Genre history of the panegyric epic in the late antiquity
Genre history of the panegyric epic in the late antiquity
Wissenschaftsdisziplinen
Sprach- und Literaturwissenschaften (100%)
Keywords
-
Late Antique Literature,
Creativity And Innovation,
Panegyric Epic,
Continuity Of A Literary Genre,
History Of Literary Genre,
Functions Of Literary Traditions
Die politischen und gesellschaftlichen Veränderungen in der Spätantike, die dem Herrscherkult eine zentrale Stellung im politischen System zuweisen, führen insbesondere in der lateinischen Literatur zur Entstehung einer neuen Form epischer Dichtung, die als "Panegyrisches Epos" neben das "mythologische", das "historische", aber auch neben das im frühen vierten Jahrhundert ebenfalls aufkommende christliche Epos tritt und die traditionellen Vorgaben heroischer Epik mit denen des Herrscherlobs verbindet. Die wichtigsten Zeugnisse für das Panegyrische Epos sind vom vierten bis zum neunten Jahrhundert die panegyrischen Gedichte von Claudian, Sidonius Apollinaris und Flavius Merobaudes, der Panegyricus Priscians, die Preisgedichte des Venantius Fortunatus sowie die Epen des Coripp und des Ermoldus Nigellus. Ziel des Arbeitsvorhabens ist es, durch eine vergleichende Betrachtung dieser sowohl geographisch als auch zeitlich relativ weit auseinanderliegenden Werke die Panegyrische Epik als neue und genuin spätantike Form epischer Dichtung zu erfassen, sie in ihren historisch-kulturellen und literarhistorischen Kontext einzuordnen, ihre spezifischen Eigenarten darzustellen, ihr Verhältnis zur panegyrischen und zur epischen Literatur zu bestimmen und ihre unterschiedlichen Ausformungen und ihre Entwicklung von ihrem ersten Repräsentanten Claudian bis ins Frühmittelalter zu Venantius Fortunatus und Ermodus Nigellus zu verfolgen. Schwerpunkte der Untersuchung liegen daher auf der typologischen Einordnung der verschiedenen Zeugnisse Panegyrischer Epik nach Länge und Darstellungsform, auf gründlichen Analysen der einzelnen Gedichte, ihrer Struktur und ihrer "panegyrischen" und "epischen" Elemente sowie ihrer Funktionalisierung im Dienste des Herrscherlobs und schließlich auf der Betrachtung der Beziehungen der Gedichte untereinander. Eine solche Darstellung wird nicht nur die innovative Kreativität spätantiker Dichter zeigen und zum Verständnis einer in der Forschung lange mißachteten Epoche der lateinischen Literatur beitragen, sondern auch den Übergang einer bestimmten literarischen Gattung von der Antike zur Spätantike und von der Spätantike ins Frühmittelalter dokumentieren.
- Universität Salzburg - 100%
- Gerhard Petersmann, Universität Salzburg , assoziierte:r Forschungspartner:in