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Lysosomale Dysfunktionen in humanen iPSZ-Modellen von MPSIII

Lysosomal dysfunctionin human iPSC-derived models of MPSIII

Katharina Günther (ORCID: 0000-0002-2954-4883)
  • Grant-DOI 10.55776/M3062
  • Förderprogramm Lise Meitner
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.12.2021
  • Projektende 29.02.2024
  • Bewilligungssumme 162.080 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Biologie (100%)

Keywords

    Human Stem Cells, Lysosomal Dysfunctions, Retinal Cells, Mucopolysaccharidosis III, Cerebral Organoids, Cortical Neurons

Abstract Endbericht

Katharina Günther, Frank Edenhofer Das Ziel des Forschungsprojektes ist die Etablierung eines authentischen, humanen Modells der lysosomalen Speichererkrankung Mukopolysaccharidosis Typ (MPS) IIIB, auch Sanfilippo Syndrom genannt. Unter Verwendung einer neuartigen Methode zur zellulären Reprogrammierung zielen wir darauf ab, zelluläre Fehlfunktionen besser zu verstehen und damit neue Therapieansätze zur Behandlung von MPS IIIB zu entwickeln. Lysosomale Speichererkrankungen sind eine Gruppe von Stoffwechselstörungen, die dadurch charakterisiert sind, dass ein fehlerhafter lysosomaler Abbau (Abfalleimer der Zelle) zur unerwünschten Anreicherung von Stoffwechselprodukten führt. Diese bewirken Störungen in der Zellfunktion und führen sogar zu Zelltod. Typischerweise ist das zentrale Nervensystem betroffen, somit stellen lysosomale Speichererkrankungen die häufigste Art der Neurodegeneration im frühen Alter dar. Dabei treten in der Regel die ersten MPS IIIB Symptome, wie zum Beispiel Sehstörungen, Entwicklungsverzögerungen, Schlafprobleme und Verhaltensauffälligkeiten, erst mit erhöhter Menge an Ablagerungsstoffen, meist zwischen 2 und 6 Jahren, auf. Im weiteren Verlauf verschlechtern sich die motorischen und mentalen Fähigkeiten bis hin zur unheilbaren Demenz. In Rahmen dieses Forschungsvorhabens werden wir die Rolle des gestörten lysosomalen Abbaus mit Hilfe von patienten-spezifischen Modellen des Gehirns und Auges untersuchen. Hierzu werden durch Reprogrammierung Hautzellen von Patienten und gesunden Kontrollpersonen in induzierte pluripotente Zellen (iPSZ) umgewandelt. Diese sind durch unbegrenzte Selbsterneuerung und die Fähigkeit, sich in jede Zelle des Körpers zu differenzieren gekennzeichnet. Unter Verwendung von speziellen Protokollen werden die patientenspezifischen iPSZ in der Petrischale zu adhärenten neuronalen Netzwerken, Zellen der Netzhaut und organartigen Strukturen, die Teilen des Menschlichen Gehirns ähneln (Mini-Gehirn in der Petrischale), differenziert. Diese Modelle sollen dazu dienen, die krankhaften Prozesse in vitro nachzubilden und werden mit modernen zell- und molekularbiologischen Methoden analysiert. Dadurch erwarten wir ein tieferes Verständnis der molekularen Merkmale und Krankheitsmechanismen von MPS IIIB. Darüber hinaus nutzen wir die einzigartige Möglichkeit, in Zusammenarbeit mit dem Martin Zeitz Centrum für seltene Erkrankungen in Hamburg, mögliche neue Medikamente in der Zellkultur von Patienten zu analysieren, welche an klinischen Studien teilnehmen. Dadurch erreichen wir eine Vergleichbarkeit von Patientendaten mit Zellkulturmodellen, diedie Vorhersage der WirksamkeitvonEnzymersatztherapien patientenspezifisch bis hin zur personalisierten Medizin ermöglicht. Durch die Kombination von modernder Stammzellbiologie und personalisierter Präzisionsmedizin werden wir Fortschritte im Verständnis von MPS IIIB und anderen seltenen neurologischen Erkrankungen erarbeiten und somit einen Beitrag zur Entwicklung von neuen Therapieansätzen leisten.

Das Ziel des Forschungsprojekts war die Etablierung eines authentischen, humanen Modells der lysosomalen Speichererkrankung Mukopolysaccharidose Typ (MPS) IIIB, auch Sanfilippo-Syndrom genannt. Unter Verwendung einer neuartigen Methode zur zellulären Reprogrammierung zielten wir darauf ab, zelluläre Fehlfunktionen besser zu verstehen und damit neue Therapieansätze zur Behandlung von MPS IIIB zu entwickeln. Lysosomale Speichererkrankungen sind eine Gruppe von Stoffwechselstörungen, die dadurch charakterisiert sind, dass ein fehlerhafter lysosomaler Abbau (der "Abfalleimer" der Zelle) zur unerwünschten Anreicherung von Stoffwechselprodukten führt. Diese bewirken Störungen in der Zellfunktion und führen sogar zu Zelltod. Typischerweise ist das zentrale Nervensystem betroffen, weshalb lysosomale Speichererkrankungen die häufigste Art der Neurodegeneration im frühen Alter darstellen. Die ersten MPS IIIB-Symptome, wie zum Beispiel Sehstörungen, Entwicklungsverzögerungen, Schlafprobleme und Verhaltensauffälligkeiten, treten in der Regel erst bei einer erhöhten Menge an Ablagerungsstoffen, meist zwischen 2 und 6 Jahren, auf. Im weiteren Verlauf verschlechtern sich die motorischen und mentalen Fähigkeiten bis hin zur unheilbaren Demenz. Im Rahmen dieses Forschungsvorhabens untersuchten wir die Rolle des gestörten lysosomalen Abbaus mithilfe von patientenspezifischen Modellen des Gehirns und Auges. Hierzu wurden durch Reprogrammierung Hautzellen von Patienten und gesunden Kontrollpersonen in induzierte pluripotente Zellen (iPSZ) umgewandelt. Diese sind durch unbegrenzte Selbsterneuerung und die Fähigkeit, sich in jede Zelle des Körpers zu differenzieren, gekennzeichnet. Unter Verwendung spezieller Protokolle wurden die patientenspezifischen iPSZ in der Petrischale zu adhärenten neuralen Vorläuferzellen und neuronalen Netzwerken sowie organartigen Strukturen, die Teilen des menschlichen Gehirns ähneln (Mini-Gehirne in der Petrischale), differenziert. Diese Modelle dienen dazu, die krankhaften Prozesse nachzubilden und wurden mit modernen zell- und molekularbiologischen Methoden analysiert. Wir konnten feststellen, dass die abgeleiteten Patientenzellen tatsächlich molekulare MPS-typische Krankheitsmerkmale wie z. B. vergrößerte Lysosomen oder Akkumulation von Glykosaminoglykanen zeigten, die durch Enzymersatz aufgehoben werden konnten. Patientenspezifische Organoide wiesen ein gestörtes Wachstum und eine veränderte Zellkomposition auf. Außerdem gelang es uns, eine krankheitsverursachende Mutation im NAGLU-Gen mittels CRISPR/Cas-System zu korrigieren. Durch die Anwendung des etablierten 2D/3D-Krankheitsmodells erwarten wir ein tieferes Verständnis der molekularen Merkmale und Krankheitsmechanismen von MPS IIIB. Durch die Kombination moderner Stammzellbiologie und personalisierter Präzisionsmedizin werden wir Fortschritte im Verständnis von MPS IIIB und anderen seltenen neurologischen Erkrankungen erzielen und somit einen Beitrag zur Entwicklung neuer Therapieansätze leisten.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Innsbruck - 100%
Nationale Projektbeteiligte
  • Alexandra Koschak, Universität Innsbruck , nationale:r Kooperationspartner:in
Internationale Projektbeteiligte
  • Nicole Muschol, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf - Deutschland
  • Arthur Bergen, Vrije Universiteit Amsterdam - Niederlande
  • Daniel Bachiller, Spanish National Cancer Center - Spanien

Research Output

  • 44 Zitationen
  • 7 Publikationen
  • 2 Methoden & Materialien
Publikationen
  • 2022
    Titel Generation of the human induced pluripotent stem cell line (IBKMOLi002-A) from PBMCs of a patient carrying the heterozygous L271H mutation of the voltage-gated calcium channel subunit Cav1.3-encoding CACNA1D gene
    DOI 10.1016/j.scr.2022.102784
    Typ Journal Article
    Autor Tisch M
    Journal Stem Cell Research
    Seiten 102784
    Link Publikation
  • 2024
    Titel Small fibre neuropathy in Fabry disease: a human-derived neuronal in vitro disease model and pilot data
    DOI 10.1093/braincomms/fcae095
    Typ Journal Article
    Autor Klein T
    Journal Brain Communications
    Link Publikation
  • 2024
    Titel Single-cell Profiling of Reprogrammed Human Neural Stem Cells Unveils High Similarity to Neural Progenitors in the Developing Central Nervous System
    DOI 10.1007/s12015-024-10698-3
    Typ Journal Article
    Autor Spathopoulou A
    Journal Stem Cell Reviews and Reports
    Seiten 1325-1339
    Link Publikation
  • 2024
    Titel Integrative metabolomics-genomics analysis identifies key networks in a stem cell-based model of schizophrenia
    DOI 10.1038/s41380-024-02568-8
    Typ Journal Article
    Autor Spathopoulou A
    Journal Molecular Psychiatry
    Seiten 3128-3140
    Link Publikation
  • 2021
    Titel Serotonin-specific neurons differentiated from human iPSCs form distinct subtypes with synaptic protein assembly
    DOI 10.1007/s00702-021-02303-5
    Typ Journal Article
    Autor Jansch C
    Journal Journal of Neural Transmission
    Seiten 225-241
    Link Publikation
  • 2021
    Titel CRISPR/Cas9-edited PKP2 knock-out (JMUi001-A-2) and DSG2 knock-out (JMUi001-A-3) iPSC lines as an isogenic human model system for arrhythmogenic cardiomyopathy (ACM)
    DOI 10.1016/j.scr.2021.102256
    Typ Journal Article
    Autor Janz A
    Journal Stem Cell Research
    Seiten 102256
    Link Publikation
  • 2022
    Titel ADHD-associated PARK2 copy number variants: A pilot study on gene expression and effects of supplementary deprivation in patient-derived cell lines
    DOI 10.1002/ajmg.b.32918
    Typ Journal Article
    Autor Radtke F
    Journal American Journal of Medical Genetics Part B: Neuropsychiatric Genetics
    Seiten 257-270
    Link Publikation
Methoden & Materialien
  • 0
    Titel 2 Genetically modified cell lines using prime editing
    Typ Cell line
    Öffentlich zugänglich
  • 0
    Titel iPS-line from patient-derived fibroblasts
    Typ Cell line
    Öffentlich zugänglich

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