Wechselbeziehungen Österreich und der Norden
Austrian - Nordic Cultural Relations
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Geisteswissenschaften (40%); Sprach- und Literaturwissenschaften (60%)
Keywords
-
WECHSELBEZIEHUNGEN,
BIBLIOGRAPHIE,
ÖSTERREICH - NORDEN,
KULTURWISSENSCHAFT
Forschungsprojekt P 14281Wechselbeziehungen Österreich - NordenSven H. ROSSEL06.03.2000 Das Forschungsprojekt Österreich - Norden hat die wissenschaftliche Aufarbeitung der Wechselbeziehungen zwischen Österreich/dem deutschsprachigen Mitteleuropa und den nordischen Ländern (Dänemark, Schweden, Norwegen, Island, Finnland, Färöer, Grönland) zum Inhalt. Ziel des Projektes ist die systematische Bestandsaufnahme und Beschreibung zugänglicher Quellen in Österreich und den nordischen Ländern (in Bibliotheken und Archiven), die in die Erstellung einer umfassenden Bibliographie zu den kulturellen Wechselbeziehungen in einem breit definierten, kulturwissenschaftlich verstandenen Rahmen münden soll. Bislang gibt es keine derartige systematische Erfassung von Literatur/Quellen in diesem Bereich. Diese Bibliographie wird zwei Teile umfassen und sowohl Quellen als auch Sekundärliteratur verzeichnen. Die Bibliographie wird eine wichtige Grundlage für die weitere Bearbeitung ausgewählter Einzelthemen und Themenschwerpunkte darstellen. Die Bibliographie soll als erster Band der neuen Schriftenreihe "Wechselbeziehungen Österreich - Norden: Studien und Materialien" (Hg.: Sven H. Rossel) erscheinen. Außerdem ist im Rahmen des beantragten Forschungsprojektes Erstellung mehrerer Monographien über Themen zu den Wechselbeziehungen geplant, die in derselben Schriftenreihe veröffentlicht werden sollen.
Die Abteilung für Skandinavistik an der Universität Wien hat vom Fonds zur Förderung der Wissenschaftlichen Forschung für den Zeitraum vom 1. Mai 2000 bis zum 30. April 2002 finanzielle Mittel bewilligt bekommen, um das Forschungsprojekt Wechselbeziehungen Österreich-Norden durchzuführen. Damit sollte ein wissenschaftliches Gebiet erschlossen und bearbeitet werden, das bis jetzt weitgehend unerforscht geblieben ist. Es ist gelungen, ein Zentrum für eine solche Forschung zu etablieren, mit jungen, engagierten und qualifizierten Mitarbeitern, eine beeindruckende Reihe von Publikationen ist dabei veröffentlicht zu werden, und ein internationales Netzwerk ist etabliert worden. Nicht zuletzt haben die bereits unternommenen Aktivitäten zu weiteren Projekten und noch intensiveren internationalen Kooperationen inspiriert, die nur auf finanzielle Unterstützung warten, damit sie realisiert werden können. Das generelle Ziel des Projektes war eine wissenschaftliche Aufarbeitung der kulturellen Wechselbeziehungen zwischen Österreich bzw. dem deutschsprachigen Mitteleuropa und den folgenden nordischen Ländern: Dänemark, Färöer, Finnland, Grönland, Island, Norwegen und Schweden. Diese Aufarbeitung wurde eingeleitet mit einer systematischen Bestandsaufnahme und Beschreibung von bereits gedruckter Sekundärliteratur und von Briefen und Manuskripten in Bibliotheken und Archiven in Österreich und den nordischen Ländern. Das Resultat ist eine zweibändige Bibliographie über gedrucktes (1. Band) und handschriftliches (2. Band) Material, von der bereits der erste Teil als Manuskript vorliegt und der zweite Teil kurz vor der Vollendung steht. Diese Bibliographie umfasst nicht nur die Literatur im engeren Sinne, sondern auch benachbarte Disziplinen wie die Kunstgeschichte, die Kulturwissenschaft, die Geschichte und die Sozialwissenschaften und deckt den Zeitraum von 1500 bis 2000 ab. Diese Bände werden in einer eigens für das Forschungsprojekt begründeten wissenschaftlichen Reihe bei Edition Praesens, Wien, veröffentlicht, zusammen mit verschiedenen Studien und Monographien, von welchen bereits der Briefwechsel Ellen Key - Stefan Zweig und eine Untersuchung zur Verschickung österreichischer Kinder nach Skandinaven im Anschluss an die beiden Weltkriege sehr weit fortgeschritten sind. Nicht nur sind weitere Bände innerhalb dieses Themenkreises geplant, wie zum Beispiel eine Untersuchung der Rezeption des schwedischen Nobelpreisträgers Pär Lagerkvist in Österreich, sondern im Laufe der zwei Jahre haben sich auch neue Gebiete im Bereich der Gender Studies, der Kinder- und Jugendliteratur und der Arctic Studies erschlossen, die zu weiteren Forschungsvorhaben und Veröffentlichungen führen werden. Ferner ist es die Absicht - wenn genügend finanzielle Unterstützung gefunden wird - die Bibliographie in einigen Jahren zu einer Datenbank zu entwickeln. Eine wichtige Strategie war der Aufbau eines Netzwerkes vor allem in den nordischen Ländern. Heute existiert eine rege Kooperation mit den Universitäten in Odense, Roskilde (Dänemark), Skövde (Schweden) und Tromsö (Norwegen), die sowohl weitere Forschungsprojekte generiert als auch gemeinsame Publikationen beinhaltet. Weitere und äußerst wichtige Ergebnisse dieses Netzwerkes waren die Abhaltung mehrerer Informationsvorträge an ausländischen Universitäten, die Teilnahme von drei der Projektmitarbeiter an einem Symposium an der Universität Roskilde im Oktober 2002 und eine in Kooperation mit dem BMBWK und der Universität Skövde veranstaltete internationale Tagung mit 70 Teilnehmern in Wien mit dem Thema: Österreich im Norden - Der Norden in Österreich. Durch das Forschungsprojekt sind nicht nur wesentliche Forschungsergebnisse auf einem bisher kaum beachteten Gebiet erzielt worden, sondern es wurde auch ein internationales Netzwerk geknüpft, eine Reihe von jungen österreichischen Forscherinnen und Forschern aus- und weitergebildet und dazu beigetragen, österreichischer Geschichte, Kultur und Literatur größere Aufmerksamkeit im Ausland zu sichern.
- Universität Wien - 100%
- Nina Ehrlich, Universität Wien , assoziierte:r Forschungspartner:in
- Wolf Wucherpfennig, University Roskilde - Deutschland