Kopplungsanalyse bei HMSN
Hereditary motor and sensory neuropathies (HMNS = Charcot-Marie-Tooth syndrom = CMT) and related neuropathies: Linkage analysis and gene identification in ulcero-mutilating neuropathies
Wissenschaftsdisziplinen
Klinische Medizin (30%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (70%)
Keywords
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HEREDITARY MOTOR AND SENSORY NEUROPATHIE,
LINKAGE ANALYSIS,
ULCERO-MUTILATING NEUROPATHIES,
GENE IDENTIFICATION
Hereditäre motorisch-sensible Neuropathien (HMSN) treten Veränderungen mit einer Häufigkeit von 1:2500 auf. Molekulargenetische Untersuchungen in den letzten Jahren haben gezeigt, daß diesen Erkrankungen unterschiedliche Genorte zugrunde liegen. Bisher konnten autosomal dominant vererbte Formen in die Gruppen HMSNIA-C, HMSNIIA-D, HMSNV, HMNII und V (hereditäre motorische Neuropathien) und HSNI (hereditäre sensible Neuropathien) eingeteilt werden. Weiters werden die autosomal rezessiven Formen HMSNIV A und B und X-chromosomal vererbten Subtypen unterschieden. Die der Erkrankung zugrundeliegenden Gene sind bisher lediglich für die HMSNIA, HMSNIB und HMSNX (PMP22-, MPZ- und Connexin32-Gen) bekannt. Den unterschiedlichen Genotypen können teilweise, charakteristische Phänotypen zugeordnet werden. Klinisch und elektrophysiologisch sehr typisch präsentieren sich ulcero-mutilierende Neuropathien (genetisch dem Typ HMSNIIB und der HSNI entsprechend), die neben sensiblen und unterschiedlich ausgeprägten motorischen Ausfällen insbesondere eine Neigung zu Ulcerationen an den Füßen mit konsekutiver Osteolyse und/oder Osteomyelitis mit der Folge einer Amputation aufweisen. In den letzten beiden Jahren wurden in Graz vermehrt Familien mit HMSN klinisch und elektrophysiologisch untersucht und Blutproben zur DNA-Analyse entnommen. In Österreich konnte bisher nur das HMSNIA-Syndrom nachgewiesen werden. Bei allen Patienten und Familien mit seltenerem Typ mußten DNA-Proben zur Linkage-Analyse nach Sydney (Australien) und Antwerpen (Belgien) verschickt werden. Ziele: 1. Klinische und elektrophysiologische Untersuchung von erkrankten und nicht erkrankten Personen, DNA und RNA Isolierung und Herstellen von Lymphoblastoiden-Zellinien selektierter Familienmitglieder. 2. Mutationsscreening betroffener Personen. 3. Linkage-Analysen für bekannte Genloci. 4. Gesamter Genom Scan. 5. Identifizierung des Gens/der Gene für diese neue Form ulcero-mutilierender Neuropathien. Die Studienpopulation umfaßt 2 Familien mit hereditärer ulcero-mutilierender Neuropathie. Klinische und elektrophysiologische Befunde wurden bereits bei betroffenen und nichtbetroffenen Familienmitgliedern erhoben. DNA wurde aus dem Blut aller Untersuchten extrahiert. In einer Familie wurden die für diese Erkrankung bisher bekannten Genorte am Chromosom 3 und Chromosom 9 bereits durch Linkage-Analysen ausgeschlossen.
Durch die detaillierte neurologische, elektrophysiologische und genetische Charakterisierung von mehreren Familien mit vererbten Formen von peripheren Neuropathien ist es uns gelungen, die Bereiche auf den menschlichen Chromosomen einzugrenzen, die für die Ausprägung der Erkrankung verantwortlich sind. Da bei den peripheren Neuropathien eine große klinische und genetische Heterogenität vorliegt ist dies ein wichtiger erster Schritt um in den Familien eine Zuordnung zu einem bestimmten Gen bzw. Genlocus vorzunehmen und eine humangenetische Beratung durchführen zu können. Durch diesen Ansatz ist uns in Zusammenarbeit mit einer belgischen Arbeitsgruppe die Eingrenzung des kritischen Bereichs für CMT2B gelungen und in der anschließenden Analyse von funktionellen und positionellen Kandidatengenen konnten wir Mutationen in einem Gen bei Patienten mit CMT2B aus Österreich, Amerika und Schottland nachweisen. In einer großem Familien mit einem konstruierten Stammbaum über mehr als 6 Generationen konnten wir zudem alle bis dato bekannten Genloci ausschließen und wir haben in dieser Familie eine Charakterisierung mit hoch polymorphen DNA-Markern über das gesamte menschliche Genom vorgenommen. Dadurch war uns die Zuordnung eines neuen Genortes für diese Erkrankung möglich und es gelang uns einen Bereich am langen Arm von Chromosom 11 in Zusammenhang mit dieser Form der Erkrankung bringen. Zur Zeit sind wir dabei weitere Familien mit ähnlichem Phänotyp zu sammeln um eine weitere Eingrenzung des fraglichen Bereichs vornehmen zu können. Gleichzeitig versuchen wir neue Gene dem genomischen bereich durch bioinformatische Ansätze zuzuordnen und es werden funktionelle Kandidatengene auf Mutationen im kodierenden Bereich durch direkte DNA-Sequenzzierung analysiert.
- Hans Peter Hartung, Medizinische Universität Graz , assoziierte:r Forschungspartner:in
- Michaela Auer-Grumbach, Medizinische Universität Wien , assoziierte:r Forschungspartner:in
Research Output
- 546 Zitationen
- 5 Publikationen
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2019
Titel Postmagmatic Tectonic Evolution of the Outer Izu-Bonin Forearc Revealed by Sediment Basin Structure and Vein Microstructure Analysis: Implications for a 15 Ma Hiatus Between Pacific Plate Subduction Initiation and Forearc Extension DOI 10.1029/2019gc008329 Typ Journal Article Autor Kurz W Journal Geochemistry, Geophysics, Geosystems Seiten 5867-5895 Link Publikation -
2000
Titel Phenotypic and genotypic heterogeneity in hereditary motor neuronopathy type V DOI 10.1093/brain/123.8.1612 Typ Journal Article Autor Auer-Grumbach M Journal Brain Seiten 1612-1623 -
2020
Titel Geochemistry and Microtextures of Vein Calcites Pervading the Izu-Bonin Forearc and Rear Arc Crust: New Insights From IODP Expeditions 352 and 351 DOI 10.1029/2019gc008745 Typ Journal Article Autor Quandt D Journal Geochemistry, Geophysics, Geosystems Link Publikation -
2003
Titel Mutations in the Small GTP-ase Late Endosomal Protein RAB7 Cause Charcot-Marie-Tooth Type 2B Neuropathy DOI 10.1086/367847 Typ Journal Article Autor Verhoeven K Journal The American Journal of Human Genetics Seiten 722-727 Link Publikation -
2002
Titel Autosomal dominant juvenile amyotrophic lateral sclerosis and distal hereditary motor neuronopathy with pyramidal tract signs: synonyms for the same disorder? DOI 10.1093/brain/awf127 Typ Journal Article Autor De Jonghe P Journal Brain Seiten 1320-1325 Link Publikation