Literaturübersetzen als multimediale Kommunikation
Literary translation as multimedial communication
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Geisteswissenschaften (20%); Medien- und Kommunikationswissenschaften (20%); Sprach- und Literaturwissenschaften (60%)
Keywords
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KULTURTRANSFER,
ROMANVERFILMUNG,
MULTIMEDIALES TEXTGANZES,
FILMSYNCHRONISATION,
IDENTITÄTSBILDUNG,
UNTERTITELUNG
Forschungsprojekt P 14304Literaturübersetzen als multimediale KommunikationMary SNELL- HORNBY08.05.2000 In der Übersetzungswissenschaft versteht man unter multimedialen Texten vor allem die Textvorlagen zu Filmen, Hörspielen und Bühnenstücken, auch sogar Werbematerial, bei dem zum Textganzen neben schriftlich fixierten verbalen Mitteln auch andere Elemente wie Bild und Ton gehören. Erst in den letzten Jahren hat sich die Forschung mit den besonderen Schwierigkeiten des Übersetzens solcher Texte befasst: hier handelt es sich keineswegs nur um eine linguistische Transkodierung, sondern vielmehr um einen kulturellen Transfer im Sinne der funktionalen Translationswissenschaft, d.h. um die Schaffung eines Zieltextes, der in seiner Gesamtheit in der Zielkultur funktionieren soll. Ziel des geplanten Forschungsprojektes ist es, ausgehend von den vorhandenen Ansätzen die gesamte Problematik des multimedialen Übersetzens als zukunftsorientiertes Forschungsgebiet in Österreich zu etablieren und durch internationale und interdisziplinäre Zusammenarbeit auszubauen, die heutige Praxis des Medienübersetzens durch systematische Erhebungen zu durchleuchten und für die Zukunft Kooperationsmodelle zu erstellen und theoretisch fundierte, praxisnahe Ausbildungsprogramme zu entwerfen. Das Forschungsprogramm soll von fünf Pilotstudien (Teilprojekte A-E) ausgehen: eine Erhebung der Untertitelungsaktivitäten in Österreich, wobei auch das Berufsbild der Untertitelübersetzerlnnen und die Akzeptanz beim Kino- und Fernsehpublikum untersucht werden (A); eine Studie zur Bildung kultureller und sozialer Identitäten durch Sprache im Film, wobei auch die ideologischen Ziele der Produzenten und die Reaktionen der Rezipientengruppen eruiert werden (B); eine Studie zur immer beliebter werdenden Romanverfilmung anhand einiger englischer Qualitätsfilme und deren deutscher Synchronfassungen, wobei auch die Arbeitsbedingungen der ÜbersetzerInnen bzw. SynchronautorInnen untersucht werden (C); eine Studie zur besonderen Problematik bei der Synchronisierung von Shakespeare-Verfilmungen, wobei v.a. die Wirkungselemente der Komik und die zeitliche Markierung untersucht und geeignete Strategien für ÜbersetzerInnen bzw. SynchronautorInnen entwickelt werden (D): eine Studie zum Einsatz und zur Akzeptanz des Tonführers, der erst in den letzten Jahren durch die multimediale Technik als neuartiges Medium entstanden ist und im Kulturbereich immer wichtiger wird, wobei v.a. die Modalitäten der Textproduktion und die Arbeitsbedingungen der ÜbersetzerInnen untersucht werden (E). Die Forschungsmethode wird in allen Teilprojekten vor allem empirisch sein: vorgesehen sind Befragungen (auch persönliche Gespräche), statistische Erhebungen durch Umfragen und detaillierte Corpusarbeit. Das Projekt wird in zwei Phasen (jeweils 12 Monate) gegliedert: (1) Korpuserstellung, Materialbeschaffung, Befragungen; (2) Auswertung und Analysen.
- Universität Wien - 100%
- Piotr Kuhiwczak, University of Warwick - Vereinigtes Königreich