3D-Ultraschall-Volumetrie in der Pränataldiagnostik
Three dimensional ultrasound volumetry - new perspectives in prenatal diagnosis
Wissenschaftsdisziplinen
Klinische Medizin (100%)
Keywords
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HUMAN,
ULTRASOUND,
MEDICINE,
VOLUMETRY,
PREGNANCY,
PRENATAL
Der dreidimensionale (3D) Ultraschall ist eine relativ neue Entwicklung, deren wohl wichtigstes Einsatzgebiet in der Pränataldiagnostik liegt. Mit dieser Methode können fetale anatomische Strukturen schon in einer frühen Phase der Schwangerschaft exakt dargestellt werden. Außerdem besteht damit die Möglichkeit, Volumina diverser Strukturen genau zu berechnen. Zu diesem Thema wurde bisher noch keine großangelegte Studie veröffentlicht. Ziel dieses Projektes ist, die Möglichkeiten der 3D-Volumetrie an einer größeren Anzahl von Schwangeren zu erforschen. Zu diesem Zwecke werden zwei Schwerpunkte gesetzt, nämlich die Plazenta- und die fetale Volumetrie. Plazentavolumetrie: Ein niedriges Plazentavolumen könnte (auch schon im ersten Trimenon) ein Prädiktor für eine intrauterine Wachstumsverzögerung oder diverse Schwangerschaftskomplikationen sein. Der zugrundeliegende Mechanismus könnte sein, daß durch eine mangelhafte Trophoblastinvasion einerseits die Plazenta in ihrem Volumen klein bleibt und daß andererseits im weiteren Verlauf der Schwangerschaft Komplikationen entstehen. Ansatzweise wurde diese Hypothese in zwei Arbeiten mit relativ wenigen Patientinnen bekräftigt, als sich zeigte, daß bei Schwangerschaften mit einem niedrigen Plazentavolumen im zweiten Trimenon das Geburtsgewicht häufiger niedriger war. Im Rahmen dieser Studie sollen anhand einer großen Anzahl von Patientinnen zum einen diese Ergebnisse evaluiert und zum anderen weitere Zusammenhänge zwischen vermindertem (oder auch erhöhtem) Plazentavolumen und diversen Schwangerschaftskomplikationen erforscht werden, um dadurch vielleicht Risikoschwangerschaften früher zu erkennen. Auch soll das Plazentavolumen im ersten Trimenon in Betracht gezogen werden - was bisher noch in keiner Studie geschehen ist. Fetale Volumetrie: An einer Gruppe von 64 Schwangeren konnte gezeigt werden, daß ein kleines Fetalvolumen im zweiten Trimenon in Verbindung mit einer verminderten Wachstumsrate zwischen erstem und zweitem Trimenon mit einer erhöhten Rate an Schwangerschaftskomplikationen einhergeht. Auch hier könnte es einen Zusammenhang zwischen einem fetalen Mangelversorgung und einer daraus folgenden frühen Wachstumsretardierung auf der einen und späteren Schwangerschaftskomplikationen auf der anderen Seite geben. Auch diese Hypothese soll im Rahmen dieses Projektes genau überprüft werden. Zusätzlich zur fetalen Volumetrie, sollen weitere Daten, die im Rahmen der normalen Routinediagnostik gewonnen werden, einbezogen werden. Es sind dies die Uterina-durchblutung, die Nackendickemessung sowie die Serum- Screening-Parameter des ersten und zweiten Trimenon. Es soll untersucht werden, ob ein kombiniertes Auftreten von abweichendem Plazenta- oder Fetalvolumen und "ungünstigen" Zusatzparametern eine Verbesserung des prädiktiven Wertes der 3D-Volumetrie bringt. Diese Studie soll im Donauspital in Wien an ca. 2500-3000 Schwangeren durchgeführt werden. Bei diesen Frauen sollen in der 12., der 17. und der 22. Schwangerschaftswoche mittels 3D-Ultraschall Volumina der Plazenta und des Feten vermessen werden und Beobachtungen bis zur Geburt angeschlossen werden.
Ziel dieses Projektes war es, die Wertigkeit von Volumensmessungen mittels 3D-Ultraschall in der Schwangerschaft zu evaluieren. Gemessen wurden das Plazenta- als auch das Fetalvolumen. Wo bei letzterem als relevantes Ergebnis lediglich ein Zusammenhang zwischen der fetalen Wachstumsgeschwindigkeit in der Frühschwangerschaft und dem Geburtsgewicht gefunden werden konnte, konnten in Bezug auf das Plazentavolumen einige interessante Ergebnisse gefunden werden: - Das Plazentavolumen im ersten Schwangerschaftsdrittel steht in Korrelation mit diversen Plazenta-abhängigen Hormonen (z.B. Pregnancy-associated Plasma Protein A, PAPP-A). - Mit dem Geburtsgewicht besteht ebenfalls ein Zusammenhang. - Assoziationen mit etablierten Messungen (u.A. Durchblutungsmessungen der Uterus-versorgenden Gefäße) konnten dargestellt werden. Das Plazentavolumen hat hierbei den Vorteil, dass es bereits in einer viel früheren Phase der Schwangerschaft gemessen werden kann. - Zusammenhänge mit Plazenta-abhängigen Krankheitsbildern (z.B. HELLP-Syndrom, Präeklampsie) und einem niedrigen Plazentavolumen konnten ebenfalls gefunden werden. - Weiters wurde festgestellt, dass bei Chromosomenstörungen (z.B. Trisomie 21, Trisomie 13, Trisomie 18) das Plazentavolumen im ersten Trimenon häufig deutlich kleiner ist als bei nicht-betroffenen Schwangerschaften. - Interessant ist auch das Ergebnis, dass das Plazentawachstum zwischen verschiedenen Arten der Plazenta- assoziierten Schwangerschaftserkrankungen deutliche Unterschiede zeigt. Zusammenfassend kann man feststellen, dass durch diese Studie einerseits neue Erkentnisse im Bereich der Plazentapathophysiologie gewonnen werden konnten, dass aber andererseits auch Verbesserungen im Bereich der Schwangerenvorsorge möglich scheinen. Durch die große Menge an gewonnenen Daten dauert die Analyse und weitere Evaluierung noch an. Die Plazentamessung wurde aber mittlerweile im Donauspital ins Routineprogramm übernommen.
- Katharina Schuchter, Ludwig Boltzmann Gesellschaft , assoziierte:r Forschungspartner:in
Research Output
- 123 Zitationen
- 1 Publikationen
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2006
Titel Comparison between three-dimensional placental volume at 12 weeks and uterine artery impedance/notching at 22 weeks in screening for pregnancy-induced hypertension, pre-eclampsia and fetal growth restriction in a low-risk population DOI 10.1002/uog.2641 Typ Journal Article Autor Hafner E Journal Ultrasound in Obstetrics and Gynecology Seiten 652-657 Link Publikation