Verschiedenste Krankheitsprozesse können zu Undichtigkeiten der Herzklappen, die als Ventile im Herzen
fungieren, führen. Bei entsprechend schwerer Ausprägung dieser Undichtigkeit resultiert eine schwere
Herzerkrankung, die zu den Symptomen der Herzschwäche und letztlich zum Tod führen kann. Für die Behandlung
dieser Erkrankung ist eine möglichst nicht invasive Untersuchung, die nicht nur Undichtigkeiten von Herzklappen
erkennen, sondern diese auch quantifizieren lässt, von entscheidender Bedeutung.
Trotz intensiver Forschungen konnten bisher keine Methoden mit zufriedenstellender Genauigkeit für diesen Zweck
entwickelt werden. Auf der Basis klinischer Untersuchungen hat die Vermessung des Blutflussstrahles durch die
undichte Klappe in Form der Vermessung der Breite des Strahls im engsten Bereich knapp am Klappendefekt
(Vena contracta) besonderes Interesse gefunden. Da es am Patienten nur sehr schwer ist derartige
Untersuchungsmethoden zu validieren (fehlender Goldstandard), wurde in diesem Projekt ein Kreislaufmodell
entwickelt, das die Situation einer undichten Herzklappe simulieren lässt, wobei zu gleicher Zeit die
Ultraschalluntersuchung, wie auch Druck- und Flussmessungen sowie eine Visualisierung des Flusses durch
Lasermethode möglich sind. Die Untersuchungen haben gezeigt, dass die Farbdoppleruntersuchung nur eine grobe
Annäherung an die tatsächliche Breite des Insuffizienzstrahls erlaubt. Die Dopplermessung überschätzt die
tatsächliche Strahlenbreite wesentlich und wird auch zusätzlich von anderen Faktoren, wie der Flussmenge
beeinflusst. Es konnte letztlich gezeigt werden, dass die Ultraschallmethode zwar keine echte Quantifizierung der
Klappenundichtigkeit, aber doch zumindest eine Einteilung in Schweregrade erlaubt, sodaß für gewisse klinische
Fragestellungen dadurch doch eine Hilfe für die Patientenbehandlung erwartet werden kann.