Populationsgenetik des Smith-Lemli-Opitz Syndroms
Genetic Epidemiology of the Smith-Lemli-Opitz Syndrome
Wissenschaftsdisziplinen
Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (100%)
Keywords
-
SMITH-LEMLI-OPITZ SYDROME,
DHCR7,
CHOLESTEROL BIOSYNTHESIS,
DELTA7-STEROL REDUCTASE
Das Smith-Lemli-Opitz Syndrom (SLOS, MIM 270400) wird autosomal rezessiv vererbt. Das klinische Erscheinungsbild des SLOS reicht von leichten Dysmorphien und mäßiger mentaler Beeinträchtigung bis zu schwersten Fehlbildungen (u.a. Gehirn,Herz,Niere,Poly-/Syndaktylie) und intrauterinem Fruchttod. Die Häufigkeit dieses Syndroms wird in europäischen Populationen zwischen 1:15.000 bis 1:40.000 geschätzt. Es wird vermutet, dass die hohe Frequenz und die vermutete Beschränkung auf Europäer durch Heterosis hervorgerufen wird. Der grundlegende Defekt dieser metabolischen Erkrankung betrifft den letzten Schritt der Cholesterolsynthese, die Umwandlung von 7-Dehydrocholesterol zu Cholesterol durch die Delta 7 Sterol Reduktase (DHCR7, E.C. 1.3.1.21). Bei 200 Patienten mit Smith-Lemli-Opitz Syndrom wurden 73 verschiedene Mutationen im DHCR7 Gen gefunden. Einige Mutationen, darunter zwei "Null"-Mutationen (IVS8-1G>C und W151X), die mit einem sehr schweren klinischen Phänotyp assoziiert sind, sind sehr häufig. Neue Daten weisen darauf hin, daß eine Diskrepanz zwischen hohen DHCR7 Allel-Frequenzen und der beobachteten Häufigkeit des SLOS existiert. Im vorgelegten Projekt sollen die Heterozygotenfrequenzen der häufigsten SLOS verursachenden Mutationen im DHCR7 Gen in verschiedenen europäischen und außereuropäischen Populationen und die Haplotypen auf welchen sich diese Mutationen befinden, untersucht werden. Die Bestimmung der Allelfrequenzen ermöglicht eine Berechnung der erwarteten Häufigkeit der Erkrankung. Detaillierte Analysen der Haplotypen von SLOS Patienten/Familien aus verschiedenen europäischen Ländern werden erlauben, den geografischen Ursprung und das Alter der Mutationen zu schätzen. Die Daten zu Mutationshäufigkeiten, ihre geographische Verteilung und ihre Assoziation mit verschiedenen Haplotypen werden es uns ermöglichen die Geschichte der SLOS verursachenden Mutationen in Europa und evtl. in anderen geografischen Regionen zu konstruieren und festzustellen, ob die vermutete hohe Frequenz von SLOS Mutationen bei Europäern durch rekurrierende Mutationen, Gründereffekte und zufälliger Abänderung der genetischen Zusammensetzung der Gruppe (drift), durch natürliche Auslese (Selektion) oder einer Kombination dieser Faktoren bedingt wird.
Research Output
- 185 Zitationen
- 5 Publikationen
-
2015
Titel KRAS and CREBBP mutations: a relapse-linked malicious liaison in childhood high hyperdiploid acute lymphoblastic leukemia DOI 10.1038/leu.2015.107 Typ Journal Article Autor Malinowska-Ozdowy K Journal Leukemia Seiten 1656-1667 Link Publikation -
2005
Titel Genetics of the Lp(a)/apo(a) system in an autochthonous Black African population from the Gabon DOI 10.1038/sj.ejhg.5201512 Typ Journal Article Autor Schmidt K Journal European Journal of Human Genetics Seiten 190-201 Link Publikation -
2004
Titel Lipoprotein(a) DOI 10.1016/b0-12-475570-4/00839-8 Typ Book Chapter Autor Kronenberg F Verlag Elsevier Seiten 188-196 -
2003
Titel The 342-kb deletion in GJB6 is not present in patients with non-syndromic hearing loss from Austria DOI 10.1002/humu.9167 Typ Journal Article Autor Günther B Journal Human Mutation Seiten 180-180 Link Publikation -
2003
Titel Apolipoprotein(a) isoform-specific changes of lipoprotein(a) after kidney transplantation DOI 10.1038/sj.ejhg.5201016 Typ Journal Article Autor Kronenberg F Journal European Journal of Human Genetics Seiten 693-699 Link Publikation