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Deutschsprachige SchriftstellerInnen österreichischer Herkunft in Palästina/Israel

German language literature in Palestine/Israel

Klaus Müller-Salget (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/P12824
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.09.1998
  • Projektende 31.08.2005
  • Bewilligungssumme 57.332 €

Wissenschaftsdisziplinen

Sprach- und Literaturwissenschaften (100%)

Keywords

    DEUTSCH-JÜDISCHE LITERATUR, ÖSTERREICHISCHE LITERATUR, EMIGRANTENLITERATUR, LITERATUR ISRAELS

Endbericht

Das Forschungsprojekt "Deutschsprachige Schriftsteller und Schriftstellerinnen österreichischer Herkunft in Palästina/Israel" beschäftigte sich mit einem wenig` bekannten, deshalb aber nicht wenig beachtenswerten Phänomen im Bereich der neueren deutschen Literatur. Es konnten Erkenntnisse zu den Aspekten Herkunft/Exil/Heimat, Sprachen-Problem, Verbreitung und Rezeption, Selbstverständnis der AutorInnen gewonnen sowie biographische und bibliographische Daten gesammelt werden. Das aus der Exilforschung hinlänglich bekannte Heimat-Problem, das bei der hier zur Diskussion stehenden Personengruppe durch den Identitätskonflikt deutschsprachiger Juden/Jüdinnen bzw. die "Heimkehr" in die Heimat des jüdischen Volkes noch verschärft wurde, scheint weitgehend überwunden. Die wenigen noch lebenden Autor/innen des Untersuchungsbereichs bezeichnen sich alle als Israelis mit deutschen bzw. österreichischen Wurzeln, ohne deswegen eine innere Zerrissenheit zu beklagen. Nichtsdestoweniger sind das Sprachen-Problem und die Schwierigkeiten der Verbreitung und Rezeption nach wie vor aktuell. Die AutorInnen können sich zwar über das wachsende Interesse aus Europa freuen, müssen aber hinnehmen, dass sie in Israel fast nur noch unter sich sind. Die Überalterung der deutschsprachigen Minderheit in Israel führte mittlerweile auch beim "Verband deutschsprachiger Schriftsteller in Israel" zu einer Reduktion der Tätigkeiten auf ein Minimum. Letztlich hat sich bestätigt, dass Verbreitung und Rezeption dieser Literatur sowohl auf dem literarischen Marktals auch auf wissenschaftlicher Ebene vom Engagement Einzelner abhängt und eine dauerhafte Etablierung nicht zu erwarten ist: Der Frage nach dem Selbstverständnis der AutorInnen wird in der Dissertation der Projektmitarbeiterin in einer Reduktion auf die Textsorte Autobiographie, die als kommunikativer Akt der Selbstmitteilung an die Öffentlichkeit verstanden wird, nachgegangen. Dabei zeichnet sich eine Überraschung ab: Forschungen über in irgendeiner Weise unterdrückte, ausgegrenzte, verfolgte Literaturen bzw. deren Akteure neigen dazu, die Perspektive auf dieses Moment der Gewalt zu verengen. Insbesondere Forschungen im Zusammenhang mit dem Holocaust laufen Gefahr, neben der notwendigen Sensibilität für diese historische Schrecklichkeit andere Aspekte zu übersehen und z. B. Lebensbeschreibungen auf die Themen Vertreibung, Traumatisierung, Existenzbruch und (als Schuld empfundenes) Überleben zu reduzieren. Die Dissertation zeigt hingegen an sechs Autobiographien deutschsprachiger Schriftsteller/innen aus Israel (Max Brod, Lola Landau, Max Zweig, Anna Maria Jokl, Alice SchwarzGardos. Willy Verkauf-Verlon), wie individuell und vielfältig das Selbstverständnis selbst jener Mensehen ist, die extremste Lebenserfahrungen miteinander teilen. Da die Autobiographien gerade nicht unter der Kategorie Exilliteratur betrachtet werden, sondern als Beispiele einer Textsorte, für die allgemeine Topoi gelten, können sechs voneinander verschiedene Lebensurteile herausgearbeitet werden, was das Verständnis für das Forschungsthema insgesamt verbreitert und vertieft.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Innsbruck - 100%

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