Die Zukunft des Nationalismus
The Future of Nationalism. On the Dialectic of a Modern Political Religion
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (50%); Politikwissenschaften (50%)
Keywords
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NEUER NATIONALISMUS,
NATIONALISMUS IN WESTEUROPA,
ENDE DES NATIONALISMUS,
NATIONALISMUS IN OSTEUROPA,
AUßEREUROPÄISCHER NATIONALISMUS
Die wissenschaftliche Fragestellungen des Projektes betreffen drei Problemkreise: a) Kann der Nationalismus als moderne politische Religion interpretiert werden? b) Waren die nationalistischen Aufbrüche nach dem Ende des Kommunismus der Beginn eines neuen Nationalismus in Ost- und Westeuropa? c) Die Zukunft des außereuropäischen Nationalismus in Lateinamerika und der Karibik am Beispiel Argentiniens und der Dominikanischen Republik. Der Nationalismus des 19. und 20. Jahrhunderts zeigt - trotz unterschiedlicher Erscheinungsformen - eine den politischen Religionen ähnliche Struktur. Die Nation wird mit religiösen Symbolen versehen, d.h. die Religion wird politisiert und vielfach schlägt Politik in Religion um. In diesem Sinne ist das "wissenschaftliche Neuland" des Projektes darin zu bestimmen, daß der Nationalismus unter anderem eine religiöse Grundstruktur aufweist. Vielfach wurden die nationalistischen Ausschreitungen nach dem Zusammenbruch des realen Sozialismus in Europa als Anzeichen eines neuen Nationalismus interpretiert. Dennoch weisen die westeuropäischen Gesellschaften eine andere politische Entwicklung auf als viele zentral- und osteuropäische Länder, in denen offensichtlich der alte Nationalismus wieder zum Vorschein kommt. Die Schaffung der "Europäische Union" und die damit verbunden Überwindung der klassischen Nationalstaatlichkeit tragen der veränderten politischen und ökonomischen Realität Rechnung. In einem dritten Schritt soll die Entwicklung des außereuropäischen Nationalismus in Lateinamerika und in der Karibik an den Beispielen Argentiniens und der Dominikanischen Republik dargestellt werden.
- Universität Innsbruck - 100%
- Julius H. Schoeps, Universität Potsdam , assoziierte:r Forschungspartner:in