Alpine wildfires and their impact on landscape development
Alpine wildfires and their impact on landscape development
Wissenschaftsdisziplinen
Geowissenschaften (100%)
Keywords
-
Wildfire,
Alps,
Vegeatation History,
Landscape Dynamics,
Morphodynamics,
Cultivation History
In den letzten Jahrhunderten verwüsteten zahlreiche Waldbrände umfangreiche Flächen in der subalpinen Wald- und Krummholzstufe in der Umgebung von Innsbruck. Durch die Abspülung des entblößten Bodens sind viele dieser Hänge auch heute noch auffällig kahl. Verstärkte Hangprozesse, eine veränderte Wasserbilanz und eine gestiegene Häufigkeit von Lawinen führte zu einem Anstieg des Naturgefahrenrisikos in der Umgebung der Hänge. Wie Archivrecherchen zeigen, ist die Entwaldung durch Brände ein überregional verbreitetes Phänomen in den Nordalpen; Untersuchungen zur Feuerökologie sind in diesem Landschaftsraum jedoch vergleichsweise selten. Die Zerstörung der Pflanzendecke und die Abspülung des Bodens habe Habitate hinterlassen, die nur extrem schwer neu besiedelt werden können. Darüber hinaus werden durch die Freilegung der vorverwitterten Gesteinsoberfläche erhebliche Mengen leicht erodierbaren Lockermaterials bereitgestellt. Erste Schätzungen und Messungen deuten auf einen um ein bis zwei Zehnerpotenzen erhöhten Gesamtabtrag hin. Die verstärkte Mobilisation von Lockersedimenten führt zu einer verstärkten Gefährdung für Bauwerke und Verkehrswege im Falle starker Niederschlagsereignisse. Ziel des beantragten Projekts ist eine umfangreiche Rekonstruktion der zeitlichen und räumlichen Verteilung sowie des Rekurrenzintervalls der Brände in den Kalkalpen nördlich von Innsbruck (Karwendel, Wetterstein, Lechtaler Alpen). Die bereits bekannten Brandgebiete verschiedenen Alters ermöglichen es in idealer Weise, die Regeneration des Ökosystems unter verschiedenen topographischen und geologischen Bedingungen herauszuarbeiten. Die Wiederbesiedlung (wenn vorhanden) wird durch Boden- und Vegetationskartierungen erfasst. Die Veränderungen im Wasser- und Sedimenthaushalt sollen durch Kartierungen sowie exemplarische Abfluss- und Abtragsmessungen erfasst werden. Ferner sollen Grabungen an den unter den betroffenen Hängen akkumulierten Sedimentkörpern durchgeführt werden, um anhand von mit Holzkohle vermischten Horizonten die Brandgeschichte zu rekonstruieren. Für die Mehrzahl der untersuchten Hänge wird eine enge Beziehung der Brandereignisse zur Siedlungs- und Landnutzungsgeschichte vermutet. Die Untersuchungen sollen die Rolle der Brandereignisse für die Entwicklung der Natur- und Kulturlandschaft klären und Möglichkeiten für eine nachhaltige Entwicklung der betroffenen Hänge aufzeigen.
- Universität Innsbruck - 100%
- Johann Stötter, Universität Innsbruck , assoziierte:r Forschungspartner:in