Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (50%); Politikwissenschaften (50%)
Keywords
KONSERVATIVE REVOLUTION,
NEOKONSERVATIVISMUS,
NEUE RECHTE,
RECHTSEXTREMISMUS,
FASCHISMUS,
ITALIEN
Endbericht
In Italien ist die "Konservative Revolution" ein schillernder und vieldeutiger Begriff für die politische
Rechtsbewegung und innerhalb dieser für eine Gruppe meist antidemokratisch eingestellter Intellektueller. Die
Wortverbindung hat eine wissenschaftliche und eine politische Dimension. Auf der wissenschaftlichen Ebene kann
von einem elaborierten Begriff keine Rede sein. Als politischer Begriff hat die "Konservative Revolution" in Italien
eine abgrenzbare Trägerschaft, und sie ist mit konkreten - wenn auch keineswegs einheitlichen - politischen
Inhalten verknüpft. Darin liegt die eigentliche Bedeutung der "Konservativen Revolution" als gesamteuropäisches,
über den deutschen Sprach- und Kulturraum hinausweisendes Forschungsfeld. Dieser innovative Aspekt bringt im
Vergleich zu Stefan Breuers "Anatomie der Konservativen Revolution" einen erfolgreichen Perspektivwechsel.
Als Hauptvertreter der "Konservativen Revolution" in Italien werden neben dem Schriftsteller Giulio Evola (1898 -
1974) insbesondere der dem syndikalistischen Sozialismus nahestehende Herausgeber der Zeitschriften "Leonardo"
und "La Voce" Giuseppe Prezzolini, (1882 - 1992), sowie die Philosophen Giuseppe Rensi (1871 - 1941),
Giovanni Gentile (1875 - 1944) Augusto Del Noce (1910 - 1989) und Ugo Spirito (1896 - 1979), weiters der
Dichter und Politiker Gabriele d`Annunzio (1863 - 1938) genannt. In der Logik von Marcello Veneziani - jenes
italienischen Autors, der sich vielleicht am intensivsten um die Übertragung der "Konservativen Revolution" auf
Italien bemüht hat - war aber wohl Mussolini selbst der wichtigste Exponent der "Konservativen Revolution" in
Italien.