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Fischwanderung und Konnektivität im Donau-Flußsystem

Fish migration and connecticity in the Danube River system

Stefan Schmutz (ORCID: 0000-0002-3013-0450)
  • Grant-DOI 10.55776/P14516
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.08.2000
  • Projektende 31.07.2003
  • Bewilligungssumme 225.550 €

Wissenschaftsdisziplinen

Biologie (80%); Geowissenschaften (20%)

Keywords

    FISH, DANUBE, MIGRATION, MARCHFELDKANAL-SYSTEM, CONNECTIVITY, RADIO TELEMETRY

Abstract Endbericht

Forschungsprojekt P 14516Fischwanderung und Konnektivität im Donau-FlußsystemStefan SCHMUTZ26.06.2000 Schwerpunkt des Projektes bilden Fischwanderungen, insbesondere verschiedene Formen und Ursachen von Wanderungen zwischen der Donau und einem künstlichen Nebenarmsystem, dem Marchfeldkanal-System (MFK- System). Ziel ist es, detaillierteres Wissen über das Wanderverhalten der vorkommenden Arten zu erhalten. Zusätzlich werden die Folgen veränderter Konnektivitätsbedingungen erfaßt. Aufgrund ihrer komplexen Ansprüche sind Fische nicht nur geeignete Indikatoren für Habitatqualität sondern auch für räumlich/zeitliche Konnektivität in Flußökosystemen. Obwohl die Bedeutung von Wanderungen für die unterschiedlichen Arten und Altersstadien von Flußfischen bereits seit längerem erkannt wurde, ist diesbezügliches detailliertes Wissen für die meisten Donauarten kaum vorhanden. Mit diesem Projekt wollen wir die Austauschvorgänge zwischen einem Nebenarm (MFK-System) und der Donau selbst, sowohl am oberen als auch am unteren Ende des Nebenarmes untersuchen. Darüber hinaus ist Ziel dieser Studie, die grundsätzlichen Muster und Strategien von Wanderungen der vorkommenden Arten (60 Spezies) zu erfassen. Durch intensives Monitoring über einen vollen Zweijahreszyklus und durch Einbindung von bereits vorhandenem Wissen wollen wir die Basis dafür schaffen, einzelne Arten in Bezug auf ihre wesentlichen Wanderungsansprüche charakterisieren und in weiterer Folge in Form von "Wanderungsgilden" klassifizieren zu können. Aufgrund der Größe des Untersuchungsgebietes und Komplexität der Fragestellung ist es notwendig, einen Versuchsansatz zu wählen, der verschiedene Beprobungsstrategien beinhaltet. Wanderungen werden im Wesentlichen mit Hilfe von 4 Methoden. erfaßt: - Ständiges Beobachten von Ein- bzw. Auswanderung aus dem System an 3 permanenten Fangstationen (Reusen) - Radiotelemetrieversuche mit ausgewählten Arten innerhalb des MFK-Systems und in der Donau selbst. - Erfassung von Fischdrift (Abwärtswanderung) mittels automatischen Driftreusen und Driftnetzen. - Elektobefischungen innerhalb des MFK-Systems zur Erfassung von Artenzusammensetzung, Populationsgrößen sowie deren Schwankungen.

Das Forschungsprojekt zielte auf die Erforschung von Fischwanderungen im österreichischen Donau-System ab. Es wurden Wanderungen und Austauschprozesse zwischen der Donau und einem künstlichen Nebenarm (Marchfeldkanal-System) bzw. einem Zubringer (Pielach) untersucht. Im Zuge der Arbeiten wurden sowohl Wanderbewegungen von Jungfischen als auch adulter Stadien mit unterschiedlichen Methoden erfasst. Die bedeutendsten Ergebnisse des Projektes erbrachten die radiotelemetrischen Untersuchungen an Nase, Barbe und Frauennerfling. Nasen und Barben wurden nach dem Ablaichen in der Pielach, einem Zubringer der Donau in der Wachau, mit Radiosendern markiert. Die Wanderungen der gesamt 50 markierten Fische wurden ein Jahr lang verfolgt. Dabei zeigte sich, dass die Nasen in der Donau v. a. Fließstrecken, Barben v. a. einen Stauraum als Lebensraum bevorzugen. Beide Arten nutzten Bereiche im gesamten Querprofil. Bisher nahm man an, dass sie hauptsächlich ufernahe Bereiche besiedein. Sowohl Nasen als auch Barben Iegten Distanzen von mehr als 50 km zurück. Zur Laichzeit wanderte ein Großteil der markierten Fische wieder in die Pielach ein, wodurch die wesentliche Bedeutung von Zubringern als Reproduktionsareal für Donaupopulationen unterstrichen wird. Es ist durch diese Studie gelungen, den Beweis zu erbringen, dass auch heimische Fischarten homing" zeigen und wie Lachse gezielt ihre angestammten Laichplatze aufsuchen. Der Telemetrieversuch am Frauennerfling (18 Individuen) zeigte, dass diese vom Aussterben bedrohte Art auf Fließwasserbereiche angewiesen ist, Staue wurden gemieden. Die Fische Iegten kaum Distanzen >5 km zurück Männliche Individuen zeigten sich deutlich wanderfreudiger als weibliche. Ein Schwerpunkt der Studien am Marchfeldkanal lag in der Erlassung von Wanderungen zwischen Donau und dem Nebenarm. Es wurde festgestellt, dass während des Jahres, mit Ausnahme von Hochwasserereignissen, kaum Austauschprozesse stattfinden. Innerhalb des MFK-Systems konnte gezeigt werden, dass wahrend des Winters v. a. Jungfische in großer Zahl aus dem Nebenarm in die Donau abwandern. Dies zeigt die grundsätzliche Bedeutung von Nebengewässern als Laichhabitat und Kinderstube. Das Projekt erbrachte wesentliche neue Erkenntnisse hinsichtlich Lebensweise und Ansprüche heimischer Fischarten. Dieses Basiswissen ist Grundvoraussetzung, um zukünftig wirksame Maßnahmen zum Schutz und zur Renaturierung unserer Fließgewässerlebensräume zu erarbeiten, wozu alle Mitgliedsstaaten laut EUWasserrahmenrichtlinie, dem neuen europäischen Wasserrecht, verpflichtet sind.

Forschungsstätte(n)
  • Universität für Bodenkultur Wien - 100%

Research Output

  • 58 Zitationen
  • 2 Publikationen
Publikationen
  • 2022
    Titel Seasonal migration and habitat use of adult barbel (Barbus barbus) and nase (Chondrostoma nasus) along a river stretch of the Austrian Danube River
    DOI 10.1007/s10641-022-01352-3
    Typ Journal Article
    Autor Panchan R
    Journal Environmental Biology of Fishes
    Seiten 1601-1616
    Link Publikation
  • 2018
    Titel NDUFB8 Mutations Cause Mitochondrial Complex I Deficiency in Individuals with Leigh-like Encephalomyopathy
    DOI 10.1016/j.ajhg.2018.01.008
    Typ Journal Article
    Autor Piekutowska-Abramczuk D
    Journal The American Journal of Human Genetics
    Seiten 460-467
    Link Publikation

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