Lexikon der antiker Namen in deutschen Texten des Mittelalters
Lexicon of Classic Names in Medieval German Literature
Wissenschaftsdisziplinen
Sprach- und Literaturwissenschaften (100%)
Keywords
- ANTIKEREZEPTION,
- REZEPTIONSGESCHICHTE,
- INTERTEXTUALITÄT,
- MOTIVGESCHICHTE
Die Rezeption der Antike durch mittelalterliche Philosophie, Literatur und Kunst war für die mediävistische Forschung von Beginn an eine zentrale Fragestellung. Die mittelalterliche Sicht auf die Antike ist von einer grundsätzlichen Opposition geprägt: Die Antike ist einerseits kulturelle Autorität, andererseits ist sie als heidnische Epoche, als Epoche ante gratiam problematisch. Diese Opposition und die umfassende Dimension mittelalterlicher Antikerezeption schlugen sich in einer Vielzahl unterschiedlicher Rezeptionsweisen nieder. Eine systematische Aufarbeitung fehlt. Als ein wesentlicher Schritt dazu versteht sich das `Lexikon der antiken Namen in den deutschen Texten des Mittelalters`. Das Projekt baut auf vier Vorgängerprojekte auf, in denen das Belegmaterial erhoben wurde. Es wurde lexikographisch aufgearbeitet und wird 2001 in Buchform publiziert werden (Titel: Handbuch der antiken Gestalten in den mittelhochdeutschen Texten [HAGIMT], Verlag: de Gruyter, Berlin/New York). Das Lexikon umfasst rund 1000 Namensartikel zu mythologischen und historischen antiken Gestalten. Die Artikel bestehen aus einem Belegteil, der die Belegstellen auflistet und inhaltlich bespricht. Dem Belegteil folgt ein Kommentarteil. Er gibt einen analysierenden Überblick über Hauptlinien der Rezeption, Motivtraditionen, Rezeptionsbrüche, "Fehler", Verwechslungen usw. Außerdem ist der mittellateinische und romanische Traditionszusammenhang berücksichtigt. Weiterführende bibliographische Angaben ergänzen die Artikel. Insgesamt versteht sich das Lexikon als ein für die deutsche Literatur von 1150-1350 umfassender, grundlegender und systematischer Forschungsbeitrag zur mittelalterlichen Antikerezeption, also zu einem geistesgeschichtlichen Phänomen, das die europäische Literatur auch und gerade dieser Epoche massiv und kontinuierlich prägte.
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