Die Frühhelladisch II Keramik von Ägina-Kolonna
Early Helladic II Pottery from Aegina-Kolonna
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (100%)
Keywords
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AEGINA,
BRONZE AGE SETTLEMENT,
EARLY HELLADIC II POTTERY
Forschungsprojekt P 14383Die Frühhelladische II Keramik von Ägina-KolonnaStefan HILLER06.03.2000 Ägina-Kolonna ist eine der wichtigsten frühgeschichtlichen Fundstätten Griechenlands. Besondere Bedeutung kommt ihm aufgrund seiner Lage im Schnittpunkt zwischen Festland und ägäischen Inseln zu. Die Entwicklung der vorgeschichtlichen Kulturen Äginas stellt einen zentralen Paramenter für die Einordnung der übrigen Landschaften dar. Dies belegen Publikationen anderer bedeutender Fundplätze. Seit 1993 wird die prähistorische Innenstadt von Ägina-Kolonna neu untersucht. Diese Grabungen haben insbesondere für das Spätneolithikum und die Frühe Bronzezeit eine große Anzahl geschlossener Fundkomplexe mit umfangreichem keramischen Material erbracht. Im Rahmen des beantragten Forschungsprojektes sollen die FH II - zeitlichen Fundkomplexe dokumentiert und analysiert werden. Über die Fundvorlage hinaus werden drei grundlegende Forschungsziele angestrebt: 1. Untersuchung des Formen- und Dekorrepertoires der FH II - zeitlichen Keramiken Äginas (unter Berücksichtigung der unpublizierten Altfunde der vorangegangenen Grabungen des Instituts für Klassische Archäologie der Universität Salzburg). 2. Darstellung der stilischen Entwicklung und Versuch einer 3-phasigen Periodisierung der FH II - Keramik anhand der stratigraphischen Grundlagen. 3. Bestimmung der Stellung der äginetischen FH II - Keramiken im Vergleich zu anderen Landschaften. Scheidung lokaler Elemente.
Die Ausgrabungen am Kap Kolonna in Ägina von 1993 bis 2001 erbrachten zahlreiche Keramikkomplexe der frühen und mittleren Bronzezeit. Die Projektziele konzentrierten sich in erster Linie auf die genaue Analyse der Befunde aus der Phase Frühhelladisch II (ca. 2800-2300 v.Chr.), der mittleren Stufe der frühen Bronzezeit, die im ägäischen Raum eine kulturelle Blütezeit darstellt. Zur Bearbeitung standen annähernd 340 Befundgruppen aus der sog. prähistorischen Innenstadt von Ägina Kolonna, die hinsichtlich der Keramik der Stufe FH II relevant sind. Nach einer ersten Durchsicht des gesamten Materials, um einen Überblick über den Umfang zu gewinnen und um zu einer Schwerpunktsetzung zu gelangen, kam es zur Auswahl von 235 Befundgruppen, von welchen eine genauere Studie der beinhalteten FH II Keramikfragmente vorgenommen werden konnte. Alle Fragmente dieser Befundgruppen wurden sortiert, klassifiziert, gezählt und gewogen. Vergleichbare Angaben zu den Klassen/Waren, zu identifizierten Formen, zu Dekorsystemen und zu technischen Aspekten der Keramik wurden aufgezeichnet und statistisch erfaßt. Zudem wurden signifikante Fragmente und Gefäße photographiert, gezeichnet und zur Aufnahme in eine Datenbank katalogisiert. Dadurch konnte ein Überblick über die bei den neuen Grabungen auf Ägina Kolonna gefundene FH II-zeitliche Keramik gewonnen werden. Ein Hauptergebnis des Projektes ist die Erstellung eines einheitlichen Klassifikationssystems zur FH II Keramik von Ägina, eine Aufstellung des gesamten bekannten Formen- und Dekorspektrums sowie eine Analyse der relevanten technologischen Aspekte. Anhand der erarbeiteten Keramikentwicklung und der stratigraphischen Beobachtungen können zumindest 2 Phasen innerhalb der Stufe FH II unterschieden werden. Überdies können speziell äginetische Elemente erfaßt werden, die eine Differenzierung der Keramikproduktion auf Ägina von der anderer frühbronzezeitlicher Fundorte in Griechenland ermöglichen. Da Ägina Kolonna ein bedeutendes Zentrum der Frühen Bronzezeit in der Ägäis darstellt, nehmen auch die Ergebnisse des Projektes eine wichtige Stellung in der prähistorischen Forschung ein.
- Universität Salzburg - 100%