Separationseigenschaften von biologischem Schlamm
Separation Properties of Biological Sludge
Wissenschaftsdisziplinen
Umweltingenieurwesen, Angewandte Geowissenschaften (100%)
Keywords
-
WASTE WATER,
SEPARATION,
ACTIVATED SLUDGE,
SLUDGE LOSS,
AERATED BASIN,
COD
Forschungsprojekt P 14459 Separationseigenschaften von biologischem SchlammH. KROISS26.06.2000 Hypothese: Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit von Abwasserreinigungsanlagen nach dem Belebtschlammverfahren hängen ganz wesentlich von der Leistungsfähigkeit der Nachklärbecken ab, die über 99,5% der Feststoffe zurückhalten müssen. Diese Leistungsfähigkeit wird durch die Bildung eines Flockenverbandes bedingt, der auch als Filterkörper wirkt. Das Projekt hat zwei Ziele: 1) Einen neuen Parameter zur Schlammcharakterisierung einzuführen, der den Flockenverband des Schlammes beschreibt, und 2) die Scherfestigkeit des Flockenverbandes zu messen, um Daten für eine verbesserte Nachklärbeckensimulation zu erhalten. Beide Ziele hängen eng mit einer Verbesserung von Nachklärbeckenbemessung und Kläranlagenbetrieb zusammen. Versuchsaufbau: Die Hypothese soll mit einer umfassenden Analyse von mindestens 6 Kläranlagen über jeweils mindestens 4 Wochen mit umfangreicher Datensammlung geprüft werden. Die Struktur der Schlammflocken ist das Ergebnis eines komplexen biologischen Selektionsprozesses und der herrschenden Lebensbedingungen, die bis heute nur teilweise verstanden werden. Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, das Verständnis der Zusammenhänge zwischen Verbandbildung und Kläranlagenschema bzw. -betrieb und Reinigungsleistung, zu verbessern. Mit dem Gerät "SCHLUMOSED" (Fuchs) ist es möglich, aus der Entwicklung der Transparenz im Überstand einer sich absetzenden Schlammprobe auf die Bildung eines Verbandes zu schließen und die Güte dieses Verbandes hinsichtlich der Zurückhaltung kleiner Flocken zu quantifizieren. Gleichzeitig wird die Absetzgeschwindigkeit gemessen. Mit einer einfachen Vorrichtung genannt "STRENGTH TESTER", wird die Scherfestigkeit des Verbandes vermessen. Dieses Gerät soll Daten liefern, die eine wichtige Rolle in der Simulation des Nachklärbeckens und des Schwebstoffabtriebs spielen werden. Dieses Projekt wird interdisziplinär durch drei Institute durchgeführt: TU Graz: Inst. f Apparatebau, mech. Verfahrens- und Feuerungstechnik, Prof. Staudinger (Konstruktion und Betrieb von SCHLUMOSED und STRENGTH TESTER, Datensammlung während des gesamten Projekts); TU Wien: Inst. f .Wassergüte und Abfallwirtschaft, Prof. Kroiss (Auswahl und Charakterisierung der Kläranlagen, Interpretation des Anlagenbetriebes, Charakterisierung der Biozönose). TU Dresden: Inst. f. Siedlungs- und Industriewasserwirtschaft, Prof. Krebs (Nachklärbeckensimulation). Das Projekt wird das Verständnis jener Prozesse fördern, die die Leistungsfähigkeit von Nachklärbecken beeinflussen, indem neue Parameter zur Beurteilung der Schlammeigenschaften eingeführt sowie verbesserte Nachk1ärbeckensimulationen ermöglicht werden. Dies wird auch einen wertvollen Beitrag zu einer Verbesserung von Kläranlagenentwurf und Betrieb leisten.
- Helmut Kroiss, Technische Universität Wien , assoziierte:r Forschungspartner:in
- Peter Krebs, Technische Universität Dresden - Deutschland