Flexible Meldungssemantik in verteilten Objektsystemen
Flexible Message Semantics in Distributed Objects Systems
Wissenschaftsdisziplinen
Informatik (100%)
Keywords
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OBJECT-ORIENTATION,
DISTRIBUTED SYSTEMS,
METAPROGRAMMING,
SOFTWARE ENGINEERING,
FRAMEWORKS
Forschungsprojekt P 14575Flexible Meldungssemantik in verteilten ObjektsystemenHanspeter MÖSSENBÖCK26.06.2000 Heutige verteilte Systeme, die z.B. auf Java RMI oder CORBA basieren, legen genau fest, was es bedeutet, wenn eine Meldung zwischen zwei Objekten fließt (Meldungssemantik). Eine fixe Meldungssemantik reicht jedoch nicht für alle Arten von Anwendungen aus. Zum Beispiel im Electronic Business am Internet braucht man manchmal andere Semantiken wie asynchrone Kommunikation oder fehlertolerante Meldungen. Im vorgeschlagenen Forschungsprojekt betrachten wir die Semantiken von Meldungen als Abstraktionen erster Masse, die miteinander kombiniert und einer bestimmten Meldung zugeordnet werden können. Wir beschränken uns dabei nicht auf eine bestimmte fixe Menge von Semantiken (z.B. lokale, entfernte, synchrone Meldungen), sondern erlauben beliebige Erweiterungen (z.B. asynchrone, replizierte, transaktionale oder logging Meldungen). Der Programmierer kann entweder eine bereits existierende Semantik aus einer Bibliothek wählen oder eine neue Semantik implementieren. Mittels des Decorator-Entwurfsmusters kann er mehrere Semantiken transparent kombinieren und sie einer bestimmten Meldung zuordnen. Wir gehen sogar noch einen Schritt weiter: Dieselbe Meldung kann für verschiedene Objekte unterschiedliche Semantiken. besitzen, ja es ist sogar möglich, daß dieselbe Meldung in Abhängigkeit vom Rufer zum Aufruf unterschiedlicher Methoden führt. Unsere Java Implementierung soll auch eine visuelle Montageumgebung anbieten, welche die dynamische Adaptierung von Meldungssemantiken erlaubt, ohne daß dafür Java Quellcode geschrieben werden muß. Die Meldungssemantiken. werden nicht zur Übersetzungszeit festgelegt, sondern der Programmierer setzt sie zur Laufzeit mit Hilfe von Metaprogrammierung und just-in-time-Codeerzeugung von Proxy-Objekten zusammen. Dadurch kann sich das Laufzeitsystem an Veränderungen seiner Umgebung anpassen, ohne wesentliche Laufzeiteinbußen in Kauf nehmen zu müssen. Wir planen ein verteiltes Objektsystem, das kommerziell genutzt werden könnte: Das Interesse der Industrie an verteilten Objekten wächst ständig (speziell im Bereich der Internet-Technologien). Das Projekt erweitert das Wissen über verteilte Meldungssemantiken in objektorientierten Systemen und bietet eine Testumgebung für das Design neuer nützlicher Semantiken. Wir erwarten auch Synergieeffekte durch die Kombination. des technischen und praktischen Wissens der Universität Linz und der EPFL Lausanne, mit der wir zu kooperieren gedenken.
- Universität Linz - 100%