Österreichische u. deutsche illuminierte Hss. 1350-1450/60
Austrian and German illuminated mss. ca. 1350-1450/60
Wissenschaftsdisziplinen
Kunstwissenschaften (80%); Medien- und Kommunikationswissenschaften (5%); Philosophie, Ethik, Religion (5%); Sprach- und Literaturwissenschaften (10%)
Keywords
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GOTISCHE BUCHMALEREI,
GOTHIC ILLUMINATION,
ILLUMINIERTE HANDSCHRIFTEN,
ILLUMINATED MANUSCRIPTS,
ÖSTERREICHISCHE NATIONALBIBLIOTHEK,
AUSTRIAN STATE LIBRARY
Forschungsprojekt P 14403Österreichische u. deutsche illuminierte Hss. 1350-1450/60Gerhard SCHMIDT08.05.2000 Die reichen Bestände der Österr. Nationalbibliothek an mitteleuropäischen illuminierten Handschriften der Gotik (Mitte des 13. bis Anfang des 16. Jahrhunderts) sind - im Gegensatz zu den Beständen aus Italien und den westeuropäischen Ländern - zum größten Teil noch unerschlossen. Ziel des Projektes ist es, im Anschluß an den Band von H.J. Hermann über "Die deutschen romanischen Handschriften" (Leipzig 1926) nun auch diesen umfangreichen Bestand aufzuarbeiten und damit die Katalogisierung der abendländischen illuminierten Handschriften der Nationalbibliothek zum Abschluß zu bringen. Im Rahmen der Projekte 7268, 8451, 9656 und 11059 wurde der erste der geplanten Bände, der die mitteleuropäischen Handschriften von ca. 1250 bis ca. 1350 erfaßt, abgeschlossen; er ist 1997 in der von der Österr. Akademie der Wissenschaften herausgegebenen Reihe "Die illuminierten Handschriften und Inkunabeln der Österreichischen Nationalbibliothek" erschienen. Mit dem Projekt 12480 ARS wurde die Arbeit an dem Folgeband "Die österreichischen und deutschen illuminierten Handschriften von ca. 1350 bis ca. 1410", die schon im Projekt 11059 begonnen worden war, fortgesetzt. Das druckferige Manuskript dieses Bandes wird Ende 2000 vorliegen. Mit dem gegenwärtig beantragten Projekt soll einerseits die Drucklegung dieses Bandes überwacht, andererseits die Erstellung des 3. Bandes in Angriff genommen werden, der die österreichischen und deutschen Handschriften von ca. 1410 bis ca. 1450/60 behandeln wird. Seit 1997 wird gleichzeitig, jedoch nicht im Rahmen der Projekte des FWF, an der Katalogisierung der illuminierten Handschriften der ostmitteleuropäischen Schulen gearbeitet. Das betrifft alle Handschriften böhmischer, mährischer, slowakischer, schlesischer und ungarischer Provenienz, da diese ab der Mitte des 14. Jahrhunderts eine eigenständige künstlerische Entwicklung nehmen, die zweckmäßigerweise gesondert dargestellt werden sollte.
Von den Tafelbildern, Wandmalereien und Bildfenstern des Mittelalters haben sich nur sehr wenige bis heute erhalten, und auch diese sind oft beschädigt oder durch Restaurierungen verfälscht. Umso größer ist die kunsthistorische Bedeutung der Buchmalerei, deren Erzeugnisse uns nicht nur viel zahlreicher, sondern meistens auch in ihrem ursprünglichen Zustand überliefert sind. Die Österreichische Nationalbibliothek beherbergt eine der weltweit größten Sammlungen illuminierter (d. h. malerisch ausgeschmückter) Handschriften aus romanischer und gotischer Zeit. Große Teile dieses Bestandes sind schon seit 1923 in vielen Katalogbänden wissenschaftlich erschlossen worden, doch fehlte noch die Erfassung der gotischen Handschriften aus dem mitteleuropäischen Raum. Diese umfangreiche Arbeit wurde 1990 in Angriff genommen. Seither konnten bereits drei Bände über Codices der zweiten Hälfte des 13. und des 14. Jahrhunderts publiziert werden; im Rahmen des gegenwärtigen Projektes erschien 2002 der Band "Mitteleuropäische Schulen II (ca. 1350-1410) Österreich - Deutschland - Schweiz". Daran anschließend wurde die Bearbeitung der aus diesen Gebieten stammenden Handschriften der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts begonnen. Darunter befinden sich Prunkhandschriften, die von den führenden Wiener Meistern für Kaiser Friedrich III. ausgeschmückt wurden, sowie andere wichtige Bestände; unter diesen sind die wissenschaftsgeschichtlich interessanten Wiener Universitätshandschriften besonders hervorzuheben. Die genaue Beschreibung der Handschriften, ihrer Illustrationen und oft kunstvollen Einbände, sowie die Identifizierung der in ihnen überlieferten Texte erschließen nicht nur der Kunstgeschichte ein wichtiges, oft noch unbekanntes Material, sondern sie sind auch für andere Wissenschaftszweige (z. B. Kulturgeschichte, Germanistik, u. ä.) sowie für ein breiteres Publikum von Interesse. So konnten die Forschungsergebnisse des gegenwärtigen Projekts bereits für einige große Ausstellungen der letzten Jahre (wie "Gotik Schätze Oberösterreich", Linz 2002, oder "Im An-fang war das Wort" Wien 2003) genützt werden.
- Universität Wien - 50%
- Österreichische Nationalbibliothek - 50%
- Michaela Kriegler, Universität Wien , assoziierte:r Forschungspartner:in