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Rhythmische Objektwahrnehmung

Seeing Objects in Rhythms

Andreas Wutz (ORCID: 0000-0002-4188-0986)
  • Grant-DOI 10.55776/M2496
  • Förderprogramm Lise Meitner
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.08.2018
  • Projektende 30.11.2020
  • Bewilligungssumme 169.260 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Mathematik (20%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (30%); Psychologie (50%)

Keywords

    Cognition, Object Perception, Brain Oscillations, Attention, Capacity Limits

Abstract Endbericht

Wie viele Eindrücke kann unser Gehirn in einem Augenblick verarbeiten? Wie lange dauert ein Augenblick eigentlich? Und verläuft unser Sehen und Denken in einem stetigen Fluss oder in diskreten Schritten?Das ForschungsprojektRhythmische Objektwahrnehmung hat dasZiel diese grundlegenden Rätsel der menschlichen Informationsverarbeitung aufzuklären. Seit langem ist bekannt, dass unser Gehirn eine sehr beschränkte Arbeitskapazität aufweist und nur 3-4 Objekte verarbeiten kann. Manchmal scheint unser Geist jedoch mehr zu erfassen. Wir können die Durchschnittsposition von vielen Objekten ad-hoc und präzise bestimmen, was die Frage aufwirft wie das Gehirn eine Gruppe von Objekten akkurat repräsentiert, wenn es nur einige, wenige Mitglieder einzeln verarbeiten kann. Tatsächlich zeigt unsere Forschungsarbeit, dass unsere Objektverarbeitungskapazität nicht zu allen Zeitpunkten gleichgut ist. Stattdessen schwankt die Objektverarbeitung rhythmisch über die Zeit. Während der Wahrnehmung gibt es Zeitpunkte, an denen wir uns auf mehrere oder weniger Objekte fokussieren können. Darüberhinaus verlaufen diese Rhythmen schneller, wenn man einer Gruppe von einzelnen Objekten folgt, und langsamer für deren Durchschnitt. Dies führt zu unserer Kernhypothese: Objektewerden nicht stetig verarbeitet,sondern rhythmischabgetastetund die Objektkapazitätslimitierung wurzelt in der Geschwindigkeit des Abtastrhythmus. Langsames Abtasten bietet längere Zeitfenster, um mehrere Objekte zu enkodieren. Schnelles Abtasten hingegen erlaubt weniger Zeit, was zur Kapazitätslimitierung führt. Auf der Grundlage dieser Verhaltensbeobachtungen erstellen wir ein theoretisches Modell der Objektverarbeitung in diskret-periodischen Abtastzyklen. In diesem Forschungsprojekt testen wir nun die wissenschaftlichen Vorhersagen dieses Modells für die menschliche Gehirnaktivität. Zur Darstellung der Gehirnaktivität mit hoher zeitlicher Auflösung verwenden wir Magnetenzephalografie, welche magnetische Feldveränderungen auf der Kopfoberfläche erfasst. Ihre Kombination mit Magnetresonanztomografie erlaubt eine ausreichend detaillierte Darstellung der Aktivität im Gehirn. Daraus erschließen wir die Gehirnkorrelate der Kapazitätslimitierung und der Objektabtastung. In einem zweiten Schritt werden die Gehirnrhythmen der Versuchspersonen während der Objektverarbeitung und der Gehirnaktivitätsaufzeichnung mit elektrischen Wechselströmen auf der Kopfoberfläche verändert. Dies erlaubt kausale Rückschlüsse über Abtastrhythmen für die Objektkapazität. Objektkapazität wird klassisch als ein mentales Limit für die Verarbeitungsmenge unserer räumlichen (3-D) Umgebung beschrieben. Objekte bewegen sich jedoch und unsere Sinneseindrücke und Gehirnprozesse ändern sich ständig. Diese Forschungsarbeit verbindet zeitliche Aufmerksamkeitsschwankungenmitdem Objektgedächtnis und zeigt, dass die Informationsverarbeitungskapazität des Gehirns in der rhythmischen Natur von Gehirnprozessen gründet.

Wie viele Eindrücke kann unser Gehirn in einem Augenblick verarbeiten? Wie lange dauert ein Augenblick eigentlich? Und verläuft unser Sehen und Denken in einem stetigen Fluss oder in diskreten Schritten? Das Forschungsprojekt "Rhythmische Objektwahrnehmung" hat das Ziel diese grundlegenden Rätsel der menschlichen Informationsverarbeitung aufzuklären. Seit langem ist bekannt, dass unser Gehirn eine sehr beschränkte Arbeitskapazität aufweist und nur 3-4 Objekte verarbeiten kann. Manchmal scheint unser Geist jedoch mehr zu erfassen. Wir können die Durchschnittsposition von vielen Objekten ad-hoc und präzise bestimmen, was die Frage aufwirft wie das Gehirn eine Gruppe von Objekten akkurat repräsentiert, wenn es nur einige, wenige Mitglieder einzeln verarbeiten kann. Tatsächlich zeigt unsere Forschungsarbeit, dass unsere Objektverarbeitungskapazität nicht zu allen Zeitpunkten gleich gut ist. Stattdessen schwankt die Objektverarbeitung rhythmisch über die Zeit. Während der Wahrnehmung gibt es Zeitpunkte, an denen wir uns auf mehrere oder weniger Objekte fokussieren können. Darüberhinaus verlaufen diese Rhythmen schneller, wenn man einer Gruppe von einzelnen Objekten folgt, und langsamer für deren Durchschnitt. Dies führt zu unserer Kernhypothese: Objekte werden nicht stetig verarbeitet, sondern rhythmisch abgetastet und die Objektkapazitätslimitierung wurzelt in der Geschwindigkeit des Abtastrhythmus. Langsames Abtasten bietet längere Zeitfenster, um mehrere Objekte zu enkodieren. Schnelles Abtasten hingegen erlaubt weniger Zeit, was zur Kapazitätslimitierung führt. Auf der Grundlage dieser Verhaltensbeobachtungen erstellen wir ein theoretisches Modell der Objektverarbeitung in diskret-periodischen Abtastzyklen. In diesem Forschungsprojekt testeten wir nun die wissenschaftlichen Vorhersagen dieses Modells für die menschliche Gehirnaktivität. Zur Darstellung der Gehirnaktivität mit hoher zeitlicher Auflösung verwendeten wir Magnetenzephalografie, welche magnetische Feldveränderungen auf der Kopfoberfläche erfasst. Ihre Kombination mit Magnetresonanztomografie erlaubt eine ausreichend detaillierte Darstellung der Aktivität im Gehirn. Daraus erschloßen wir die Gehirnkorrelate der Kapazitätslimitierung und der Objektabtastung. In einem zweiten Schritt wurden die Gehirnrhythmen der Versuchspersonen während der Objektverarbeitung und der Gehirnaktivitätsaufzeichnung mit magnetischer Stimulation auf der Kopfoberfläche verändert. Dies erlaubt kausale Rückschlüsse über Abtastrhythmen für die Objektkapazität. Objektkapazität wird klassisch als ein mentales Limit für die Verarbeitungsmenge unserer räumlichen (3-D) Umgebung beschrieben. Objekte bewegen sich jedoch und unsere Sinneseindrücke und Gehirnprozesse ändern sich ständig. Diese Forschungsarbeit verbindet zeitliche Aufmerksamkeitsschwankungen mit dem Objektgedächtnis und zeigt, dass die Informationsverarbeitungskapazität des Gehirns in der rhythmischen Natur von Gehirnprozessen gründet.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Salzburg - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Earl K Miller, MIT - Massachusetts Institute of Technology - Vereinigte Staaten von Amerika
  • Gregor Thut, University of Glasgow - Vereinigtes Königreich

Research Output

  • 180 Zitationen
  • 7 Publikationen
Publikationen
  • 2020
    Titel Enumerating the forest before the trees: The time courses of estimation-based and individuation-based numerical processing
    DOI 10.3758/s13414-020-02137-5
    Typ Journal Article
    Autor Melcher D
    Journal Attention, Perception, & Psychophysics
    Seiten 1215-1229
    Link Publikation
  • 2020
    Titel Enumerating the forest before the trees: the time courses of estimation- and individuation-based numerical processing
    DOI 10.17605/osf.io/zy7r9
    Typ Other
    Autor Melcher D
    Link Publikation
  • 2019
    Titel Brain Mechanisms of Concept Learning
    DOI 10.1523/jneurosci.1166-19.2019
    Typ Journal Article
    Autor Zeithamova D
    Journal The Journal of Neuroscience
    Seiten 8259-8266
    Link Publikation
  • 2021
    Titel Pre-stimulus alpha-band power and phase fluctuations originate from different neural sources and exert distinct impact on stimulus-evoked responses
    DOI 10.1111/ejn.15138
    Typ Journal Article
    Autor Zazio A
    Journal European Journal of Neuroscience
    Seiten 3178-3190
    Link Publikation
  • 2021
    Titel New methods for oscillation analyses push new theories of discrete cognition
    DOI 10.1111/psyp.13827
    Typ Journal Article
    Autor Lundqvist M
    Journal Psychophysiology
    Link Publikation
  • 2020
    Titel Oscillatory Bursts in Parietal Cortex Reflect Dynamic Attention between Multiple Objects and Ensembles
    DOI 10.1523/jneurosci.0231-20.2020
    Typ Journal Article
    Autor Wutz A
    Journal The Journal of Neuroscience
    Seiten 6927-6937
    Link Publikation
  • 2019
    Titel Prestimulus feedback connectivity biases the content of visual experiences
    DOI 10.1073/pnas.1817317116
    Typ Journal Article
    Autor Rassi E
    Journal Proceedings of the National Academy of Sciences
    Seiten 16056-16061
    Link Publikation

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