LGBTQ und psychische Gesundheit im postjugoslawischen Raum
LGBTQ Activism and Mental Health in the Post-Yugoslav Space
Wissenschaftsdisziplinen
Psychologie (20%); Soziologie (80%)
Keywords
-
LGBTQ activism,
Mental Health,
South East Europe,
Discrimination,
Europeanisation
In den letzten zwei Jahrzehnten wurden im postjugoslawischen Raum viele rechtliche Fortschritte erzielt, damit sich der Status von Lesben, Schwulen, bisexuellen, transgender und queer (LGBTQ) Menschen bessert. Vor allem im Rahmen des Erweiterungsprozesses der Europäischen Union (EU), haben Regierungen in der Region Antidiskriminierungsgesetze verabschiedet, und auch verschiedene Formen der eingetragenen Partnerschaft zugelassen. Dennoch führen solche rechtlichen Verbesserungen nicht direkt zu einem lebenswerteren LGBTQ-Leben. Die Häufigkeit homophober und transphober Gewalt ist trotz intensiver gesetzgeberischer Aktivitäten in diesem Bereich hoch geblieben. Infolge der immer noch weit verbreiteten diskriminierenden Haltung haben LGBTQ-Personen möglicherweise höhere Wahrscheinlichkeit, sich von ihren Familien zu entfremden, und werden von Gleichaltrigen und dem breiteren sozialen Umfeld leichter abgelehnt. Ein hohes Maß an Diskriminierung, verbunden mit materieller Not, kann zu Depressionen sowie zu Risikoverhaltensweisen (z.B. Substanzkonsum) führen, insbesondere bei nicht heterosexuellen und transgender Jugendlichen mit unzureichender elterlicher Unterstützung. Während der psychischen Gesundheit von LGBTQ-Menschen in Westeuropa und den Vereinigten Staaten viel wissenschaftliche Aufmerksamkeit geschenkt wurde, gibt es noch keine qualitative Studie, die die Entwicklung von LGBTQ-positiven Diensten für psychische Gesundheit im postjugoslawischen Raum, oder im postsozialistischen Osteuropa im Allgemeinen, untersucht. Psychiatrische und psychologische Bildungsprogramme in der Region decken kaum nicht heterosexuelle und transsexuelle Themen ab, oder tun dies auf veraltete und pathologisierende Weise. Einige psychiatrische Fachkräfte mit einem hohen Maß an öffentlicher Sichtbarkeit können sogar offen homoransphobische Einstellungen zeigen, die schädliche Langzeiteffekte auf LGBTQ-Personen haben, indem sie ihr Vertrauen in die Qualität der offiziellen psychotherapeutischen Dienste untergraben und ihre Bereitschaft verringern, Hilfe zu suchen. Dieses transnationale und vergleichende Forschungsprojekt bringt drei benachbarte postjugoslawische Länder zusammen: Bosnien und Herzegowina, Kroatien und Serbien. Es nutzt ihre einzigartige strukturelle Position gegenüber der EU, die im innenpolitischen Leben eine herausragende wenn auch umstrittene Rolle spielt. Das Projekt konzentriert sich auf die Verflechtungen zwischen LGBTQ Personen, Aktivisten und Fachleuten für psychische Gesundheit: zum einen wird untersucht, inwieweit Fachkräfte der psychischen Gesundheit emanzipatorische Gesetzesänderungen in ihre Praxis aufgenommen haben; zum anderen werden alternative Unterstützungsformen, die als Reaktion auf die Homo/Transphobie in offiziellen Einrichtungen für psychische Gesundheit von LGBTQ-Aktivisten entwickelt wurden, erforscht. Das Projekt trägt dazu bei, das Ungleichgewicht zwischen west- und osteuropäischer LGBTQ Forschung zu beseitigen, und ermöglicht Aktivisten, Praktikern und politischenEntscheidungsträgern, Dienstleistungen, die den psychischen Gesundheitsbedürfnissen von LGBTQ-Personen besser entsprechen, sicherzustellen.
In den letzten zwei Jahrzehnten wurden im postjugoslawischen Raum viele rechtliche Fortschritte erzielt, damit sich der Status von Lesben, Schwulen, bisexuellen, transgender und queer (LGBTQ) Menschen bessert. Vor allem im Rahmen des Erweiterungsprozesses der Europäischen Union (EU), haben Regierungen in der Region Antidiskriminierungsgesetze verabschiedet, und auch verschiedene Formen der eingetragenen Partnerschaft zugelassen. Dennoch führen solche rechtlichen Verbesserungen nicht direkt zu einem lebenswerteren LGBTQ-Leben. Die Häufigkeit homophober und transphober Gewalt ist trotz intensiver gesetzgeberischer Aktivitäten in diesem Bereich hoch geblieben. Infolge der immer noch weit verbreiteten diskriminierenden Haltung haben LGBTQ-Personen möglicherweise höhere Wahrscheinlichkeit, sich von ihren Familien zu entfremden, und werden von Gleichaltrigen und dem breiteren sozialen Umfeld leichter abgelehnt. Ein hohes Maß an Diskriminierung, verbunden mit materieller Not, kann zu Depressionen sowie zu Risikoverhaltensweisen (z.B. Substanzkonsum) führen, insbesondere bei nicht heterosexuellen und transgender Jugendlichen mit unzureichender elterlicher Unterstützung. Während der psychischen Gesundheit von LGBTQ-Menschen in Westeuropa und den Vereinigten Staaten viel wissenschaftliche Aufmerksamkeit geschenkt wurde, gibt es noch keine qualitative Studie, die die Entwicklung von LGBTQ-positiven Diensten für psychische Gesundheit im postjugoslawischen Raum, oder im postsozialistischen Osteuropa im Allgemeinen, untersucht. Psychiatrische und psychologische Bildungsprogramme in der Region decken kaum nicht heterosexuelle und transsexuelle Themen ab, oder tun dies auf veraltete und pathologisierende Weise. Einige psychiatrische Fachkräfte mit einem hohen Maß an öffentlicher Sichtbarkeit können sogar offen homo/transphobische Einstellungen zeigen, die schädliche Langzeiteffekte auf LGBTQ-Personen haben, indem sie ihr Vertrauen in die Qualität der offiziellen psychotherapeutischen Dienste untergraben und ihre Bereitschaft verringern, Hilfe zu suchen. Dieses transnationale und vergleichende Forschungsprojekt befasste sich mit dem ehemaligen Jugoslawien und konzentrierte sich auf das Leben, die Kultur und den Aktivismus der regionalen Trans-Gemeinschaften. Auf der Grundlage einer Reihe empirischer Methoden untersuchte die Studie alternative Formen der psychosozialen Unterstützung von Trans- AktivistInnen, die als Reaktion auf die Transphobie in offiziellen psychosozialen Einrichtungen entwickelt wurden. Es wurde festgestellt, dass trans-aktivistische Gruppen über ihre Empowerment-Funktion hinaus epistemische Gemeinschaften bilden, die verkörpertes Wissen über das Leben von Transgender generieren. Das Projekt untersuchte die politischen Auswirkungen solcher unzureichend sichtbaren, gemeinschaftsbasierten Strategien zur Verbesserung der psychischen Gesundheit von Transgender-Personen und unterstrich die Notwendigkeit, dass die offiziellen psychiatrischen Einrichtungen diese in ihre Praxis einbeziehen. Auf diese Weise trug diese Forschung dazu bei, das Ungleichgewicht zwischen west- und osteuropäischer Wissenschaft über LGBTQ-Politik auszugleichen, und ermöglichte es AktivistInnen, PraktikerInnen und politischen EntscheidungsträgerInnen, Dienstleistungen zu gewährleisten, die den Bedürfnissen von LGBTQ-Personen im Bereich der psychischen Gesundheit besser entsprechen.
- Universität Wien - 100%
Research Output
- 1 Zitationen
- 9 Publikationen
- 5 Disseminationen
- 4 Wissenschaftliche Auszeichnungen
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2022
Titel Postjugoslo/avenski TRANS: životi aktivizmi kulture Typ Book Autor Bilić B. editors Bilić B., Milanović A. Verlag Multimedijalni institut MAMA Link Publikation -
2022
Titel (POST)SOCIJALISTICKE NEVOLJE S RODOM: TRANSFOBIJA U SRPSKOM LEVOM AKTIVIZMU DOI 10.46630/gsoc.29.2022.11 Typ Journal Article Autor ????? ? Journal ???????? ?? ??????????? Seiten 185-203 Link Publikation -
2022
Titel Transgender and non-binary persons, mental health, and gender binarism in Serbia DOI 10.56687/9781447367635-007 Typ Book Chapter Autor Vidic J Verlag Bristol University Press Seiten 59-94 -
2022
Titel Transgender in the Post-Yugoslav Space, Lives, Activisms, Culture DOI 10.56687/9781447367635 Typ Book editors Bilić B, Nord I, Milanović A Verlag Bristol University Press -
2024
Titel Coming In: Sexual Politics and EU Accession in Serbia, Koen Slootmaeckers (Manchester, UK: Manchester University Press, 2023, ISBN 9781526159342); xiii + 234 pp. DOI 10.1111/jcms.13582 Typ Journal Article Autor Bilic B Journal JCMS: Journal of Common Market Studies Seiten 1022-1023 -
2023
Titel Can We Fight Together? Contentions of Gender-Queer Scholarship and Activism in Southeast Europe Typ Journal Article Autor Bilic B. Journal Berliner Blätter Link Publikation -
2023
Titel Bojan Bilic : entretien avec une voix du féminisme post-yougoslave DOI 10.4000/11qfe Typ Journal Article Autor Sajn S Journal Balkanologie. Revue d'études pluridisciplinaires Link Publikation -
2022
Titel (Post)socialist gender troubles: transphobia in Serbian leftist activism DOI 10.51952/9781447367635.ch006 Typ Book Chapter Autor Bilic B Verlag Bristol University Press Seiten 155-176 -
2022
Titel Introduction: In post-Yugoslav trans worlds DOI 10.51952/9781447367635.int001 Typ Book Chapter Autor Bilic B Verlag Bristol University Press Seiten 1-20
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2021
Titel Roundtable about transgender activism in the post-Yugoslav space Typ A formal working group, expert panel or dialogue -
2022
Titel Roundtable about the volume Transgender in the Post-Yugoslav Space: Lives, Activisms, Culture Typ A formal working group, expert panel or dialogue -
2021
Titel Webinar on contemporary LGBT+ art and culture in Serbia Typ A formal working group, expert panel or dialogue -
2023
Titel Launch of the volume Transgender in the Post-Yugoslav Space: Lives, Activisms, Culture Typ A talk or presentation -
2023
Titel Launch of the volume Transgender in the Post-Yugoslav Space: Lives, Activisms, Culture Typ A talk or presentation
-
2024
Titel Psychiatry & Society: Basaglia's Legacy in Yugoslavia Typ Personally asked as a key note speaker to a conference Bekanntheitsgrad Continental/International -
2023
Titel University Guest, Department of Social and Political Sciences University of Melbourne Typ Personally asked as a key note speaker to a conference Bekanntheitsgrad Continental/International -
2022
Titel Visiting Scholar, University of California Berkeley Typ Personally asked as a key note speaker to a conference Bekanntheitsgrad Continental/International -
2021
Titel Making Books, Making Ourselves: The Pains and Pleasure of Writing Queer Lives Typ Personally asked as a key note speaker to a conference Bekanntheitsgrad Continental/International