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Die Bauforschung am Mausoleum von Belevi

Building Research at the Mausoleum in Belevi

Fritz Krinzinger (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/P14505
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.12.2000
  • Projektende 30.11.2003
  • Bewilligungssumme 163.409 €

Wissenschaftsdisziplinen

Bauwesen (100%)

Keywords

    BAUFORSCHUNG, BAUAUFNAHME, REKONSTRUKTION

Abstract Endbericht

Forschungsprojekt P 14505Die Bauforschung am Mausoleum von BeleviFritz KRINZINGER26.06.2000 Das Mausoleum von Belevi ist eines der wenigen gut erhaltenen Monumente des frühen Hellenismus, welches über Jahrzehnte hinweg im Rahmen der Ephesos-Forschung durch die österreichische Archäologie betreut wurde. Die Gefährdung der baulichen Substanz des Mausoleums durch den Bau der neuen Autobahn Izmir-Aydin, deren Trasse sehr nahe (etwa 80 m) an das Mausoleum herangelegt wurde, sowie die auch nach der Vorlage der Publikation von C. Praschniker - M. Theuer, Das Mausoleum von Belevi, FiE VI (1979) nicht abgeschlossene Untersuchung des Mausoleums erfordern heute einen raschen Abschluß der wissenschaftlichen Arbeiten. Es ist deshalb unsere, Verpflichtung der Republik Türkei und der internationalen Fachwelt gegenüber, die Forschungen am Monument mit modernen Methoden und aktualisierten Fragestellungen wiederaufzunehmen und in einer lange ausstehenden Neubearbeitung zu präsentieren. Inhalt des Projektes ist die Wiederaufnahme der Feldarbeiten zur Bauforschung vor Ort und die systematische Bearbeitung sowie die analytische Auswertung der Materialien in Wien. Schwerpunkte sind somit einerseits die umfassende Dokumentation des immer mehr vom Zerfall bedrohten Bestandes und andererseits die theoretische Wiedergewinnung des Mausoleums. Die zu erwartenden Änderungen in der Konzeption des Bauwerkes und die daraus sich möglicherweise ergebenden Bauphasen, die detaillierten Untersuchungen zur Bautechnik, zur Baukonstruktion sowie zur Bauornamentik und schließlich die chronologische und typologische Bewertung des Monuments lassen völlig neue Ergebnisse und Antworten auf die immer wieder gestellten Fragen erwarten. Die neuen Erkenntnisse zur Rekonstruktion des Obergeschosses, die während der vorbereitenden Dokumentationskampagnen 1998 und 1999 gewonnen wurden, und die Erfassung und Neubewertung der vielen Baudetails (z. B. die klar ablesbaren bautechnischen Herstellungsstufen der Architekturdekoration, die sich aus dem unfertigen Zustand des Monuments ergeben, und der Kalkmäntel, der zur Hinterfüllung der Verkleidungsblöcke des Sockels diente) lassen für die geplante Neubearbeitung wesentliche, über das Einzelmonument hinausgehende, bauhistorische Impulse für die Entwicklung der hellenistischen Architektur erwarten.

Das Mausoleum von Belevi ist eines der wenigen gut erhaltenen Monumente des frühen Hellenismus, welches über Jahrzehnte hinweg im Rahmen der Ephesos-Forschung durch die österreichische Archäologie betreut wurde. Die Gefährdung der baulichen Substanz des Mausoleums durch den Bau der neuen Autobahn Izmir - Aydin, deren Trasse sehr nahe an das Monument herangelegt wurde, sowie die auch nach der Publikation der älteren Forschungen (C. Praschniker - M. Theuer, Das Mausoleum von Belevi, FiE VI [1979]) nicht abgeschlossene Untersuchung des Mausoleums erforderten eine Neubearbeitung des Monumentes mit modernen Methoden und aktualisierten Fragestellungen. Das Projekt hatte die Wiederaufnahme der Feldarbeiten zur Bauforschung vor Ort und die systematische Bearbeitung sowie die analytische Auswertung der Materialien in Wien zum Inhalt, welche die Grundlage für die Publikationsvorbereitung in dem zweijährigen Folgeprojekt (FWF-Projekt Nr. P 16926-G02) bilden. Einer der Schwerpunkte war die exakte Dokumentation des immer mehr vom Zerfall bedrohten Bestandes. Trotz seiner gewaltigen Größe wurde das Monument in händischen Zeichnungen im Maßstab 1:10 aufgenommen, die über ein geodätisches Punktenetz digital zu Grundrissen und Schnitten zusammengefügt wurden. Photogrammetrische Aufnahmen unterstützten die Handaufnahmen an den Hauptfronten. Die schwerpunktmäßige Aufnahme dislozierter Architekturblöcke schuf die Grundlagen zur Klärung der anstehenden Fragen der Rekonstruktion. Ergänzend wurde eine umfassende photographische Dokumentation erstellt. Weiterer Schwerpunkt war die theoretische Rekonstruktion des Mausoleums. Dem Sockelgeschoß konnte eine gesicherte Höhe zugewiesen werden, das raffinierte System der Fugenteilung der Wandblöcke sowie die Größe und Aufbau der Scheintür an der Hauptfassade wurden geklärt. Im Obergeschoß wurden die Abmessungen der Säulenjoche, die Wand- und Pfeilerstellungen ermittelt. Es konnte nachgewiesen werden, dass der Kernbereich nicht überdeckt war. Geklärt wurde der Aufbau des Daches über dem Säulenumgang. Die Dachflächen waren nach innen geneigt und entwässerten in einen Hof, dessen Fußboden stark geneigt angelegt war. Durch die Wiedergewinnung der ursprünglichen Gestalt des Monumentes war es möglich die Hauptproportionen des Gebäudes zu bestimmen. Wesentliche Erkenntnisse zur Bautechnik des Monumentes ermöglichten die steingerechte Rekonstruktion und nachfolgende Anastylose der Reste der Grabkammer, sowie die Rekonstruktion der Gebälkzone des Obergeschosses. Die zahlreichen Kalkmörtelreste am Monument sind mit Sicherheit bereits in die hellenistische Entstehungszeit zu datieren.

Forschungsstätte(n)
  • Österreichische Akademie der Wissenschaften - 100%

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