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Industriell-institutionelle Koevolution in Regionalökonomien

Industrial-institutional co-evolution in regional economies

Maximilian Benner (ORCID: 0000-0003-1386-808X)
  • Grant-DOI 10.55776/M2992
  • Förderprogramm Lise Meitner
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.03.2021
  • Projektende 30.11.2022
  • Bewilligungssumme 175.780 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Humangeographie, Regionale Geographie, Raumplanung (100%)

Keywords

    Path Development, Evolutionary Economic Geography, Institutions, Co-Evolution, Israel, Innovation Policy

Abstract Endbericht

Wie entwickeln sich Regionalökonomien unterschiedlichen, selbst innerhalb desselben Landes und unter denselben Politiken? Diese Frage bearbeitet das Forschungsprojekt zur industriell- institutionellen Koevolution anhand der Rolle von Institutionen wie gegenseitigem Vertrauen in wirtschaftlichen Beziehungen, Gründungsneigung oder der Einstellung von Unternehmer*innen zur Zusammenarbeit. Gleichzeitig wird der Einfluss von individuellen Entscheidungsträger*innen und ihrer Entscheidungen auf die Entwicklung dieser Institutionen untersucht. Kern des Forschungsprojekts sind empirische Fallstudien in drei Regionalökonomien in Israel einem Land, in dem sich in den vergangenen Jahrzehnten eine lebhafte Gründerszene herausgebildet hat. Die Küstenstadt Haifa ist ein traditioneller Industriestandort, an dem sich der Dienstleistungssektor weiterentwickelt. In Nazareth im Norden des Landes ist zuletzt eine junge Szene arabischer Unternehmensgründer*innen in der Informations- und Kommunikationstechnologiebranche entstanden. Beer Sheva in der Negevwüste entwickelt sich zu einem bedeutenden Cybersecurity- Cluster. Diese drei Fallstudien sollen zu Schlussfolgerungen dahingehend führen, wie derselbe Makrokontext zu unterschiedlichen Mustern regionaler Entwicklung führen kann und wie sich die Auswirkungen nationaler Politiken von Region zu Region unterscheiden können.

Das Forschungsprojekt behandelte die Rolle von Handlungsmacht ("agency") und Institutionen in der regionalen Pfadentwicklung. Dabei konnte das Projekt Fortschritte in der laufenden Debatte zu den Antriebskräften regionaler industrieller Pfadentwicklung generieren, indem das Zusammenspiel von Handlungsmacht und Institutionen näher beleuchtet wurde. Auf konzeptioneller Ebene trug das Projekt zu einer differenzierteren Sichtweise auf Handlungsmacht auf Systemebene ("system-level agency") und zu einer näheren Konzeptualisierung industriell-institutioneller Koevolution bei. Auf empirischer Ebene generierte das Projekt 103 semi-strukturierte Distanzinterviews mit Expert*innen und Stakeholder*innen auf nationaler Ebene in Israel und auf regionaler Ebene (Be'er Sheva, Haifa, Nazareth) sowie weitere 11 Distanzinterviews kombiniert mit früherer Forschung und 12 weitere Distanz- oder Präsenzinterviews, die im Rahmen eines Kooperationsarrangements von einem Kooperationspartner durchgeführt wurden. Die beiden letztgenannten, zusätzlichen Interviewserien behandelten die Region der israelischen Negevwüste. Somit brachte das Forschungsprojekt unmittelbar oder mittelbar Daten aus 126 Interviews hervor, die mit einer qualitativen Dokumentenanalyse von Zeitungsartikeln aus einem mehrjährigen Zeitraum kombiniert wurden. Ergebnisse aus den ersten 40 Interviews wurden genutzt, um die Inklusivität von Pfadentwicklung zu untersuchen und damit die aktuelle Debatte in der Wirtschaftsgeographie zu den sozio-ökonomischen Wirkungen von Innovationsprozessen aufzunehmen. Damit konnten die übergreifenden Forschungsfragen des Projekts in einem spezifischen Fokus auf Inklusivität untersucht werden und dazu beitragen, eine Forschungslücke in der evolutionären Wirtschaftsgeographie zu schließen. Die Bedeutung dieser Ergebnisse steht im Zusammenhang mit der aktuellen Entwicklung der Literatur an der Schnittstelle zwischen der Innovationsforschung und der evolutionären Wirtschaftsgeographie in den vergangenen Jahren, die zunehmend die Direktionalität von Pfaden im Hinblick auf große gesellschaftliche Herausforderungen adressiert. Das Interesse an sozialer Inklusivität war hingegen bisher in diesem Teil der Literatur vergleichsweise niedrig, scheint aber aktuell zuzunehmen, sodass Projektergebnisse einen relevanten Beitrag zu dieser Debatte leisten können.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Wien - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Johannes Becke, Hochschule für Jüdische Studien - Deutschland
  • Glen Yago, Jerusalem Institute for Policy Research - Israel
  • Gil Avnimelech, Ono Academic College - Israel
  • Dan Kaufmann, Sapir College - Israel
  • Paul Rivlin, Tel Aviv University - Israel
  • Daniel Felsenstein, The Hebrew University of Jerusalem - Israel
  • Eran Razin, The Hebrew University of Jerusalem - Israel

Research Output

  • 55 Zitationen
  • 7 Publikationen
Publikationen
  • 2024
    Titel Institutional context and translation in regional development and policymaking processes
    Typ Other
    Autor Benner M
  • 2021
    Titel Retheorizing industrial–institutional coevolution: a multidimensional perspective
    DOI 10.1080/00343404.2021.1949441
    Typ Journal Article
    Autor Benner M
    Journal Regional Studies
    Seiten 1524-1537
    Link Publikation
  • 2023
    Titel Discourse as a carrier of history: wine tourism in the Negev and its evolution
    DOI 10.1080/09654313.2023.2221310
    Typ Journal Article
    Autor Benner M
    Journal European Planning Studies
  • 2022
    Titel Legitimizing path development by interlinking institutional logics: The case of Israel’s desert tourism
    DOI 10.1177/02690942231172728
    Typ Journal Article
    Autor Benner M
    Journal Local Economy
    Seiten 564-583
    Link Publikation
  • 2023
    Titel Making spatial evolution work for all? A framework for inclusive path development
    DOI 10.1093/cjres/rsad015
    Typ Journal Article
    Journal Cambridge Journal of Regions, Economy and Society
  • 2023
    Titel System-level agency and its many shades: path development in a multidimensional innovation system
    DOI 10.1080/00343404.2023.2179614
    Typ Journal Article
    Autor Benner M
    Journal Regional Studies
  • 2022
    Titel Revisiting path-as-process: agency in a discontinuity-development model
    DOI 10.1080/09654313.2022.2061309
    Typ Journal Article
    Autor Benner M
    Journal European Planning Studies
    Seiten 1119-1138
    Link Publikation

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