Wissenstranfer von Universitäten in Österreich
Knowledge Spillovers from Universities within the Austrian Innovation System - Determinats of R&D Collaborations and Knowledge Interactions between Universities and Firms
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Sozialwissenschaften (50%); Politikwissenschaften (20%); Wirtschaftswissenschaften (30%)
Keywords
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WISSENSTRANFER,
UNIVERSITÄTEN,
F&E-KOOPERATIONEN,
INNOVATION,
ÖSTERREICH,
INNOVATIONSSYSTEME
Im Zentrum des Forschungsvorhabens "Wissenstransfer von Universitäten innerhalb des österreichischen Innovationssystems - Determinanten von F&E-Kooperationen und Wissensinteraktionen zwischen Universitäten und Unternehmen" stehen zwei Forschungsfragen: 1. Wie sieht das Muster des Wissensaustauschs zwischen Universitäten und Unternehmen aus, d.h. über welche Kanäle wird Wissen von Universitäten an Unternehmen transferiert und auf welche technologischen Feldern konzentriert sich der Wissensaustausch? 2. Welche Faktoren beeinflussen das Ausmaß der unternehmensorientierten Wissenstransfer-Aktivitäten von Universitätsinstituten und welche Barrieren bestehen in diesen Wissensinteraktionen? Als theoretisch-konzeptionelle Basis des Projekts dient der Innovationssystem-Ansatz. Hierbei wird Innovation als ein umfassender, komplexer, interaktiver Prozeß begriffen, an dem zahlreiche Akteure (Produzenten, Nachfrager, Konkurrenten, staatliche Institutionen, Universitäten) direkt oder indirekt beteiligt sind und der durch bestimmte Anreizstrukturen bzw. Barrieren (wie Gesetze, Normen, Traditionen etc.) beeinflußt und gelenkt wird. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Fähigkeiten der einzelnen Akteure gelegt, Wissen zu absorbieren und produktiv im Innovationsprozeß zu verarbeiten. Diese Aufnahmefähigkeit wird wesentlich von den Eigenschaften des benötigten Wissens und den herangezogenen Austauschkanälen beeinflußt. Das Forschungsvorhaben ist stark empirisch ausgerichtet. Im Zentrum steht die Messung von Wissenstransfers von Universitäten zu Unternehmen in Österreich. Hierfür werden fünf Typen von Wissensströmen betrachtet: 1. formale F&E-Kooperationen als ein Input-Indikator für Wissenstransfers im Rahmen von gemeinsamen Forschungsprojekten, 2. gemeinsame Publikationen und Patentanmeldungen von Universitäts- und Unternehmensangehörigen als Output-Indikator für Wissenstransfers im Rahmen von gemeinsamen Forschungsprojekten, 3. Wissensaustausch durch die Absorption von kodifiziertem Wissen durch Unternehmen aus Publikationen und Patentamneldungen von Universitätsangehörigen 4. Wissensaustausch durch Personalmobilität von Universitäten zu Unternehmen, 5. Wissensaustausch durch Unternehmensneugründungen durch Universitätsangehörige. Wissensströme werden für den Zeitraum 1991 bis 1997 differenziert nach den Forschungsgebieten der Universitätsinstitute und der Branchenzugehörigkeit der Unternehmen gemessen, um so technologische Schwerpunkte von wissensorientierten Universität-Unternehmen-Interaktionen erfassen zu können. Zur Identifikation von Einflußfaktoren des Wissensinteraktionsverhaltens von Universitätsinsituten wird ein konzeptionelles Modell entwickelt, das zur Schätzung des Einflusses von organisatorischen und forschungsbezogenen Variablen auf das Ausmaß des Wissenstransfers eines Universitätsinstituts zum Unternehmenssektor herangezogen wird. Folgende unabhängige Variable werden berücksichtigt: Institutsgröße, Institutsstandort, Fakultätszugehörigkeit, Reputation des Instituts, Forschungsorientierung sowie bisherige Erfahrungen in Forschungskooperationen mit Unternehmen. Die Ergebnisse des Forschungsprojekts können u.a. dazu dienen, die Relevanz universitärer Wissensproduktion für unternehmerische Forschungs- und Innovationsanstrengungen einzuschätzen, institutsbezogene Barrieren in Wissenstransferaktivitäten zu identifizieren und Datengrundlagen für vergleichende internationale Untersuchungen zu Wissensströmen in Innovationssystemen bereitzustellen.
- Manfred M. Fischer, Wirtschaftsuniversität Wien , assoziierte:r Forschungspartner:in