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Kontinuierlich-konsekutive asymmetrische Synthesen

Continuous consecutive reactions for asymmetric syntheses

Sándor Balázs Ötvös (ORCID: 0000-0001-6673-1744)
  • Grant-DOI 10.55776/M2413
  • Förderprogramm Lise Meitner
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.06.2018
  • Projektende 31.08.2020
  • Bewilligungssumme 166.180 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Chemie (75%); Chemische Verfahrenstechnik (25%)

Keywords

    Active Pharmaceutical Ingredients, Asymmetric Synthesis, Flow Chemistry, Immobilized Catalysts, Multistep Synthesis, Organocatalysis

Abstract Endbericht

Hintergrund: Organische Verbindungen mit einem asymmetrischen Kohlenstoffatom bilden zwei nicht deckungsgleiche Isomere; diese Isomere (Enantiomere) weisen zwar identische chemische und physikalische Eigenschaften auf, können sie sich aber beträchtlich in ihrer biologischen Wirkung unterscheiden. Enantiomerenreine Wirkstoffe sind daher von besonderer pharmazeutischer Relevanz, allerdings speziell in größerem Maßstab schwieriger zu synthetisieren. Die Synthese solcher komplexer chiraler Produkte bedarf meist einer Vielzahl verschiedener Reaktionsschritte, und hat beträchtliche Nachteile wie niedere Gesamterträge, geringe Produktivität, mangelnde Reproduzierbarkeit, zeitintensive Aufarbeitungsschritte, sowie den Anfall großer Abfallströme. Hypothesen: Obwohl enantiomerenreine Wirkstoffe aus enantiomerenreinen Bausteinen hergestellt werden können, sind katalytische asymmetrische Transformationen breiter einsetzbar: Hier werden einfache achirale Moleküle als Ausgangsmaterialienverwendet. Unterden chiralen Katalyseverfahren erscheint die Organokatalyse, welche kleine Moleküle als geeignete metallfreie Katalysatoren einsetzt, auf Grund ihrer positiven Eigenschaften wie hoher Stabilität, toxikologischer Unbedenklichkeit, und geringem Preis als besonders geeignet. Methoden: Wir werden neuartige, effiziente und nachhaltige Methoden zur enantioselektiven Synthese hochentwickelter chiraler Zwischenprodukte von Blockbuster Drugs, mit besonderem Augenmerk auf die Anwendbarkeit, in großem Maßstab entwickeln. Unser erstes Ziel ist die Untersuchung der synthetischen Schlüsselschritte und die Entwicklung der entsprechenden enantioselektiven Reaktionen unter Verwendung von billigen und leicht verfügbaren Aminosäuren und deren Derivaten als effiziente Organokatalysatoren.Dabei werden Vorteilevon Durchflusschemie und kontinuierlicher Prozessführung ausgenützt. Organokatalysatoren werden dabei auf Trägern immobilisiert, die Reaktionen selbst laufen in gefüllten Reaktionssäulen ab, wo durch systematisches Fine-tuning der Katalysator-Substrat-Kontaktzeit exzellente Reaktionsraten und Enanatiomerenreinheiten erzielt werden sollen. Um die Prozesskosten zu minimieren, werden labile oder teure Verbindungen mittels verschiedener durchflusschemischer Prozesse in situ hergestellt. Durch Ausnützen breiter Parameterspektren und neuartigen Prozess Fenstern wie extreme Druck/Temperaturbedingungen wollen wir die notwendigen Syntheseschritte zum gewünschten Wirkstoff minimieren. Nach erfolgreicher Optimierung der einzelnen Reaktionen werden die mehrstufigenSynthesen über asymmetrische Schlüsseltransformationenzuineinander verschachtelten durchflusschemischen Prozessen kombiniert, die ohne Unterbrechung und ohne Zwischenproduktisolierung ablaufen werden. Neuigkeit: DieseKombinationaus heterogenerOrganokatalyseundmehrstufig- durchflusschemischemReaktionsdesign zur asymmetrischen Synthesehochentwickelter pharmazeutischer Zwischenprodukte stellt völlig unerforschtes wissenschaftliches Neuland dar.

Organische Verbindungen mit einem asymmetrischen Kohlenstoffatom bilden zwei nicht deckungsgleiche Isomere; diese Isomere ("Enantiomere") weisen zwar identische chemische und physikalische Eigenschaften auf, können sie sich aber beträchtlich in ihrer biologischen Wirkung unterscheiden. Enantiomerenreine Wirkstoffe sind daher von besonderer pharmazeutischer Relevanz, allerdings speziell in größerem Maßstab schwieriger zu synthetisieren. Die Synthese solcher komplexer chiraler Produkte bedarf meist einer Vielzahl verschiedener Reaktionsschritte, und hat beträchtliche Nachteile wie niedere Gesamterträge, geringe Produktivität, mangelnde Reproduzierbarkeit, zeitintensive Aufarbeitungsschritte, sowie den Anfall großer Abfallströme. Obwohl enantiomerenreine Wirkstoffe aus enantiomerenreinen Bausteinen hergestellt werden können, sind katalytische asymmetrische Transformationen breiter einsetzbar: Hier werden einfache achirale Moleküle als Ausgangsmaterialien verwendet. Unter den chiralen Katalyseverfahren erscheint die Organokatalyse, welche kleine Moleküle als geeignete metallfreie Katalysatoren einsetzt, auf Grund ihrer positiven Eigenschaften wie hoher Stabilität, toxikologischer Unbedenklichkeit, und geringem Preis als besonders geeignet. Im Rahmen dieses Projekts haben wir neue Methoden für die enantioselektive Synthese fortgeschrittener chiraler Intermediate wichtiger Wirkstoffmoleküle entwickelt, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf skalierbarer Produktion und Nachhaltigkeit liegt. Die Durchflusschemie hat sich kürzlich für Vereinfachung, Integration und Skalierung der chemischen Synthese herausgestellt. Anstelle genau definierter Chargen werden kontinuierliche Reaktantenströme verwendet, um chemische Reaktionen zu erleichtern. Unser erster Meilenstein war die Zuordnung der asymmetrischen Schlüsselreaktionsschritte und die Entwicklung der entsprechenden enantioselektiven Reaktionen unter Verwendung umweltfreundlicher Organokatalysatoren im kontinuierlichen Flussmodus. Um eine einfache Verwendung und Recyclingfähigkeit zu gewährleisten, wurden Organokatalysatoren auf festen Trägern immobilisiert und die Reaktionen auf gefüllten Reaktionssäulen durchgeführt. In den Durchflusreaktoren sorgte die systematische Optimierung der Reaktionsbedingungen für hervorragende Reaktionsgeschwindigkeiten und Enantiomerenreinheiten. Teure oder labile Reaktionskomponenten wurden in situ unter Verwendung leicht verfügbarer Ausgangsmaterialien hergestellt. Durch die Nutzung erweiterter Parameterräume und beispielloser Reaktionswege konnten wir die Anzahl der Syntheseschritte minimieren, die zur Synthese der gewünschten Wirkstoffmoleküle erforderlich sind. Nach erfolgreicher Optimierung der einzelnen Reaktionsschritte wurden als nächstes mehrstufige Synthesen zu teleskopierten Durchflusprozessen kombiniert, ohne dass Zwischenprodukte isoliert wurden. Durch die Nutzung dieser modernen Synthesestrategie gelang es uns, neuartige Protokolle für die Synthese wichtiger Zwischenprodukte wichtiger Arzneimittel wie Paroxetin, einem Blockbuster-Antidepressivum, zu entwickeln. Im Vergleich zu früheren Synthesemethoden bietet unser Ansatz wichtige Fortschritte in Bezug auf Nachhaltigkeit, Kosteneffizienz und Skalierbarkeit.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Graz - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Miquel A. Pericas, Institut Català d´Investigació Química - Spanien

Research Output

  • 133 Zitationen
  • 3 Publikationen
  • 3 Software
  • 3 Disseminationen
  • 1 Wissenschaftliche Auszeichnungen
  • 1 Weitere Förderungen
Publikationen
  • 2020
    Titel Telescoped Continuous Flow Synthesis of Optically Active ?-Nitrobutyric Acids as Key Intermediates of Baclofen, Phenibut, and Fluorophenibut
    DOI 10.1021/acs.orglett.0c03100
    Typ Journal Article
    Autor O¨Tvo¨S S
    Journal Organic Letters
    Seiten 8122-8126
    Link Publikation
  • 2020
    Titel Continuous-Flow Amide and Ester Reductions Using Neat Borane Dimethylsulfide Complex
    DOI 10.1002/cssc.201903459
    Typ Journal Article
    Autor Ötvös S
    Journal ChemSusChem
    Seiten 1800-1807
    Link Publikation
  • 2019
    Titel Multigram-scale flow synthesis of the chiral key intermediate of (-)-paroxetine enabled by solvent-free heterogeneous organocatalysis
    DOI 10.1039/c9sc04752b
    Typ Journal Article
    Autor Ötvös S
    Journal Chemical Science
    Seiten 11141-11146
    Link Publikation
Software
  • 2020 Link
    Titel Continuous flow method for amide and ester reductions
    Link Link
  • 2020 Link
    Titel Telescoped continuous flow protocol for the synthesis of key intermediates of baclofen, phenibut, and fluorophenibut
    Link Link
  • 2019 Link
    Titel Multistep continuous flow synthesis of the chiral key intermediate of paroxetine
    Link Link
Disseminationen
  • 2019 Link
    Titel Highlight article in Chemistry World
    Typ A magazine, newsletter or online publication
    Link Link
  • 2020 Link
    Titel Highlight in OPRD's 'Some Items of Interest to Process R&D Chemists and Engineers'
    DOI 10.1021/acs.oprd.0c00003
    Typ A magazine, newsletter or online publication
    Link Link
  • 2020 Link
    Titel Highlight in Synfacts
    DOI 10.1055/s-0039-1690390
    Typ A magazine, newsletter or online publication
    Link Link
Wissenschaftliche Auszeichnungen
  • 2019
    Titel Invited speaker at Flow Chemistry Asia conference
    Typ Personally asked as a key note speaker to a conference
    Bekanntheitsgrad Continental/International
Weitere Förderungen
  • 2021
    Titel FWF Stand-Alone grant
    Typ Research grant (including intramural programme)
    Förderbeginn 2021
    Geldgeber Austrian Science Fund (FWF)

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