Wissenschaftsdisziplinen
Mathematik (20%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (30%); Psychologie (50%)
Keywords
-
Cognition,
Object Perception,
Brain Oscillations,
Attention,
Capacity Limits
Wie viele Eindrücke kann unser Gehirn in einem Augenblick verarbeiten? Wie lange dauert ein Augenblick eigentlich? Und verläuft unser Sehen und Denken in einem stetigen Fluss oder in diskreten Schritten?Das ForschungsprojektRhythmische Objektwahrnehmung hat dasZiel diese grundlegenden Rätsel der menschlichen Informationsverarbeitung aufzuklären. Seit langem ist bekannt, dass unser Gehirn eine sehr beschränkte Arbeitskapazität aufweist und nur 3-4 Objekte verarbeiten kann. Manchmal scheint unser Geist jedoch mehr zu erfassen. Wir können die Durchschnittsposition von vielen Objekten ad-hoc und präzise bestimmen, was die Frage aufwirft wie das Gehirn eine Gruppe von Objekten akkurat repräsentiert, wenn es nur einige, wenige Mitglieder einzeln verarbeiten kann. Tatsächlich zeigt unsere Forschungsarbeit, dass unsere Objektverarbeitungskapazität nicht zu allen Zeitpunkten gleichgut ist. Stattdessen schwankt die Objektverarbeitung rhythmisch über die Zeit. Während der Wahrnehmung gibt es Zeitpunkte, an denen wir uns auf mehrere oder weniger Objekte fokussieren können. Darüberhinaus verlaufen diese Rhythmen schneller, wenn man einer Gruppe von einzelnen Objekten folgt, und langsamer für deren Durchschnitt. Dies führt zu unserer Kernhypothese: Objektewerden nicht stetig verarbeitet,sondern rhythmischabgetastetund die Objektkapazitätslimitierung wurzelt in der Geschwindigkeit des Abtastrhythmus. Langsames Abtasten bietet längere Zeitfenster, um mehrere Objekte zu enkodieren. Schnelles Abtasten hingegen erlaubt weniger Zeit, was zur Kapazitätslimitierung führt. Auf der Grundlage dieser Verhaltensbeobachtungen erstellen wir ein theoretisches Modell der Objektverarbeitung in diskret-periodischen Abtastzyklen. In diesem Forschungsprojekt testen wir nun die wissenschaftlichen Vorhersagen dieses Modells für die menschliche Gehirnaktivität. Zur Darstellung der Gehirnaktivität mit hoher zeitlicher Auflösung verwenden wir Magnetenzephalografie, welche magnetische Feldveränderungen auf der Kopfoberfläche erfasst. Ihre Kombination mit Magnetresonanztomografie erlaubt eine ausreichend detaillierte Darstellung der Aktivität im Gehirn. Daraus erschließen wir die Gehirnkorrelate der Kapazitätslimitierung und der Objektabtastung. In einem zweiten Schritt werden die Gehirnrhythmen der Versuchspersonen während der Objektverarbeitung und der Gehirnaktivitätsaufzeichnung mit elektrischen Wechselströmen auf der Kopfoberfläche verändert. Dies erlaubt kausale Rückschlüsse über Abtastrhythmen für die Objektkapazität. Objektkapazität wird klassisch als ein mentales Limit für die Verarbeitungsmenge unserer räumlichen (3-D) Umgebung beschrieben. Objekte bewegen sich jedoch und unsere Sinneseindrücke und Gehirnprozesse ändern sich ständig. Diese Forschungsarbeit verbindet zeitliche Aufmerksamkeitsschwankungenmitdem Objektgedächtnis und zeigt, dass die Informationsverarbeitungskapazität des Gehirns in der rhythmischen Natur von Gehirnprozessen gründet.
Wie viele Eindrücke kann unser Gehirn in einem Augenblick verarbeiten? Wie lange dauert ein Augenblick eigentlich? Und verläuft unser Sehen und Denken in einem stetigen Fluss oder in diskreten Schritten? Das Forschungsprojekt "Rhythmische Objektwahrnehmung" hat das Ziel diese grundlegenden Rätsel der menschlichen Informationsverarbeitung aufzuklären. Seit langem ist bekannt, dass unser Gehirn eine sehr beschränkte Arbeitskapazität aufweist und nur 3-4 Objekte verarbeiten kann. Manchmal scheint unser Geist jedoch mehr zu erfassen. Wir können die Durchschnittsposition von vielen Objekten ad-hoc und präzise bestimmen, was die Frage aufwirft wie das Gehirn eine Gruppe von Objekten akkurat repräsentiert, wenn es nur einige, wenige Mitglieder einzeln verarbeiten kann. Tatsächlich zeigt unsere Forschungsarbeit, dass unsere Objektverarbeitungskapazität nicht zu allen Zeitpunkten gleich gut ist. Stattdessen schwankt die Objektverarbeitung rhythmisch über die Zeit. Während der Wahrnehmung gibt es Zeitpunkte, an denen wir uns auf mehrere oder weniger Objekte fokussieren können. Darüberhinaus verlaufen diese Rhythmen schneller, wenn man einer Gruppe von einzelnen Objekten folgt, und langsamer für deren Durchschnitt. Dies führt zu unserer Kernhypothese: Objekte werden nicht stetig verarbeitet, sondern rhythmisch abgetastet und die Objektkapazitätslimitierung wurzelt in der Geschwindigkeit des Abtastrhythmus. Langsames Abtasten bietet längere Zeitfenster, um mehrere Objekte zu enkodieren. Schnelles Abtasten hingegen erlaubt weniger Zeit, was zur Kapazitätslimitierung führt. Auf der Grundlage dieser Verhaltensbeobachtungen erstellen wir ein theoretisches Modell der Objektverarbeitung in diskret-periodischen Abtastzyklen. In diesem Forschungsprojekt testeten wir nun die wissenschaftlichen Vorhersagen dieses Modells für die menschliche Gehirnaktivität. Zur Darstellung der Gehirnaktivität mit hoher zeitlicher Auflösung verwendeten wir Magnetenzephalografie, welche magnetische Feldveränderungen auf der Kopfoberfläche erfasst. Ihre Kombination mit Magnetresonanztomografie erlaubt eine ausreichend detaillierte Darstellung der Aktivität im Gehirn. Daraus erschloßen wir die Gehirnkorrelate der Kapazitätslimitierung und der Objektabtastung. In einem zweiten Schritt wurden die Gehirnrhythmen der Versuchspersonen während der Objektverarbeitung und der Gehirnaktivitätsaufzeichnung mit magnetischer Stimulation auf der Kopfoberfläche verändert. Dies erlaubt kausale Rückschlüsse über Abtastrhythmen für die Objektkapazität. Objektkapazität wird klassisch als ein mentales Limit für die Verarbeitungsmenge unserer räumlichen (3-D) Umgebung beschrieben. Objekte bewegen sich jedoch und unsere Sinneseindrücke und Gehirnprozesse ändern sich ständig. Diese Forschungsarbeit verbindet zeitliche Aufmerksamkeitsschwankungen mit dem Objektgedächtnis und zeigt, dass die Informationsverarbeitungskapazität des Gehirns in der rhythmischen Natur von Gehirnprozessen gründet.
- Universität Salzburg - 100%
- Earl K Miller, MIT - Massachusetts Institute of Technology - Vereinigte Staaten von Amerika
- Gregor Thut, University of Glasgow - Vereinigtes Königreich
Research Output
- 180 Zitationen
- 7 Publikationen
-
2020
Titel Enumerating the forest before the trees: The time courses of estimation-based and individuation-based numerical processing DOI 10.3758/s13414-020-02137-5 Typ Journal Article Autor Melcher D Journal Attention, Perception, & Psychophysics Seiten 1215-1229 Link Publikation -
2020
Titel Enumerating the forest before the trees: the time courses of estimation- and individuation-based numerical processing DOI 10.17605/osf.io/zy7r9 Typ Other Autor Melcher D Link Publikation -
2019
Titel Brain Mechanisms of Concept Learning DOI 10.1523/jneurosci.1166-19.2019 Typ Journal Article Autor Zeithamova D Journal The Journal of Neuroscience Seiten 8259-8266 Link Publikation -
2021
Titel Pre-stimulus alpha-band power and phase fluctuations originate from different neural sources and exert distinct impact on stimulus-evoked responses DOI 10.1111/ejn.15138 Typ Journal Article Autor Zazio A Journal European Journal of Neuroscience Seiten 3178-3190 Link Publikation -
2021
Titel New methods for oscillation analyses push new theories of discrete cognition DOI 10.1111/psyp.13827 Typ Journal Article Autor Lundqvist M Journal Psychophysiology Link Publikation -
2020
Titel Oscillatory Bursts in Parietal Cortex Reflect Dynamic Attention between Multiple Objects and Ensembles DOI 10.1523/jneurosci.0231-20.2020 Typ Journal Article Autor Wutz A Journal The Journal of Neuroscience Seiten 6927-6937 Link Publikation -
2019
Titel Prestimulus feedback connectivity biases the content of visual experiences DOI 10.1073/pnas.1817317116 Typ Journal Article Autor Rassi E Journal Proceedings of the National Academy of Sciences Seiten 16056-16061 Link Publikation