Untersuchung einer Zitadelle der frühen 18. Dynastie im Bereiche von Auaris/ ägyptisches Ostdelta
Ahmose-Citadel II
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Naturwissenschaften (20%); Geschichte, Archäologie (40%); Sprach- und Literaturwissenschaften (40%)
Keywords
-
AUARIS,
ZITADELLE,
RAMSESSTADT,
NEUES REICH,
AHMOSE,
HANDELSBEZIEHUNGEN
Im Laufe der Ausgrabungen des Österreichischen Archäologischen Instituts und des Instituts für Ägyptologie der Universität Wien bei Ezbet Helmi (bei Tell el-Dab`a) wurde eine gewaltige Zitadelle aus der frühen 18. Dynastie angeschnitten. Ihre Grundelemente erinnern sehr an die Palastanlage bei Deir el-Ballas in Oberägypten. Vermutlich wurde sie vom letzten Inhaber des Deir el-Ballas-Palastes nach der Eroberung von Auaris über der Residenz der letzten Hyksosherrscher errichtet. Diese Anlage nimmt etwa 70.000 m2 ein. Im Rahmen des Projektes P 10977SPR wurden bereits wichtige Teile dieses Palastbezirkes angeschnitten, vor allem Fundamente einer erhöhten Festung 70 x 45 m, eine Umfassungsmauer, Gartenanlagen und die Überreste eines großen Wohnpalastes Die reinen Ausgrabungsarbeiten werden durch Subventionen des Bundesministerium für Wissenschaft und Verkehr bestritten. Teile der Analysen werden außerdem durch Angehörige des Österreichischen Archäologischen Instituts und des Instituts für Ägyptologie durchgeführt. Eine Reihe weiterer wissenschaftlicher Analysen sowie die Kosten der Techniker, wie Photographen, Zeichner etc. sind durch auswärtige Finanzierung aufzubringen. Besonders wichtig wäre: 1. der Vergleich der materiellen Kultur von Tell el-Dab`a mit Memphis für das späte Mittlere Reich und die zweite Zwischenzeit (B. Bader). Hier ergibt sich die Möglichkeit, in Zusammenarbeit mit der Egypt Exploration Society einen unmittelbaren Vergleich mit dem Fundmaterial des gleichzeitigen Memphis anzustellen. 2. Auswertung des Fundmaterials der späten Hyksoszeit und der frühen 18. Dynastie aus dem Bereich der Zitadelle (Areal H/II-III) (R. Schiestl). 3. Für die zukünftigen Ausgrabungen erweist es sich jetzt als unumgänglich, einen Magnetometer-Survey durchführen zu lassen. Die ausgezeichneten Erfolge von Dr. H. Becker, Landesamt für Denkmalpflege Bayern, bei Qantir zeigen, daß sogar im Delta mit seiner starken Durchfeuchtung des Erdreiches Grundrisse von Häusern und großen Bauanlagen mit dieser Methode erfaßt werden können. Dies würde in Zukunft die Ausgrabungen in äußerst ökonomischer Weise beeinflussen. 4. Von naturwissenschaftlicher Seite ist eine Analyse der zahlreichen Skelettfunde unumgänglich. Dramatische Befunde von mutmaßlich im Kampf um Avaris gefallenen Soldaten und möglicherweise Exekutierten stammen aus dem Bereich zwischen der Hyksos-Zitadelle und der Zitadelle der frühen 18. Dynastie. Im gleichen Bereich befand sich ebenfalls eine Grube mit zwei Skeletten in Bauchlage, darüber ein großer Berg von zerschlagener Keramik und Steinen. Solche dramatischen Befunde wurden bisher in Ägypten selten gemacht. Ebenso gibt es Pferdeskelette, deren Untersuchung bereits von A. von den Driesch, Universität München, begonnen wurde. Palynologische Untersuchungen durch die Universität Zagazig/Ägypten haben bereits begonnen. Insgesamt könnten die beantragten Untersuchungen dazu beitragen, die Geschichte des Endes der Hyksosherrschaft und des Beginns des Neuen Reiches neu zu schreiben.
- Universität Wien - 100%
- Helmut Becker, Bayrisches Landesamt für Denkmalpflege - Deutschland
- Angela Von Den Driesch, Freie Universität Berlin - Deutschland
- Janine Bourriau, University of Cambridge - Vereinigtes Königreich