Restoring the Feminine to Occitan Literature
Restoring the Feminine to Occitan Literature
Wissenschaftsdisziplinen
Rechtswissenschaften (25%); Sprach- und Literaturwissenschaften (75%)
Keywords
-
Occitan,
Literature,
Woman´s Studies,
Sociolinguistics,
Minority Discourse,
Romance Languages
Dieses Projekt reiht sich in die gegenwaertige Debatte ueber regionale und Minderheitensprachen in der Europaeischen Union ein (Okzitanisch ist jene Sprache, die traditionell im Sueden Frankreichs gesprochen wurde) und ist ein Beitrag zu bereits existierenden Arbeiten ueber okzitanische Schriftstellerinnen. Bisherige Studien zu dieser Thematik konzentrieren sich jedoch hauptsaechlich auf die Poesie des Mittelalters. Das Ziel dieses Projekts ist es, die Gedichte von vier okzitanischen Schriftstellerinnen des spaeten 19. und 20. Jahrhunderts zu studieren. Diese weitgehend unbekannten Frauen sind: Claude Duclos / Filàdelfa de Yerda (1871-1952), Julienne Fraysse- Séguret / Calelhon (1892-1981), Jeanne Barthès / Clardeluno (1898-1972), und Henriette Dibon / Farfantello (1902-1989). Zu einer Zeit, als Okzitanisch lediglich als eine baeuerliche Mundart betrachtet und unterdrueckt wurde, engagierten sich diese Frauen fuer den Erhalt ihrer Muttersprache. Ihnen war eine Leidenschaft fuer ihre Heimatregion gemein und ihre Texte reflektieren -wenn auch auf unterschiedliche Weise- ihre Suche nach einer okzitanischen Idenditaet. Meine Arbeit soll folgende Schwerpunkte umfassen: a) eine Recherche der von diesen Frauen verfassten Texte (u.a. in verschiedenen Archiven in Frankreich) b) eine sozio-historische Analyse des kulturellen Umfeldes, in dem diese Frauen schriftstellerisch taetig waren. Besonderer Beruecksichtigung soll hierbei ihrer Mitarbeit in verschiedenen Literaturzirkeln und ihrer Zweisprachigkeit finden (Okzitanisch wurde gegenueber Franzoesisch zu jener Zeit als eine regionale Sprache geringgeschaetzt). c) eine Textanalyse der von diesen Frauen verfassten Werke mit Schwerpunkt auf dem ideologischen Charakter der Landschaftsbeschreibungen. Des weiteren soll untersucht werden, wie die literarischen Arbeiten dieser Frauen vom Kontakt mit Individuen, Gruppen und Kulturen beeinflusst wurde, die sie als Aandere@ identifizierten. Neben der Absicht, die Autorinnen und ihre literarischen Werke vor dem Vergessen zu bewahren, besteht das Hauptziel dieses Projektes darin, ihre Texte aus dem Blickwinkel der Frauenforschung und der Minoritaetenfrage zu studieren - zwei Forschungsgebiete, die gegenwaertig steigendes Interesse auf sich ziehen und anspruchsvolle Debatten ausloesen. In juengster Zeit werden auf dem Gebiet der Okzitanistik verschiedene Thematiken der Minoritaetenfrage untersucht; eine darueber hinausgehende Verknuepfung mit Aspekten der Frauenforschung wuerde eine Bereicherung fuer die Okzitanistik darstellen.
- Universität Wien - 100%
- Georg Kremnitz, Universität Wien , assoziierte:r Forschungspartner:in