Allergie-Immuntherapie mit Plasmid DNA
Development of a DNA-based multi-vaccine for the treatment of allergy caused by plant pollen related food allergens
Wissenschaftsdisziplinen
Klinische Medizin (70%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (30%)
Keywords
-
DNA-BASED IMMUNIZATION,
ALLERGENS,
PLASMID DNA,
TH1/TH2 RESPONSE,
DESENSITIZATION,
CYTOKINES
Forschungsprojekt P 13827Allergie-Immuntherapie mit Plasmid DNAJosef THALHAMER28.06.1999 In den letzten Jahrzehnten konnte eine starke Zunahme allergischer Erkrankungen vom Soforttyp beobachtet werden. Auf molekularer Basis sind Allergien durch langanhaltend hohen IgE Titer gegen eine Vielzahl von Umweltantigenen gekennzeichnet; Interleukin-4 und sein inhibitorisches Konterpart Interferon-gamma entscheiden maßgeblich über den Verlauf und das Ausmaß der allergischen Erkrankung. In diesem Zusammenhang stellt die junge Technik der "DNA-Immunisierung" einen vielversprechenden neuen Ansatzpunkt in der Behandlung von Allergien dar. Im Gegensatz zur konventionellen Immunisierung mit Protein- Antigenen induziert eine Impfung mit Plasmid-kodierten Allergenen bevorzugt Interferon-gamma, ein Zytokin das mit einer anti-allergischen Th1 Typ Immunantwort assoziert ist. Das Ziel dieser Studie ist es, mit einer Vielzahl. klinisch relevanter Allergene ein auf DNA-Injektion beruhendes Desensibilisierungsprotokoll im Tiermodell zu etablieren. Die in eukaryotischen Expressionsvektoren klonierten Allergene werden hinsichtlich zweier zentraler Fragen charakterisiert: 1) Kann mit Hilfe der DNA-Impfung eine allergische Immunantwort in eine nicht-allergische konvertiert werden ? 2) Kann eine über genetische Immuniserung gesetzte anti-allergische Th1-Immunantwort in Folge Allergien verhindern? Der erste Ansatz entspricht dem Konzept einer Immuntheraphie gegen eine schon bestehende Allergie, der zweite stellt eine "Impfling" oder "Vakzinierung" gegen Allergien dar. Allergene können auf Grund ihrer Kreuzreaktion auf B- und T- Zellebene, in distinkte Gruppen oder Syndrome klassifiziert werden. Bekannte Beispiele für solche Gruppen sind bestimmte Baum-Pollen Allergene, Baum-Pollen assozierte Nahrungsmittelallergien und das pflanzliche Panallergen Profilin. Es ist daher weithin akzeptierte Meinung, daß man so unter der Zuhilfenahme einiger weniger Allergene einen breiten Schutz vor verwandten Allergenen etablieren kann. In einem dreistufigen Forschungsansatz werden wir: a) starke Th-1 induzierende Allergene identifizieren b) diese hinsichtlich ihrer Krewreaktivivät mit verwandten Allergenen untersuchen c) und schließlich aus dem so gewonnenen Wissen ein Multivakzin entwickeln, das einen breiten Schutz gegen eine Vielzahl von Allergenen bieten soll
In den letzten Jahrzehnten konnte weltweit eine starke Zunahme allergischer Erkrankungen beobachtet werden. Allergien stellen eine fehlgeleitete Immunreaktion gegen an sich harmlose Moleküle aus der Umwelt dar. Auf molekularer Basis ist diese Fehlreaktion durch einen hohen Anteil von bestimmten Antikörpern (Immunglobulin E) und regulatorischen Molekülen des Immunsystems (hier vor allem das Zytokin Interleukin 4) gekennzeichnet. In diesem Zusammenhang stellt die Technik der "genetischen Immunisierung" einen vielversprechenden neuen Ansatzpunkt in der Behandlung von Allergien dar. Dieser neue Typus von Impfstoff besteht prinzipiell nur aus einem ringförmigen Stück reiner genetischer Information (sogenannter DNA), die von den Zellen des geimpften Organismus übersetzt wird und dann die entsprechenden Immunreaktionen auslöst. Durch die hohe Reinheit des genetischen Impfstoffes besteht keine Gefahr der Neben-wirkungen wie Entzündungsreaktionen und lebensbedrohlicher Schockzustände, die durch Verunreinigungen bei der Herstellung von herkömmlichen Impfstoffen verursacht werden können. Genetische Vakzine sind darüber hinaus relativ einfach und auch billig herzustellen, sie sind hitzebeständig und bleiben daher ohne Kühlung monatelang stabil und funktionsfähig. Eine Besonderheit der genetischen Impfstoffe macht diese zu äußerst attraktiven Kandidaten für eine immuntherapeutische Allergiebehandlung, nämlich ihre Eigenschaft, anti-allergische Immunreaktionen auszulösen. Im abgeschlossenen Projekt wurden im Tiermodell genetische Vakzine gegen einzelne Allergene aus Baumpollen, Unkräutern und Gräsern und Nahrungsmitteln entwickelt und die immunologischen Reaktionen detailliert charakterisiert. Diese Impfstoffe können sowohl vor allergischen Reaktionen schützen als auch eine bestehende allergische Reaktion umkehren oder vermindern. Darüber hinaus konnten wir zeigen, daß es möglich ist, wirksame genetische Vakzine gegen ganze Gruppen von Allergenen, sogenannte Multi-Vakzine, zu produzieren. Darüber hinaus vermittelt genetische Immunisierung gegen bestimmte Allergene auch einen Schutz gegen verwandte Allergene. Dies demonstriert die prinzipielle Möglichkeit, mit genetischen Impfstoffen, die aus wenigen, klar definierten und hochreinen Komponenten bestehen, komplexe Allergien zu behandeln. Stellung des Projektes im internationalen Kontext Erste Experimente mit genetischen Vakzinen wurden 1992 publiziert, ab 1996 kam es zu einer intensiven und systematischen Bearbeitung dieses Gebiets. Genetische Impfstoffe sind aktuelle Hoffnungsträger für die Bekämpfung der am weltweit folgenschwersten Infektionskrankheiten wie Malaria, HIV und Tuberkulose und bieten auch neue Zugänge zur Bekämpfung von Tumoren. Wie im vorliegenden Projekt bewiesen wurde, eignen sie sich aber auch sehr gut für die Entwicklung von prophylaktischen und therapeutischen Strategien in der Allergiebekämpfung. Unsere Forschung an Gen Vakzinen hat diesbezüglich starke innovations-fördernde Effekte und trägt auch wesentlich zu neuen Technologieentwicklungen im Bereich der Impfstoffforschung und Entwicklung bei.
- Universität Salzburg - 100%
Research Output
- 295 Zitationen
- 7 Publikationen
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2003
Titel Characterization of the protective and therapeutic efficiency of a DNA vaccine encoding the major birch pollen allergen Bet v 1a DOI 10.1046/j.1398-9995.2003.00335.x Typ Journal Article Autor Hartl A Journal Allergy Seiten 65-73 -
2003
Titel Prevention of allergen-specific IgE production and suppression of an established Th2-type response by immunization with DNA encoding hypoallergenic allergen derivatives of Bet v 1, the major birch-pollen allergen DOI 10.1002/eji.200323377 Typ Journal Article Autor Hochreiter R Journal European Journal of Immunology Seiten 1667-1676 -
2003
Titel Optimization of codon usage is required for effective genetic immunization against Art v 1, the major allergen of mugwort pollen DOI 10.1034/j.1398-9995.2003.00170.x Typ Journal Article Autor Bauer R Journal Allergy Seiten 1003-1010 -
2002
Titel Gene gun bombardment with gold particles displays a particular Th2-promoting signal that over-rules the Th1-inducing effect of immunostimulatory CpG motifs in DNA vaccines DOI 10.1016/s0264-410x(02)00250-5 Typ Journal Article Autor Weiss R Journal Vaccine Seiten 3148-3154 -
2001
Titel Removal of the circumsporozoite protein (CSP) glycosylphosphatidylinositol signal sequence from a CSP DNA vaccine enhances induction of CSP-specific Th2 type immune responses and improvesprotection against malaria infection DOI 10.1002/1521-4141(200103)31:3<692::aid-immu692>3.0 Typ Journal Article Autor Scheiblhofer S Journal European Journal of Immunology Seiten 692-698 Link Publikation -
2000
Titel Genetic Vaccination against Malaria Infection by Intradermal and Epidermal Injections of a Plasmid Containing the Gene Encoding thePlasmodium berghei Circumsporozoite Protein DOI 10.1128/iai.68.10.5914-5919.2000 Typ Journal Article Autor Weiss R Journal Infection and Immunity Seiten 5914-5919 Link Publikation -
2000
Titel DNA immunization in vivo down-regulates nuclear all-trans retinoic acid receptors in mouse spleen cells DOI 10.1016/s0303-7207(00)00256-2 Typ Journal Article Autor Brtko J Journal Molecular and Cellular Endocrinology Seiten 107-113