Glucocorticoid-induzierte Leukaemiezellapoptose
Glucocorticoid-induced leukemia apoptosis: Molecular mechanisms and development of new therapeutic concepts
Wissenschaftsdisziplinen
Gesundheitswissenschaften (40%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (60%)
Keywords
-
MALIGNANT LYMPHOPROLIFERATIVE DISORDER,
GLUCOCORTICOID,
CANCER THERAPY,
EXPRESSION PROFILING,
APOPTOSIS,
DNA CHIP ANALYSIS
Forschungsprojekt P 14482Glucocorticoid-induzierte LeukaemiezellapoptoseReinhard KOFLER09.10.2000 Über 60% der Erwachsenen und etwa ein Drittel der Kinder mit lymphatischen Leukämien sterben trotz intensiver Chemotherapie, Bestrahlung und Knochenmarkstransplantation an den direkten oder indirekten Folgen ihrer Erkrankung. Die davon Geheilten leiden in vielen Fällen unter den Langzeitwirkungen der aggressiven Therapien und tragen ein erhöhtes Risiko, wieder an Krebs zu erkranken. Glucocorticoide (GC), natürliche Hormone der Nebenniere, induzieren Zellzyklusarrest und programmierten Zelltod (Apoptose) in der Mehrzahl dieser Tumore. Aber obwohl GC wegen ihrer geringen Akuttoxizität und fehlenden Mutagenität nahezu ideale Krebstherapeutika wären, können sie nicht als alleinige Medikation eingesetzt werden, da sich praktisch in allen Fällen Resistenz gegen GC entwickelt. Daher werden GC in den göngigen Therapieprotokollen mit Chemotherapeutika und in vielen Fällen mit Bestrahlungen und Knochenmarkstransplantationen mit ihren dramatischen Nebenwirkungen kombiniert. Der vorliegende Antrag basiert auf dem Konzept, dass über ein besseres molekulares Verständnis der antileukämischen GC Effekte und der Resistenzmechanismen neue Therapieformen ohne Einsatz kanzerogener Massnahmen entwickelt werden könnten. Diese Ziel in drei Etappen erreicht werden: Zuerst sollen mittels "DNA- Chip-Technologie" Expressionsprofile von GC behandelten und unbehandelten Leukämiepatientenzellen erstellt und miteinander und mit bereits von uns erstellten Profilen von CCRF-CEM Leukämiezellen verglichen werden. Diese Untersuchungen werden "Kandidatengene" und von ihnen geregelte Signalwege aufdecken, die für die anti- leukämischen GC Effekte wichtig sein könnten. In zweiten Projektteil, sollen diese Kanditatengene mittels verschiedener gentechnologischer Verfahren direkt auf ihre mögliche Rollen in GC-induzierten Zellklusarrest und Apoptose getestet werden. Im dritten Projektteil sollen schliesslich neue Therapieformen, die sich teil aus unseren früheren Untersuchungen teils aus den Ergebnissen der oben angeführten Experimente ableiten lassen, in etablierten Zelllinien, ex vivo Zellen von Patienten und einem Mäusetumormodell erprobt und mit gängigen Protokollen verglichen werden. Zusammenfassend erwarten wir von den hier vorgeschlagenen Untersuchungen ein verbessertes Verständnis für die antileukämischen GC Effekte und davon abgeleitet die Entwicklung neuer Ansätze für die Therapie maligner lymphatischer Erkrankungen.
Glukocorticoide (GC) und ihre Analoge induzieren Zelltod ("Apoptose") in lymphoiden Zellen und werden daher in der Therapie fast aller lymphatischer Krebserkrankungen eingesetzt. Dies gilt besonders für die kindliche akute lymphoblastische Leukämie (ALL). Obwohl GC auf Grund ihrer hohen Spezifität, der niedrigen Akut-toxizität und dem Fehlen mutagener (krebserregender) Eigenschaften ein relativ günstiges Krebstherapeutikum darstellen, müssen sie wegen der fast regelmäßig auftretenden Resistenzentwicklung mit anderen Chemotherapeutika, Röntgenbestrahlung und u.U. Knochenmarkstransplantation mit all ihren unerwünschten Nebenwirkungen kombiniert werden. Um dieses Problem zu adressieren haben wir in unserem Projekt 3 spezifische Ziele vorgeschlagen: (1) vergleichende, Mikroarray-basierte Expressionsprofilerstellung (also die Erfassung aller von einer Zelle verwendeten Gene) zur Identifikation von "Kandidatengenen", die für die GC-induzierte Apoptose verantwortlich sein könnten, (2) funktionelle Analyse solcher Kandidatengene in ALL Zelllinien mittels verschiedener Genexpressionssysteme, und (3) Entwicklung neuer Therapiekonzepte, die auf den hier entdeckten Mechanismen beruhen, für eine erste prä-klinische Austestung. Bezüglich des spezifischen Ziels 1 haben wir eine Reihe von relevanten biologischen Systemen entwickelt (GC-sensitive und resistente ALL Zelllinien und ex vivo Zellen von Patienten) und diese einer Expressionsprofilerstellung unter GC-Behandlung unterzogen. So wurde eine Reihe von "Kandidatengenen" ermittelt, wie etwa der GC-Rezeptor (GR) selbst, Gene die Apoptose/ Überlebensentscheidungen kontrollieren (wie z.B. Bim, ein "BH3-only" Molekül der Bcl-2 Familie), aber auch Gene die den Metabolismus (im besonderen die Glykolyse) und andere lebensnotwendige Zellvorgänge steuern. Was deren mögliche funktionelle Rolle betrifft (spezifisches Ziel 2) zeigten wir, dass Repression des Onkogens c- myc und des Zellzyklusregulators Cyclin D3 durch GC zwar für den GC-induzierten Zellzyklusarrest verantwortkich ist, aber nicht für die Apoptoseinduktion. Wir konnten weiters zeigen, dass GR Autoinduktion in GC-sensitiven, aber nicht in GC-resistenten Zelllinien auftritt. Wird die GR Autoinduktion in resistenten Zellen durch Transfektion mit GR vorgetäuscht, kommt es zu GC-induziertem Zelltod, was eine wichtige Rolle der GR Autoinduktion vermuten lässt. Was Versuche zur Übersetzung unserer Befunde in therapeutische Ansätze angeht (spezifisches Ziel 3), fanden wir einen "über-additiven" Effekt der Kombination von GC mit dem Glykolysehemmer 2-Deoxyglukose, was besonders attraktive ist, da diese Substanz in anderen Indikationsstellungen bereits in klinischem Gebrauch ist.
Research Output
- 1336 Zitationen
- 11 Publikationen
-
2005
Titel Glucocorticoid-induced apoptosis and glucocorticoid resistance in acute lymphoblastic leukemia DOI 10.1016/j.jsbmb.2004.12.017 Typ Journal Article Autor Ploner C Journal The Journal of Steroid Biochemistry and Molecular Biology Seiten 153-160 -
2004
Titel Glucocorticoid receptor heterozygosity combined with lack of receptor auto-induction causes glucocorticoid resistance in Jurkat acute lymphoblastic leukemia cells DOI 10.1038/sj.cdd.4401413 Typ Journal Article Autor Riml S Journal Cell Death & Differentiation Link Publikation -
2004
Titel Glucocorticoid-induced apoptosis and glucocorticoid resistance: molecular mechanisms and clinical relevance DOI 10.1038/sj.cdd.4401456 Typ Journal Article Autor Schmidt S Journal Cell Death & Differentiation Link Publikation -
2003
Titel Enhanced MTT-reducing activity under growth inhibition by resveratrol in CEM-C7H2 lymphocytic leukemia cells DOI 10.1016/s0304-3835(03)00157-5 Typ Journal Article Autor Bernhard D Journal Cancer Letters Seiten 193-199 -
2003
Titel Changes of mitochondrial respiration, mitochondrial content and cell size after induction of apoptosis in leukemia cells DOI 10.1016/s0167-4889(03)00105-8 Typ Journal Article Autor Renner K Journal Biochimica et Biophysica Acta (BBA) - Molecular Cell Research Seiten 115-123 Link Publikation -
2003
Titel Cyclin D3 and c-MYC control glucocorticoid-induced cell cycle arrest but not apoptosis in lymphoblastic leukemia cells DOI 10.1038/sj.cdd.4401328 Typ Journal Article Autor Ausserlechner M Journal Cell Death & Differentiation Seiten 165-174 Link Publikation -
2002
Titel Suberoylanilide hydroxamic acid (SAHA) overcomes multidrug resistance and induces cell death in P-glycoprotein-expressing cells DOI 10.1002/ijc.10327 Typ Journal Article Autor Ruefli A Journal International Journal of Cancer Seiten 292-298 -
2002
Titel Stressful death of T-ALL tumor cells following treatment with the antitumor agent Tetrocarcin-A DOI 10.1096/fj.02-0020fje Typ Journal Article Autor Tinhofer I Journal The FASEB Journal Seiten 1295-1297 -
2002
Titel Histone deacetylase inhibitors potently repress CXCR4 chemokine receptor expression and function in acute lymphoblastic leukaemia DOI 10.1046/j.1365-2141.2002.03955.x Typ Journal Article Autor Crazzolara R Journal British Journal of Haematology Seiten 965-969 Link Publikation -
2001
Titel The histone deacetylase inhibitor and chemotherapeutic agent suberoylanilide hydroxamic acid (SAHA) induces a cell-death pathway characterized by cleavage of Bid and production of reactive oxygen species DOI 10.1073/pnas.191208598 Typ Journal Article Autor Ruefli A Journal Proceedings of the National Academy of Sciences Seiten 10833-10838 Link Publikation -
2001
Titel Inhibition of histone deacetylase activity enhances Fas receptor-mediated apoptosis in leukemic lymphoblasts DOI 10.1038/sj.cdd.4400914 Typ Journal Article Autor Bernhard D Journal Cell Death & Differentiation Seiten 1014-1021 Link Publikation