Dämonologisches Lexikon
Encyclopedia of Demonology
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Geisteswissenschaften (20%); Philosophie, Ethik, Religion (20%); Soziologie (40%); Sprach- und Literaturwissenschaften (20%)
Keywords
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ENZYKLOPÄDIE,
DÄMONOLOGIE,
ETHYMOLOGIE,
IKONOGRAPHIE,
MAGIE,
VOLKSERZÄHLUNG
In einer Welt, in der der Umgang mit dem kulturellem Erbe immer beliebiger zu werden scheint, wird die Erfassung und Ordnung der Nachrichten über dämonische Wesen der Volkskultur immer dringlicher. Dämonen als übernatürliche Wesen, die zwischen Göttern und Menschen stehen, sind trotz jahrhundertelanger Tendenz zur Rationalisierung nicht verschwunden. Ganz im Gegenteil, sie bevölkern die Produkte moderner Medienindustrie, in der Literatur, im Fernsehen, Film und im Internet. Bei der Erstellung eines dämonologischen Lexikons muss der phänomenologischen und typologischen Ambivalenz dieser Wesen Rechnung getragen werden. Die einzelnen Figuren sollen anhand ihrer frühesten Erwähnungen und Beschreibungen in einen geistesgeschichtlichen Kontext eingeordnet und kulturhistorisch, etymologisch und phänomenologisch gedeutet werden. Wo nicht eindeutig fassbar, ist die bisher geführte wissenschaftliche Diskussion darzulegen. Durch Auswertung früher religionsgeschichtlicher, magischer und medizinhistorischer Werke und ethnologischer Sammlungen soll ein genaueres Bild über Glaubensintensität und - kontinuität, Frequenz, Verbreitung und inhaltliche Dynamik der einzelnen Wesen gewonnen werden. Auch das ikonographische Erscheinungsbild soll, soweit fassbar, anhand von Beispielen vorgestellt werden. Ein/e Projektmitarbeiter/in wird die Texte zu den einzelnen Lemmata verfassen. Als Quellen werden ihm/ihr neben frühen medizinisch-physiologischen Traktaten, mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Dämonologien vor allem volkskundliche Sammlungen von Zauber- und Segensprüchen sowie die zahlreichen Dialektsammlungen und Idiotika dienen. Dazu kommen Fachpublikationen aus den Bereichen der religionswissenschaftlichen, literaturhistorischen, kulturhistorischen und ethnologischen Forschung. Zur Erschließung der nötigen Literatur werden Aufenthalte in Wien (Nationalbibliothek, Universitätsbibliothek), München (Bayerische Staatsbibliothek), Wolffenbüttel (Herzog August Bibliothek) und Dresden (Sammlung Spamer) nötig sein. Die Forschungsarbeit und die Verfassung der enzyklopädischen Artikel soll innerhalb eines Zeitraumes von zwei Jahren (24 Monaten) abgeschlossen sein.
- Universität Innsbruck - 100%