Flüssigkeiten mit modulierten Dichteprofilen
Characterization of liquids with modulated density profiles
Wissenschaftsdisziplinen
Physik, Astronomie (100%)
Keywords
-
Transport Properties,
Glass Transition,
Statistical Physics,
Modulated Density,
Confined System,
Soft Matter
In vielen industriellen Anwendungen, zum Beispiel in Maschinen, sind Flüssigkeiten auf sehr enge Räume beschränkt. Beispielsweise werden flüssige Schmierstoffe in kleinen Zwischenräumen zwischen festen Komponenten zur Verringerung von Reibung und Verschleiß verwendet. Andere Beispiele in beschränkter Geometrie sind Flüssigkeiten in porösen Festkörpern und in biologischen Systemen. In diesen eingeschränkten Geometrien sind die Eigenschaften der Flüssigkeit grundlegend anders als in homogenen Systemen, die Viskosität der Flüssigkeit ist hier signifikant erhöht und die rheologischen Eigenschaften unterscheiden sich drastisch. Derartige Flüssigkeiten sind weit verbreitet und können das Verhalten der sie umgebenden Strukturen beeinflussen. Ein tiefgreifendes theoretisches Verständnis ist daher wesentlich, um Fortschritte für praktische Anwendungen zu erzielen. Jedoch ist eine direkte Untersuchung schwierig, da man kurze Zeiten und Längenskalen auflösen muss. Da die Wände im Allgemeinen rau sind, ist die Wechselwirkung zwischen der Flüssigkeit und den Wänden nicht trivial. Die Dichte der Flüssigkeiten ist dann nicht homogen, sondern variiert nahe der Wände, d.h. in einigen Bereichen ist sie größer und in anderen kleiner. Diese Eigenschaft kann in makroskopischen Systemen mittels Manipulation durch Laser ebenfalls erreicht werden. Die Richtung und die Stärke der Kraft, die der Laser auf die Flüssigkeit ausübt, hängt von der Position der Teilchen ab, so dass das Dichteprofil gezielt kontrolliert werden kann. Im gegenwärtigen Projekt werden wir eine ähnliche Kraft in theoretischen und simulierten Modellen berücksichtigen, um damit Dichteprofile eingeschlossener Flüssigkeiten zu reproduzieren. Unsere Ergebnisse werden dann mit Experimenten vergleichen, um wertvolle Erkenntnisse über Flüssigkeiten mit variierender Dichte zu erlangen und damit das Verständnis von Flüssigkeiten in beschränkter Geometrie zu erweitern.
In vielen industriellen Anwendungen werden Flüssigkeiten auf kleine Räume eingeschränkt, beispielsweise kommen Schmiermittel in den Zwischenräumen harter Komponenten in Maschinen zum Einsatz. Weitere Beispiele derartiger Einschränkungen sind Flüssigkeiten in porösen Gesteinen, wie im Prozess der Rohölextraktion, oder in biologischen Systemen, wie die Gelenkflüssigkeit in den Kniegelenken. In diesen eingeschränkten Geometrien unterscheiden sich die Eigenschaften von Flüssigkeiten fundamental von denen einer identischen Flüssigkeit in einem größeren, makroskopischen Volumen. So ist beispielsweise die Viskosität einer Flüssigkeit signifikant erhöht und die rheologischen Eigenschaften verändern sich drastisch. Für Flüssigkeiten, die zwischen zwei parallelen Wänden eingesperrt sind, weist deren Struktur zwei besonders auffallende Eigenschaften auf. Die erste ist ein äußerst komplizierter Zusammenhang zwischen der lokalen Ordnung der Teilchen und dem Grad der Einschränkung durch die Wände. Die zweite bemerkenswerte Eigenschaft ist, dass die Dichte nicht homogen ist, sondern nahe den Wänden variiert, d.h. sie ist in einigen Bereichen größer als in anderen: die Teilchen neigen dazu, sich an den Wänden anzuhäufen. Eine kritische Frage für das Verständnis von Flüssigkeiten in eingeschränkter Geometrie ist daher, herauszufinden, ob diese beiden Eigenschaften intrinsisch miteinander verbunden sind. Um beide Eigenschaften voneinander zu trennen, haben wir eine Methode entwickelt, die es erlaubt, Flüssigkeiten zu studieren, die zwar eingeschränkt sind, jedoch keine Anhäufungen der Dichte aufweisen. Dies wurde erreicht, indem die Flüssigkeit auf die Oberfläche eines vierdimensionalen Zylinders eingeschränkt wurde. Obwohl derartige quasi-eingeschränkte Flüssigkeiten nicht im Labor realisiert werden können, kann man wertvolle Einsichten durch Computersimulationen und Theorien gewinnen. Wir haben herausgefunden, dass der Grad der Ordnung derartig eingeschränkter Flüssigkeiten ähnliches nichtmonotones Verhalten aufweist, wie eine Flüssigkeit, die zwischen zwei Wänden eingeschränkt ist, obwohl in unserem Fall nun die Dichte homogen ist. Die Effekte sind im Großem und Ganzem jedoch deutlich kleiner. Um sich der Frage von einer anderen Perspektive zu nähern, haben wir artifiziell das Dichteprofil in einem makroskopischen System kontrolliert. Dort zeigt sich dann, dass der Grad der Ordnung des Systems eine starke Abhängigkeit von der modulierenden Wellenlänge hat. Das bedeutet, dass sowohl die Einschränkung selbst als auch die Modulation der Dichte der Ursprung des komplexen Zusammenhangs zwischen Teilchenordnung und der Dimension der Einschränkung in realen eingeschränkten Flüssigkeiten ist. Der Grad der Ordnung der Teilchen bestimmt direkt die Tendenz einer Flüssigkeit einen Übergang zum Glass zu untergehen, also von flüssigem zu festem Verhalten überzugehen. Das bessere Verständnis der Teilchenordnung und der Dichtemodulation, welches wir in diesem Projekt erzielen konnten, könnte in der Zukunft dafür verwendet werden, eingeschränkte Flüssigkeiten mit speziellen wünschenswerten Eigenschaften zu designen. Beispielsweise könnte man die Oberfläche der einschränkenden Wände derart einstellen, dass sich ein bestimmtes Dichteprofil einstellt, welches dann wiederum gewählt werden kann, dass der Grad der Ordnung minimal wird. Dies hätte Potential um die Wirksamkeit von Schmiermitteln zu verbessern.
- Universität Innsbruck - 100%
- Stefan Egelhaaf, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf - Deutschland
Research Output
- 29 Zitationen
- 9 Publikationen
- 1 Disseminationen
- 1 Wissenschaftliche Auszeichnungen
- 1 Weitere Förderungen
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2021
Titel Tagged-particle motion in quasi-confined colloidal hard-sphere liquids Typ Journal Article Autor C. F. Petersen Journal Journal of Statistical Mechanics: Theory and Experiment -
2021
Titel Tagged-particle motion in quasi-confined colloidal hard-sphere liquids DOI 10.1088/1742-5468/abee23 Typ Journal Article Autor Schrack L Journal Journal of Statistical Mechanics: Theory and Experiment Seiten 043301 Link Publikation -
2021
Titel Tagged-particle motion in quasi-confined colloidal hard-sphere liquids DOI 10.48550/arxiv.2109.05497 Typ Preprint Autor Schrack L -
2020
Titel Confinement-induced demixing and crystallization DOI 10.1103/physrevresearch.2.033207 Typ Journal Article Autor Jung G Journal Physical Review Research Seiten 033207 Link Publikation -
2020
Titel Dynamic properties of quasi-confined colloidal hard-sphere liquids near the glass transition DOI 10.1088/1742-5468/ababfe Typ Journal Article Autor Schrack L Journal Journal of Statistical Mechanics: Theory and Experiment Seiten 093301 Link Publikation -
2020
Titel Dynamic properties of quasi-confined colloidal hard-sphere liquids near the glass transition DOI 10.48550/arxiv.2005.14048 Typ Preprint Autor Schrack L -
2020
Titel Static properties of quasi-confined hard-sphere fluids DOI 10.48550/arxiv.2004.10438 Typ Preprint Autor Petersen C -
2020
Titel Confinement-induced demixing and crystallization DOI 10.48550/arxiv.2006.11032 Typ Preprint Autor Jung G -
2019
Titel Static properties of quasi-confined hard-sphere fluids DOI 10.1088/1742-5468/ab3342 Typ Journal Article Autor Petersen C Journal Journal of Statistical Mechanics: Theory and Experiment Seiten 083216 Link Publikation
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2019
Titel Organized physics activities for the public at the University of Innsbruck Festival of Science and Bio and Nano Physics station for the University of Innsbruck Public Open Day Typ Participation in an activity, workshop or similar
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2020
Titel Invited to the Australian Institute of Physics Summer Meeting, Melbourne, 3 - 6 December 2019 Typ Personally asked as a key note speaker to a conference Bekanntheitsgrad National (any country)
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2021
Titel Discovery Early Career Researcher Award Typ Fellowship Förderbeginn 2021 Geldgeber Australian Research Council