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Korallenriff-Zerstörung: Neuartige, tödliche Syndrome

Coral reef Destruction: The Impact of Novel Syndromes

Arnfried Antonius (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/P14052
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.11.1999
  • Projektende 31.07.2002
  • Bewilligungssumme 162.062 €

Wissenschaftsdisziplinen

Biologie (100%)

Keywords

    KORALLENRIFFE, KORALLENKRANKHEITEN, RIFFZERSTÖRUNG, UMWELTKATASTROPHE

Abstract

Forschungsprojekt P 14052Korallenriff-Zerstörung: Neuartige, tödliche SyndromeArnfried ANTONIUS11.10.1999 Korallenriffe sind ein wesentlicher Bestandteil des globalen, marinen Ökosystems. Sie besiedeln den breiten Gürtel tropischer Ozeane, der zwischen den Wendekreisen liegt, das sind über 50% der gesamten Meeresoberfläche. Der Gesundheitszustand der Riffe, bezw. ihr Überleben oder Absterben beeinflußt unser Dasein genauso wie etwa das Schicksal der tropischen Regenwälder; das heißt unsere Lebensqualität hangt unter anderem auch vorn Zustand der Korallenriffe ab. In einem vom FWF geförderten Projekt wurde von 1996-99 der Gesundheitszustand von Korallenriffen in allen drei Weltmeeren untersucht. Diese Befunde waren zurn Teil katastrophal. Eines der wichtigsten Ergebnisse das dabei gewonnen wurde war die Entdeckung völlig neuartiger, bisher unbekannter Korallenkrankheiten. Mehrere solcher Syndrome wurden entdeckt und zwei davon als besonders destruktiv erkannt. Erste Anfange ihrer Untersuchung wurden gemacht, doch eine genauere Erforschung dieser tödlichen Syndrome ist dringend erforderlich und der Sinn und Zweck dieses Projekts. Die Pathogene der beiden neuen Syndrome kommen aus ganz verschiedenen Bereichen der Organismenwelt, nämlich sowohl aus dem Pflanzen-, als auch aus dem Tierreich. Das pflanzliche Pathogen ist eine neue Kalkrotalge. Das Genus war bisher mit nur einer Art aus dern Mittelmeer bekannt, jetzt kennen wir eine zweite Art, Metapeyssonnelia corallepida, aus der Karibischen See und diese überwächst und tötet Korallen. Sie ist zu einem grossen Teil verantwortlich für die katastrophale Zerstörung karibischer Riffe in Zentalamerika und in Florida wo etwa die Halfte der beobachteten Riffareale in den letzten 20 Jahren abgestorben sind. Sowohl der Lebenszyklus, die Vermehrung und Verbreitung, als auch die Mechanismen des Befalls mit dieser Alge müssen genauso erforscht werden. Auch die Frage warum diese Alge früher nie gesehen wurde, heute aber Korallenriffe zerstört, ist noch völlig offen. Nur wenn wir die Biologie dieser Killer- Alge verstehen, können wir hoffen Gegenmassnahmen zu setzen. Das tierische Pathogen ist eine neue Art von koloniebildenden Ciliaten, das sind wimpertragende Einzeller. Unerhörte Massen dieses Mikroorganismus, Halofolliculina corallasia, bilden schwarze Bänder auf Korallenstöcken, die langsam vorrucken und auf ihrem Weg nicht nur das gesamte Korallengewebe auflösen, sondern auch die Oberfläche des Skeletts erodieren. Diese Seuche scheint weitverbreitet im Indo-Pazifik zu sein und wurde bis heute im Roten Meer, im Indischen Ozean und am Australischen Grossen Barrierriff im Pazifik nachgewiesen. Wichtige Riffbildner wie zum Beispiel Hirschgeweih-Korallen fallen dieser Krankheit in Massen zurn Opfer. Warum these Seuche früher nicht bekannt war, heute aber weitverbreitet vorkommt, ist nicht bekannt, sollte aber dringend erforscht werden. Von diesen beiden neuartigen Syndromen ist im Moment bis auf ihr Vorkommen und die von ihnen angerichteten Verwüstungen kaum etwas bekannt. Das vorliegende Projekt wird sich sowohl einer genauen Analyse der Erreger widmen, als auch der Erforschung der Umstände unter denen diese Korallenkrankheiten zum Ausbruch kommen. Nur dieses Wissen kann uns dazu verhelfen etwas zum Schutz der schwer gefährdeten Korallenriffe zu unternehmen.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Wien - 100%

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