtete Expression in Strukturzellen eher gering war. Wir konnten zeigen, dass diese Immun-Gene epigenetisch für eine schnelle Aktivierung vorprogrammiert sind, wenn sie beispielsweise als Reaktion auf einen Krankheitserreger benötigt werden. Die Ergebnisse unterstreichen, dass Strukturzellen nicht nur zentrale Bausteine unseres Körpers sind, sondern auch einen wesentlichen Beitrag zur Abwehr von Krankheitserregern leisten.
- Fiona M. Powrie, University of Oxford - Vereinigtes Königreich
Research Output
- 936 Zitationen
- 8 Publikationen
- 2 Künstlerischer Output
- 2 Wissenschaftliche Auszeichnungen
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2019
Titel Chromatin mapping and single-cell immune profiling define the temporal dynamics of ibrutinib drug response in chronic lymphocytic leukemia DOI 10.1101/597005 Typ Preprint Autor Rendeiro A Seiten 597005 Link Publikation -
2020
Titel Single-cell transcriptomics combined with interstitial fluid proteomics defines cell type–specific immune regulation in atopic dermatitis DOI 10.1016/j.jaci.2020.03.041 Typ Journal Article Autor Rojahn T Journal Journal of Allergy and Clinical Immunology Seiten 1056-1069 Link Publikation -
2020
Titel Chromatin mapping and single-cell immune profiling define the temporal dynamics of ibrutinib response in CLL DOI 10.1038/s41467-019-14081-6 Typ Journal Article Autor Rendeiro A Journal Nature Communications Seiten 577 Link Publikation -
2020
Titel Structural cells are key regulators of organ-specific immune responses DOI 10.1038/s41586-020-2424-4 Typ Journal Article Autor Krausgruber T Journal Nature Seiten 296-302 Link Publikation -
2021
Titel The molecular and phenotypic makeup of fetal human skin T lymphocytes DOI 10.1242/dev.199781 Typ Journal Article Autor Reitermaier R Journal Development Link Publikation -
2021
Titel Persistence of mature dendritic cells, TH2A, and Tc2 cells characterize clinically resolved atopic dermatitis under IL-4Ra blockade DOI 10.1126/sciimmunol.abe2749 Typ Journal Article Autor Bangert C Journal Science Immunology -
2021
Titel aß?d T cells play a vital role in fetal human skin development and immunity DOI 10.1084/jem.20201189 Typ Journal Article Autor Reitermaier R Journal Journal of Experimental Medicine Link Publikation -
2021
Titel Ultra-high-throughput single-cell RNA sequencing and perturbation screening with combinatorial fluidic indexing DOI 10.1038/s41592-021-01153-z Typ Journal Article Autor Datlinger P Journal Nature Methods Seiten 635-642 Link Publikation
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2019
Link
Titel Chromatin mapping and single-cell immune profiling define the temporal dynamics of ibrutinib drug response in chronic lymphocytic leukemia DOI 10.6084/m9.figshare.7892663 Typ Image Link Link -
2019
Link
Titel Chromatin mapping and single-cell immune profiling define the temporal dynamics of ibrutinib drug response in chronic lymphocytic leukemia DOI 10.6084/m9.figshare.7892663.v1 Typ Image Link Link
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2020
Titel Milstein Abstract Award Typ Poster/abstract prize Bekanntheitsgrad Continental/International -
2020
Titel Karl Landsteiner prize for basic research in immunology Typ Research prize Bekanntheitsgrad National (any country)