Herausgabe historischer Bestände des Phonogrammarchivs der Österreichischen Akademie der Wissenschaften auf CD. Teil 3: Die Sammlungen Rudolf Trebitsch (1906-1913)
The Complete Trebitsch Collections on CDs
Wissenschaftsdisziplinen
Kunstwissenschaften (20%); Soziologie (20%); Sprach- und Literaturwissenschaften (60%)
Keywords
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HISTORISCHE TONAUFNAHMEN,
SPRACHWISSENSCHAFT,
QUELLENKRITISCHE EDITION,
MUSIKETHNOLOGIE
Das Phonogrammarchiv verfügt als ältestes Schallarchiv der Welt über einen Bestand von rund 4000 historischen mechanischen Tonträgern (Phonogramme und Grammophonplatten), die von der Jahrhundertwende bis rund 1950 aufgenommen und archiviert wurden. Diese Aufnahmen stellen bisweilen die einzigen Zeugnisse längst vergangener, oder zumindest stark veränderter Kulturen dar, und sind somit nicht nur für die Wissenschaft, sondern auch aus rein historischen Gründen für ihre Ursprungsländer von erheblicher Bedeutung. Da auf ihren historischen Trägern die Tondokumente nicht unmittelbar verfügbar sind, sondern erst auf moderne Datenträger übertragen werden müssen, da überdies die historische Tonqualität und der Erhaltungszustand der Originale technische Eingriffe nahelegen, und da die historischen Protokollangaben zu den Aufnahmen vielfach eines Kommentars bedürfen, wurde eine systematische quellenkritische Edition im wesentlichen des gesamten historischen Bestandes bis 1950 beschlossen, wobei hinsichtlich der Vollständigkeit gleichsam in Form einer "Gesamtausgabe" Neuland unter den wissenschaftlichen Schallarchiven beschritten wird. Gegenstand dieses Projektes, als 3. Teilprojekt der historischen Bestände des Phonogrammarchivs, sind die "Sammlungen Trebitsch", Aufnahmen von westeuropäischen Minoritäten (aus Schottland, Wales, Bretagne und dem französischen wie spanischen Baskenland) und Inuit (aus Grönland). Die Aufnahmen von Trebitsch umfassen sowohl Sprachproben als auch Musikbeispiele und zählen auf Grund ihres frühen Aufnahmedatums (1906-1913) - sie sind vielfach tatsächlich die ältesten Dokumente ihres Genres - zu den gesuchten Quellen für Ethnomusikologen und Linguisten. Im Rahmen des Projektes wird eine quellenkritische Edition dieser Tondokumente sowohl in akustischer Hinsicht auf CD, wie auch in Form eines schriftlichen Kommentars (Begleitband) erstellt. Der innovative Aspekt des Projektes besteht in der kritischen Aufbereitung und Zurverfügungstellung von frühen musikalischen bzw. linguistischen Dokumenten, von denen bisher keine bzw. nur wenige Vergleichsmaterialien vorliegen. Insbesondere jene Fachvertreter, die an diachronen Fragestellungen interessiert sind, werden die leichte und aufgeschlossene Verfügbarkeit des Materials als wichtige Erweiterung ihrer Quellen begrüßen.
Das Phonogrammarchiv verfügt als ältestes Schallarchiv der Welt über einen Bestand von rund 4000 historischen mechanischen Tonträgern, die zwischen 1899 und rund 1950 aufgenommen und archiviert wurden. Diese Sammlung von Phonogrammen und Grammophonplatten wurde 1999 als Dokument universaler Bedeutung seitens der UNESCO durch Eintrag in das Weltregister des "Memory of the World"-Programms aufgenommen. Sie bietet in vielen Fällen die einzigen Ton-Zeugnisse vergangener oder zumindest stark veränderter Kulturen und ist somit nicht nur für die Wissenschaft, sondern auch für ihre Ursprungsländer von erheblicher historischer Bedeutung. Da die Tondokumente auf ihren historischen Trägern nicht unmittelbar verfügbar sind, sondern erst auf moderne Datenträger übertragen werden müssen, da überdies der Erhaltungszustand und die Tonqualität technische Eingriffe nahelegen, und da die historischen Protokollangaben zu den Aufnahmen vielfach eines Kommentars bedürfen, wurde eine systematische Quellenedition im wesentlichen des gesamten historischen Bestandes bis 1950 beschlossen, wobei eine derartige "Gesamtausgabe" Neuland unter den wissenschaftlichen Schallarchiven bedeutet. Gegenstand dieses Projektes waren die "Sammlungen Trebitsch", die in drei nach den unterschiedlichen Forschungsländern bzw. Sprachen unterteilten Bänden als Serie 5 der Gesamtedition erscheinen werden: Die Inuit- Aufnahmen aus Grönland von 1906, die Aufnahmen der keltischen Völker in Irland, Wales, Schottland, der Bretagne und auf der Isle of Man aus den Jahren 1907 bis 1909, sowie die baskischen Aufnahmen von 1913 aus dem französischen und dem spanischen Baskenland. Trebitschs Aufnahmen umfassen sowohl Sprachproben als auch Musikbeispiele und zählen auf Grund ihres frühen Aufnahmedatums - sie sind vielfach tatsächlich die ältesten Dokumente ihres Genres - zu gesuchten Quellen für Ethnomusikologie, Linguistik und Kulturwissenschaften. So etwa stellen die Aufnahmen der keltischen Sprache Manx eine der wenigen und mit Sicherheit die ältesten Tondokumente dieser im 20. Jahrhundert ausgestorbenen Sprache dar. Im Rahmen des Projektes wurden die Masters für die Edition dieser Tondokumente als CDs sowie die Manuskripte der schriftlichen Kommentare erstellt. Für Text- und Musiktranskriptionen sowie fachlichen Kommentar wurden Experten sowohl in Österreich als auch in den jeweiligen Ursprungsländern der Aufnahmen eingebunden. Zudem wird Trebitschs Originaldokumentation in Form von Bildfiles auf CD-ROMs zugänglich gemacht. Insbesondere jene Fachvertreter, die an diachronen Fragestellungen interessiert sind, werden die leichte und aufgeschlossene Verfügbarkeit dieser frühen Materialien als wichtige Erweiterung ihrer Quellen begrüßen. Erfahrungsgemäß werden aber diese Dokumente auch von einem allgemein kulturhistorisch interessiertem Publikum, insbesondere in den Ursprungsländern, mit Interesse aufgenommen.